„Da Pedal“ verlässt die Bühne der Oberpullendorfer „Krebsler“

Faschingsgilde

35 Saisonen lang stand Josef Patek auf den Brettern, die Oberpullendorfs Narrenwelt bedeuten, auf der Bühne im Gasthaus Domschitz, dem Hauptqartier der Faschingsgilde „Die Krebsler“ und Schauplatz der legendären Kapplkabarettabende. Am 2. Feber schließt sich für ihn in seiner Rolle als Darsteller das letzte Mal der Vorhang.

Ein letztes Winken vom „Pedal“: Mit Joschi Patek verlässt ein Original die Bühne der Kapplkabaretts. Die gute Nachricht: Hinter den Kulissen bleibt er der Gilde weiterhin mit Rat und Tat erhalten.

Ein letztes Winken vom „Pedal“: Mit Joschi Patek verlässt ein Original die Bühne der Kapplkabaretts. Die gute Nachricht: Hinter den Kulissen bleibt er der Gilde weiterhin mit Rat und Tat erhalten.

© Michaela Grabner

Es ist einer dieser Momente der gemischten Gefühle - Glück, Freude, Stolz vermischt mit Wehmut. Im Hintergrund schmettert Frank Sinatra „I did it my way“ und ganz vorne auf der Bühne im Gasthaus Domschitz steht Josef Patek - „da Patek Joschi“ wie ihn die Puindoafa nennen - mit schwarzgelockter Perücke und im schwarzen Anzug als sein Parade-Bühnen Alter Ego „der Roma-Musikant Pedal. Seine Hand zu einem Winken erhoben. „Pedals Abschied“ heißt die letzte Nummer im heurigen Kabarettprogramm der Faschingsgilde „Die Krebsler“.

Und das nicht nur, weil „da Pedal“ in der Nummer, nachdem es seinen musikalischen Kompagnon der Liebe wegen an den Neusiedler See gezogen hat, selbst seine Zelte in Felsöpulya abbricht, um künftig bei den Berliner Philharmonikern groß aufzugeigen, sondern weil sich damit auch Joschi Patek selbst nach über drei Jahrzehnten von der Kapplkabarett-Bühne verabschiedet. Einerseits aus gesundheitlichen Gründen und andererseits, „weil es jetzt eh so viele Junge gibt, sollen die spielen.“

Er selbst gehört wohl zu den Krebslergilden-Mitgliedern, die am öftesten auf der Kapplkabarettbühne gestanden sind. „70 bis 80 Stücke waren es sicher, bei denen ich mitgespielt habe“, meint er. Schließlich ist er auch schon seit der zweiten von mittlerweile 36. Saisonen der Kapplkabarett-Abende mit dabei gewesen. „Dolfi Schmucker hat mich in die Gilde geholt, er hat mich damals angesprochen, ob ich nicht mitspielen möchte“, erzählt Patek, wie seine „Schauspielkarriere“ begann.

In seiner allerersten Rolle stand Joschi Patek als Feuerwehrmann auf der Bühne. Gerne erinnert er sich auch ans „Dinner for one“ zurück, das er zusammen mit Christine Pöltl gespielt hat oder an viele gemeinsame Auftritte mit seiner Zwillingsschwester Ella, etwa als Hänsel und Gretel. „Mein liebstes Stück war 'Schiller und Schaller', das ich gemeinsam mit Dolfi gespielt habe“, erklärt Patek. In einem Warteraum treffen ein einfacher und ein gebildeter Mann aufeinander, wobei letzterer auf den Weg zu einem Antiquitätenhändler namens Schaller ist, um einen Schreibtisch aus dem Nachlass von Schiller zu ersteigern, was bei seinem Gegenüber zu einiger Verwirrung und in weiterer Folge vielen witzigen Verwechslungen führt. Das Ganze mündet in einem humorvollen Dialog über Schillers literarisches Werk.

Ein anderer seiner Lieblings-Sketches „Bauer sucht Frau“ erreichte auf You Tube 109.000 Seitenaufrufe - bislang ungebrochener Höchststand bei Online-Videos der Oberpullendorfer Faschingsgilde.

„Narrisch guat“ war Joschi Patek aber auch im Fernsehen unterwegs, war er doch etliche Male mit Kollegen beim gleichnamigen Best of der Kabarettprogramme österreichischen Faschingsgilden im ORF zu sehen. Und das zumeist an der Seite von Dolfi Schmucker, ob als Hotelportier, der einen Gast fast in den Wahnsinn treibt, als Lenker eines Lieferwagens, der von einem Polizisten angehalten wird oder als verdauungsgeplagter Bürger, dessen Schlüssel zur erleichternden Sitzung auf der öffentlichen Toilette ein dienstbeflissener Gemeindebeamter in seinen Händen hält. Lachtränen garantiert - so wie eigentlich immer, wenn sich da Joschi in Bühnennähe befindet.

Denn wenn das Publikum schon lachte, bevor das erste Wort gesprochen wurde, dann war es in vielen Fällen Joschi Patek, der die Bühne betreten hat. Er verstand es wie kaum ein anderer durch ein Verdrehen der Augen, ein Schielen, ein spitzbübisches Grinsen - durch bloße Mimik die Leute zum Lachen zu bringen.

Indirekt wird er dies auch in Zukunft tun. Denn wenn da Pedal auch Oberpullendorf Richtung Berliner Philharmoniker verlässt, hinter der Bühne bleibt da Joschi der Krebslergilde erhalten, als Kameramann, Texter und Teil der Spielleitung. Pulei!