Ollersdorf setzt nach LocalRES-Projekt weiter auf erneuerbare Energie
EU-Projekt abgeschlossen
Nach fünf Jahren als europäische Modellgemeinde ist das LocalRES-Projekt abgeschlossen. Die Ergebnisse zeigen: Ollersdorf hat beim Thema erneuerbare Energie bereits viel erreicht – für eine weitgehende Energieautarkie braucht es aber noch deutlich mehr Photovoltaik und Speicher.
Bürgermeister Bernd Strobl (re.) weihte vor sechs Jahren die E-Tankstelle, die mit Energie der Gemeinde-PV-Anlage gespeist wird, mit Initiator Andreas Schneemann, Abgeordneter Walter Temmel, Vizebürgermeister Richard Kranz und Christian Pinter vom Zentrum für Ökomobilität ein.
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Photovoltaikanlagen, Energiegemeinschaft, E-Ladestationen und ein Quartierspeicher: Ollersdorf beschäftigt sich bereits seit Jahren intensiv mit erneuerbarer Energie. Auch das fünfjährige EU-Projekt LocalRES, bei dem die Gemeinde als eine von nur vier europäischen Pilotgemeinden als Modell für lokale Energiesysteme diente, ist mittlerweile abgeschlossen. Für Bürgermeister Bernd Strobl ist die bisherige Entwicklung eine Erfolgsgeschichte. Besonders wichtig sei gewesen, die Bevölkerung von Anfang an einzubinden.
„Dadurch gab es gegen all die gesetzten Maßnahmen auch nie wirklich Widerstände“, erklärt Strobl. Mittlerweile gibt es in Ollersdorf mehr als 100 Photovoltaikanlagen. Durch Eigenverbrauch und die Energiegemeinschaft konnte der Strombezug aus dem öffentlichen Netz laut Strobl um rund ein Drittel reduziert werden. Die Gemeinde spart dadurch jährlich mehrere zehntausend Euro an Energiekosten.
Auch für einen möglichen Blackout sieht sich Ollersdorf gut gerüstet. Ein Quartierspeicher mit einer Leistung von 120 Kilowatt ermöglicht es, Gemeindeamt, Feuerwehrhaus und Arztordination über eine Insellösung für einen längeren Zeitraum unabhängig vom Stromnetz zu versorgen. Der Speicher kann tagsüber über die bestehenden PV-Anlagen wieder geladen werden.
Als nächstes sollen Gemeindeamt, Feuerwehrhaus und Arztordination von Gas- auf Luftwärmepumpen umgestellt werden. Laut Strobl soll dies ohne zusätzliche Investitionen, sondern durch die erzielten Einsparungen möglich werden. Bei ausreichenden finanziellen Mitteln wird die Gemeinde auch die Volksschule umstellen, Geothermie prüfen und weitere Speicher errichten. „Die Kapazität für die Produktion würden wir erreichen und könnten dann all den selbst produzierten Strom auch selbst verwenden“, so Strobl. Gerade bei den Netzkosten erwartet er dadurch weiteres Einsparungspotenzial.
Nachhaltigkeit beschränkt sich in Ollersdorf aber nicht auf Energie. Beim Wassersparen setzt die Gemeinde bereits seit rund 30 Jahren auf eine an den Verbrauch gekoppelte Kanalbenützungsgebühr. Gleichzeitig wird gemeinsam mit dem Wasserverband für einen sparsamen Umgang mit Wasser geworben. Beim Ortsbild sieht Strobl derzeit keinen großen zusätzlichen Handlungsbedarf. Ollersdorf ist bereits sehr „grün“ und kleinere Flächen sollen mit alten Obstsorten bepflanzt werden.
Größere ökologische Veränderungen stehen hingegen an der Strem bevor: Dort investiert der Bund rund zwei Millionen Euro in Ökologisierungsmaßnahmen, in deren Zuge auch neue Biodiversitätsflächen entstehen sollen. Für Strobl sind in erster Linie die Mitgliederzahlen der erneuerbaren Energiegemeinschaften und die Zahl vorhandener Speichersysteme künftig wichtige Maßstäbe.