104 Rekruten wurden in Lackenbach angelobt

Festakt

Vier freiwillige Soldatinnen und 100 Rekruten der Fliegerabwehrbatterie des Stabsbataillons 3 reisten am Freitag zur Angelobung nach Lackenbach. Dort schworen sie im Zuge des Grundwehrdienstes, die österreichische Republik und deren Volk zu schützen, mit der Waffe zu verteidigen und der Gesetzgebung zu gehorchen.

Die 104 Rekruten gehören zu den rund 80 Prozent wehrdiensttauglichen 18-jährigen Österreichern, von denen etwa 53 Prozent den Dienst beim Bundesheer antreten.

Die 104 Rekruten gehören zu den rund 80 Prozent wehrdiensttauglichen 18-jährigen Österreichern, von denen etwa 53 Prozent den Dienst beim Bundesheer antreten.

© Nadine Wiedemann

Für die Grundwehrdienenden der Martin-Kaserne in Eisenstadt war die Angelobung ein signifikanter Meilenstein in ihrer Militärlaufbahn. Ihren Dienst hatten sie bereits im Jänner angetreten. Als Angelobungsort könnte Lackenbach historisch wohl nicht charakteristischer sein, denn die Gemeinde erzählt eine Geschichte der Feindlichkeit und Vernichtung, aber auch der Freundschaft und Aufarbeitung.

Allerdings scheint es mittlerweile, als wäre der Frieden zur Routine geworden – eine Routine, die ihren Kipppunkt erreichen könnte. Während sich außenpolitische Spannungen verstärken, sehen sich auch Staaten in Europa mit neuen Bedrohungsformen konfrontiert. Die Rekrutinnen und Rekruten würden daher eine zentrale Rolle beim Erhalt von Stabilität und Frieden spielen, erklärte Militärdekan Alexander Wessely.

Militärkommandant Brigadier Gernot Gasser verwies in seiner Ansprache auf eine dramatisch verschlechterte Sicherheitslage in Europa. Man befinde sich zunehmend in einem sogenannten hybriden Krieg, einer Zwischenform zwischen Frieden und offenem militärischem Konflikt. Dazu zählen etwa Cyberangriffe, Desinformation, Spionage, Sabotage oder Luftraumverletzungen.

Rund 60 Prozent der Einsatzkräfte des Bundesheeres entfallen auf die Miliz, deren Einsatzbereitschaft regelmäßige Übungen erfordert. Nach derzeitigem Stand würde die Miliz im Ernstfall etwa zwei Monate benötigen, um einsatzbereit zu sein. Eine längere Ausbildung im Grundwehrdienst könne daher die Ausbildungsqualität der Soldaten erhöhen, appellierte Grasser im Sinne einer möglichen Wehrdienstverlängerung.

Landesrat Heinrich Dorner nahm in Vertretung von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil an der Angelobung teil. Er unterstrich die Bedeutung des Bundesheeres für das Burgenland mit folgenden Worten: „Das österreichische Bundesheer war und ist ein verlässlicher und wichtiger Partner für die Burgenländerinnen und Burgenländer im Bereich der Sicherheit. Dafür gebührt unseren Soldatinnen und Soldaten großer Dank.“ Besonders in einer Grenzregion sowie bei Katastropheneinsätzen sei die Unterstützung des Bundesheeres unverzichtbar.

Nach diesem Festakt wird der Großteil der Rekrutinnen und Rekruten weiterhin in der Martin-Kaserne in Eisenstadt dienen, unter anderem als Sanitäter, Pioniere, Wachsoldaten, Kraftfahrer, Betreuungsgehilfen oder Feldköche. Weitere Soldaten werden zum Truppenübungsplatz Bruckneudorf sowie zum Militärkommando Steiermark versetzt.

Den Abschluss bildete der Große Österreichische Zapfenstreich. Dieser wurde ebenso wie der Rest des Nachmittags von der Militärmusik musikalisch untermauert. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um ein dreiteiliges zeremonielles Musikstück mit Wurzeln in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Der Zapfenstreich umfasst einen historischen, einen religiösen sowie einen neuzeitlichen Teil und vereint Blasinstrumente mit Trommelschlägen.