Mit Fleischmesser Bipa überfallen: Haftstrafe für 60-Jährigen
Ersttäter in Mattersburg
„Alle Scheine!“, forderte der maskierte Täter am 19. Juli 2025 in einer Bipa-Filiale in Mattersburg. Mit 928 Euro flüchtete er und wurde wenig später gefasst. Am 1. September wurde der 60-Jährige am Landesgericht verurteilt.
Bislang hatte der Angeklagte keine Vorstrafen. Jetzt muss er zwei Jahre und neun Monate Haft verbüßen.
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Der Angeklagte ist österreichischer Herkunft, ohne Beschäftigung und im Privatkonkurs. Bis zu seiner Verhaftung war er unterstandslos.
Mit einem Fleischmesser mit 34 Zentimeter langer Klinge bewaffnet, suchte er am 19. Juli eine Bipa-Filiale in Mattersburg auf. Er legte einige Waren aufs Kassenband, zückte das Messer und forderte die Kassierin auf „alle Scheine“ herzugeben. Mit 928 Euro verließ er die Filiale.
Nach dem Raub ins Wettlokal
Danach suchte der 60-Jährige ein Wettlokal auf und wurde kurz nach 17 Uhr verhaftet.
„Warum haben Sie das gemacht?“, fragte die Richterin den bislang Unbescholtenen.
„Ich hatte finanzielle Probleme, auch wegen der Krankheit, die ich habe. Ich muss Medikamente zahlen, die mir die Krankenkasse nicht zahlt. Ich habe nicht mehr auskönnen. Ich weiß, dass es ein Fehler war“, sprudelte es aus dem Angeklagten heraus.
Die Richterin wies darauf hin, dass der Angeklagte kurz vor der Tat im Internet recherchiert hatte, was der Unterschied zwischen einem Diebstahl und Raub ist.
Täter: „Ich mache das auch nicht jeden Tag“
„Zuerst dachte ich, ich gehe so rein“, sagte der 60-Jährige. „Ich mache das auch nicht jeden Tag.“
Dann habe er aber überlegt, dass ihm die Kassierin wohl kein Geld geben werde, „wenn ich nichts mitnehme“. „Da sagt sie, pack dich zusammen und geh“, sei er der Meinung gewesen.
Er habe daraufhin das Messer mitgenommen: „Dass sie mehr Angst..., dass sie glaubt, ich meine es ernst“, brachte er es auf den Punkt.
Dann habe er sich selbst erschreckt, „als sie sich erschrocken hat“, so der Räuber. „Ich wusste nicht, was das anrichtet. Ich wollte ihr ja nichts antun, aber das wusste sie nicht.“
Großteil der Beute wurde sichergestellt
Ins Wettlokal sei er unmittelbar nach der Tat gegangen, weil „alle Lokale am Nachmittag zuhatten“. 40 Euro verspielte er dort. 813 Euro wurden bei dem Mann sichergestellt, als er verhaftet wurde.
Die 39-jährige Kassierin schilderte vor Gericht, wie der Täter das Messer gehalten hatte. Zwei Wochen lang habe sie nach dem Überfall schlecht schlafen können und es sei ihr schwer gefallen, über das Erlebte zu sprechen.
Da der Angeklagte im Privatkonkurs ist, konnte der Frau vom Gericht kein Schadenersatz zugesprochen werden.
Angeklagter: „Es tut mir sehr, sehr, sehr leid“
„Wollen Sie sich vielleicht bei ihr entschuldigen?“, forderte die Richterin den 60-Jährigen auf. „Mir tut das sehr, sehr, sehr leid. Ich bereue es auch und will mich entschuldigen“, sagte dieser.
Die Kassierin nahm dies zur Kenntnis.
Der Angeklagte wurde kurz danach des schweren Raubes schuldig gesprochen und zu zwei Jahren und neun Monaten unbedingter Haft verurteilt - bei einem Strafrahmen von einem bis zu fünfzehn Jahren. Das Urteil ist rechtskräftig.