Backyard Ultra in Pöttsching: Laufen, bis keiner mehr übrig bleibt
Extremsport
Zum ersten Mal findet im Burgenland ein sogenannter „Backyard Ultra“ statt. Am 12. September fällt um 8 Uhr im Freibad Pöttsching der Startschuss für das ungewöhnliche Ultralauf-Format. Veranstaltet wird der Bewerb von „Laufkraft Events“ rund um Veranstalterin Christien Daniela Wagner. Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erwartet, Läufer aus fünf Nationen haben sich bereits angemeldet.
Beim ersten Backyard Ultra im Burgenland starten die Teilnehmer am 12. September in Pöttsching jede volle Stunde auf eine 6,7 Kilometer lange Runde.
© : Roman Stoiber
Das Prinzip ist einfach, verlangt den Teilnehmern aber einiges ab: Jede volle Stunde starten alle Läufer gemeinsam auf eine 6,7 Kilometer lange Runde. Wer diese nicht innerhalb einer Stunde absolviert oder beim nächsten Start nicht rechtzeitig wieder im Startbereich steht, scheidet aus. „Grundsätzlich ist es Last Man beziehungsweise Last Woman Standing“, erklärt Wagner im Gespräch mit der BVZ. In Pöttsching wird der Bewerb als „36 + 1“ ausgetragen. Nach 36 Stunden ist also nicht automatisch Schluss. Sollten dann noch mehrere Teilnehmer im Rennen sein, entscheidet in der 37. Stunde die schnellste Runde über den Sieg. Damit soll verhindert werden, dass sich der Bewerb über mehrere Tage zieht.
Dass die Premiere ausgerechnet in Pöttsching stattfindet, hat einen einfachen Grund: Im Burgenland gab es bislang noch keinen Backyard Ultra. In Pöttsching fand Wagner aufgrund der örtlichen Gegebenheiten eine Strecke, die für das Format nahezu ideal geeignet ist. Die Runde müsse nicht künstlich verlängert oder mit zusätzlichen Schleifen versehen werden. Teile der Strecke führen auch über das Gemeindegebiet von Zillingtal.
Für Wagner liegt der Reiz des Formats aber nicht nur in der sportlichen Herausforderung. Im Gegensatz zu klassischen Ultraläufen bekommen auch die Zuschauer regelmäßig etwas vom Renngeschehen mit. „Wenn man um 8 Uhr in der Früh startet und dann irgendwo 100 Kilometer durch die Berge läuft, ist irgendwann keiner mehr da“, sagt sie. Beim Backyard Ultra kehren die Athleten hingegen nach jeder Runde ins Basecamp zurück und starten zur nächsten vollen Stunde wieder gemeinsam. Gerade die Zeit dazwischen könne über Erfolg oder Ausscheiden entscheiden. „Das Rennen wird definitiv im Basecamp entschieden“, sagt Wagner. Wer etwa nach 40 Minuten zurückkehrt, hat 20 Minuten Zeit, um zu essen, zu trinken, die Schuhe zu wechseln oder kurz zu schlafen. Manche Teilnehmer reisen dafür mit eigenen Betreuungscrews an.
Für Wagner soll die Premiere jedenfalls nicht die letzte Ausgabe bleiben. Der Backyard Ultra soll künftig jährlich in Pöttsching stattfinden und mit den Jahren weiter wachsen. „Für mich ist Pöttsching hervorragend geeignet, um es zum Backyard-Ultra-Mekka Österreichs zu machen.“
Eine zusätzliche Besonderheit ergibt sich heuer durch das gleichzeitig stattfindende Oktoberfest in Pöttsching. „Wir hoffen, dass auch die Besucher des Oktoberfests zwischendurch bei unseren Athleten vorbeischauen und sie anfeuern.“