Hipp-Verdächtiger bestreitet Vorwürfe

Erpressungsversuch

Im Fall der manipulierten Hipp-Gläser wurde ein Verdächtiger festgenommen und in die Justizanstalt Eisenstadt gebracht. Der 39-Jährige Beschuldigte bestreitet jedoch die Vorwürfe.

Im Fall um mögliche Erpressung mit vergifteten Babykostgläschen von Hipp ist ein Verdächtiger festgenommen worden.

Im Fall um mögliche Erpressung mit vergifteten Babykostgläschen von Hipp ist ein Verdächtiger festgenommen worden.

© APA/TOBIAS STEINMAURER, TOBIAS STEINMAURER

Nach einem versuchten Erpressungsfall gegen den Babykosthersteller Hipp wurde vor Kurzem ein Verdächtiger in die Justizanstalt Eisenstadt überstellt. Die Ermittlungen der Behörden zu den manipulierten Gläschen und den Hintergründen der Tat laufen auf Hochtouren.

Am Montag bestätigte die Landespolizeidirektion Burgenland, dass der mutmaßliche Erpresser nach seiner Festnahme im Bundesland Salzburg in die Justizanstalt Eisenstadt gebracht wurde. Dem 39-jährigen Mann wird vorgeworfen, Babykost mit Rattengift versetzt zu haben, um das Unternehmen Hipp zu erpressen. Die Festnahme erfolgte am vorangegangenen Samstag, nachdem im April insgesamt fünf manipulierte Gläschen in Österreich, Tschechien und der Slowakei sichergestellt worden waren.

Ermittlungen dauern an: 39-Jähriger streitet die Tat ab

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt hat bereits einen Antrag auf Untersuchungshaft gestellt, wobei die Entscheidung darüber derzeit noch aussteht. Gegenüber der APA betonte der Anwalt des Beschuldigten, Manfred Arbacher-Stöger, ebenfalls: "Er hat damit nichts zu tun." Die Vorwürfe seien "aus der Luft gegriffen". Arbacher-Stöger zeigt sich skeptisch, dass die von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt beantragte Untersuchungshaft verhängt wird.

Dass der Mann ein ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens Hipp ist, bestätigte Arbacher-Stöger. Er habe aber die Firma "in beidseitigem Einverständnis" verlassen. Der Anwalt erklärte weiters, dass sein Mandant, der sich aktuell in der Justizanstalt Eisenstadt befindet, "mit der gesamten Sache nicht irgendwie geartet etwas zu tun" habe. Dieser vertraue nun darauf, dass "ordentlich ermittelt wird und dann klar ist, dass er nicht der gesuchte, mutmaßliche Täter ist". Arbacher-Stöger zeigte sich skeptisch dazu, dass die von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt beantragte U-Haft verhängt wird.

Gutachten über Toxizität noch ausständig

Das Ergebnis des Gutachtens über die Toxizität der Rattengift-Menge, die im sichergestellten Hipp-Glas gefunden wurde, ist indes noch offen. Es enthielt 15 Mikrogramm des Giftes. Hiervon hängt auch ab, was dem Mann schließlich vorgeworfen wird. Bis jetzt wurde gegen ihn wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt. Laut Staatsanwaltschaft Eisenstadt wird auch eine Ausweitung der Vorwürfe um versuchte schwere Nötigung erwägt. Ein zweites Glas, das in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft und ebenfalls mit Rattengift manipuliert worden sein soll, ist bisher nicht aufgetaucht.

In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden im April insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. Die deutschen Behörden ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers. Der Rückruf der Hipp-Produkte bei Spar war in der Nacht auf 18. April öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" 190 Gramm gegeben. Vorsorglich nahmen auch andere Supermärkte das Produkt aus dem Verkauf.