„Die besten Geschichten schreibt das Leben ... und der Fußball!“

Ernst Bucsich

Zum 45-jährigen Jubiläum bei Raiffeisen blickt Ernst Bucsich schon in Richtung Pension. Genug hat er aber noch lange nicht: Das Herz des Antauers, den man im ganzen Land kennt, schlägt neben der Bank auch für den Fußball. Ganz einfach für die Menschen.

„Unter der Woche musst du trainieren, damit du am Wochenende Erfolge einfahren kannst.“ Der Fußball ist für Ernst Bucsich eine Lebensliebe, die Bank ebenso, Familie und Freunde sowieso!

„Unter der Woche musst du trainieren, damit du am Wochenende Erfolge einfahren kannst.“ Der Fußball ist für Ernst Bucsich eine Lebensliebe, die Bank ebenso, Familie und Freunde sowieso!

© Wolfgang Millendorfer

Es wird niemanden überraschen, dass Zahlen im Leben von Ernst Bucsich eine große Rolle spielen. Auch privat, denn vor 45 Jahren hat er seine Frau Gusti geheiratet, Sohn Herbert ist 45 Jahre alt, seine Tochter Anita kam am Weltspartag 1984 zur Welt – und seit 45 Jahren ist Ernst Bucsich Teil der Raiffeisen-Familie im Burgenland.

Dass aus ihm kein Profi-Fußballer wurde, liegt an einer schweren Sportverletzung, die wiederum Anlass dafür war, dass der Antauer ein zentraler Teil der besagten Bankenfamilie wurde. Franz Forstik war sein erster Generaldirektor, Julius Marhold lehrte ihn Disziplin, Leopold Buchmayer Vertrauen, so erzählt Bucsich, der heutige Landesbank-Chef Rudolf Könighofer lehrte ihn Loyalität: „Und wenn man diese drei Dinge im Leben beherzigt, dann kann man nichts falsch machen!“

Eines fehlt da noch, aber für Bucsich ist es sowieso eine Selbstverständlichkeit: die Geselligkeit! Ein Lied davon sangen die Kolleginnen und Kollegen, die vielen Stammkundinnen und -kunden unlängst beim 45-Jahr-Jubiläum in der Zentrale in Eisenstadt: „Wo der Ernstl ist, da gibt’s immer gute Stimmung!“ Die konnte eine weitere Tatsache auch nicht trüben: Am 1. September geht Ernst Bucsich offiziell in Pension.

Weil er sich als „Kümmerer“ sieht und seine Kundinnen und Kunden kennt wie kein Zweiter, bleibt Bucsich dem Team noch eine kurze Zeit erhalten. „Reden wir übers Leben – der Slogan von Raiffeisen sagt alles“, verrät der langjährige Leiter des Private Banking seine Philosophie. Gute Tipps gibt’s bei ihm vor allem, aber nicht nur für die Finanzen.

„Wenn es ums Vermögen geht, sollte man nicht auf einem Bein stehen“, ist etwa so ein Grundsatz, der immer gilt. Oder: „Der beste Zeitpunkt, um Aktien zu kaufen, war vor 45 Jahren. Der zweitbeste Zeitpunkt ist jetzt.“ Oder aber: „Das Glas ist für mich immer halb voll!“ Diesen Optimismus habe er als Teamleiter stets gelebt, sagen jene, die es wissen müssen: nämlich alle in seinem Team.

Das bestätigen auch alle anderen, die mit Ernst Bucsich zu tun haben. Und davon gibt es viele. Denn man soll „neben dem Leben nicht das Leben vergessen“, sagt er: „Schaffe, strebe, aber lebe!“ Ebenso beruft sich Bucsich auf die „4F“, also: „Firma, Freunde, Familie, Fußball.“

Die prägendste Schule des Lebens ist dabei eben immer noch der Fußball, sagt Bucsich: „Unter der Woche musst du trainieren, damit du am Wochenende Erfolge einfahren kannst. Du musst mit Niederlagen umgehen können, aber auch mit Siegen. Du musst Verantwortung übernehmen, aber gewinnen kannst du nur im Team.“

Beim SC Eisenstadt hat Ernst Bucsich in den 1980er-Jahren gekickt, bei seinem Heimatverein SV Antau hat er viele Stationen absolviert, vom Kassier bis zum Trainer, 24 Jahre lang als Obmann und später als Präsident, heute ist er Ehrenpräsident.

„Ein Highlight war, als ich mit meinem Sohn gemeinsam in der Landesliga am Platz war“, lacht Bucsich, der Junior war 18 Jahre alt, er 39, „und es gibt so viele Erlebnisse mehr, die man nie vergisst“. Noch immer kommen die Kicker des SV Antau mindestens einmal pro Jahr im Weinkeller des Ehrenpräsidenten zum Plaudern zusammen, das ist Ehrensache.

„Man muss seine Freunde einladen“, ist auch so ein einfacher Grundsatz, da sollte es keine Ausreden geben: „Wenn du alles auf später verschiebst und einmal mit viel Geld in Pension gehst, dann hilft dir das nichts – wenn du anrufst, und keiner hebt ab.“ Das war auch in jungen Jahren einer der Gründe, warum der Bankjob Bucsich nicht nach Wien verschlagen hat: „Geld ist nicht alles im Leben, Familie und Freunde sind viel wichtiger. Und im Burgenland habe ich keine einzige Sekunde bereut.“

„Wenn man mit dem Ernst unterwegs ist, kennt man danach immer mehr Menschen als davor“, umschreiben es die Kolleginnen und Kollegen. Dabei geht dem Antauer das Netzwerken ganz natürlich von der Hand, er hat Spaß dabei. Und wo findet man immer Freunde? Am Fußballplatz oder im Stadion!

Dort ist Ernst Bucsich laufend anzutreffen, bei kleineren, wie bei ganz großen Spielen. Beim Vorab-Pensionierungsfest in der Bank hat es deshalb jede Menge Fußballgeschenke gegeben, inklusive Reiseplänen; von Erlebnissen hat er nie genug, sagt Bucsich: „Das kann man dann alles in meinem Fußballraum finden.“ Ein Projekt für die Pension: ein Zimmer voller Erinnerungen, und mit genug Platz für alle, die eingeladen werden.