Rotes Kreuz Burgenland feierte sein 80-Jahr-Jubiläum im Landtag
Festsitzung mit Ehrungen
Mit einer Festsitzung im Burgenländischen Landtag hat das Rote Kreuz Burgenland sein 80-jähriges Bestehen gefeiert. Persönlichkeiten aus Politik, Einsatzorganisationen sowie ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter blickten auf die Entwicklung seit der Gründung im Jahr 1946 zurück. Im Mittelpunkt standen der Dank all jene, die das Rote Kreuz in den vergangenen acht Jahrzehnten getragen haben und noch immer tragen sowie die Verleihung der Goldenen Verdienstmedaille an Vizepräsident Leo Radakovits.
Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf, Landesrat Leonhard Schneemann und Rot Kreuz-Präsident Werner Krischka zeichneten Vizepräsident Leo Radakovits (2.v.l.) aus.
© Gregor Hafner
Der selbstständige Landesverband des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) konstituierte sich am 13. August 1946. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Arbeit unter schwierigen Rahmenbedingungen mit nur einem Rettungswagen. In den Jahrzehnten nach der Gründung baute die Organisation ihre Strukturen schrittweise aus. Neben dem Sanitätsdienst kamen Arbeitsbereiche wie Pflege und Betreuung, soziale Dienste, die Krisenintervention, die Team Österreich Tafel sowie die Jugendarbeit hinzu.
1956 half das Rote Kreuz an der Grenze während des Ungarischen Volksaufstands, 1989 betreute es Zehntausende Menschen auf der Flucht aus der DDR und 2015 innerhalb weniger Wochen rund 300.000 Menschen. Parallel entwickelte sich aus dem damaligen Krankentransport ein moderner Rettungsdienst; Pflege und Betreuung, soziale Dienste, Krisenintervention, Team Österreich Tafel, Jugend- und Bildungsarbeit und zahlreiche weitere Angebote kamen hinzu. Aus einem Rettungswagen und einfachsten Mitteln ist in acht Jahrzehnten ein flächendeckendes Netz der Hilfe entstanden, das heute von rund 3.400 Freiwilligen und rund 355 hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen wird. Dazu kommen Zivildienstleistende und Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Freiwilligen Sozialjahres.
Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf hob in ihrer Ansprache das Engagement der Belegschaft hervor: „Das Rote Kreuz Burgenland und dessen Arbeit ist seit jeher getragen von Menschen, die nicht nur ihre Zeit – davon auch oft viel kostbare Freizeit – sondern vor allem auch viel Kraft dafür aufgewendet haben, um für andere da zu sein. ‚Wir sind da, um zu helfen!‘ ist keine Floskel. Diese Worte spiegeln die gelebte Menschlichkeit der zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wider. Der stetige Einsatz für die Menschen verdient größten Respekt. Mein Dank gilt all jenen, die diese 80 Jahre Rotes Kreuz Burgenland geprägt haben. In diesen acht Jahrzehnten ist das Rote Kreuz Burgenland zu einem verlässlichen Partner für die Menschen gewachsen.“
Rot Kreuz Burgenland-Präsident Werner Krischka formulierte vor den anwesenden Gästen die künftige Ausrichtung des Verbandes: „80 Jahre Rotes Kreuz Burgenland erfüllen uns mit Dankbarkeit und auch mit Stolz auf das, was Generationen vor uns aufgebaut haben. Mein besonderer Dank gilt unseren freiwilligen und hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Zivildienstleistenden und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Freiwilligen Sozialjahres sowie unseren Funktionärinnen und Funktionären. Ebenso danke ich unseren Partnern und all jenen, die uns seit vielen Jahren verlässlich zur Seite stehen. Gleichzeitig ist dieses Jubiläum für uns ein Auftrag: Wir müssen das Rote Kreuz weiterentwickeln und für die Herausforderungen der Zukunft stark aufstellen. Unser Ziel muss sein, der nächsten Generation eine moderne und starke Organisation zu übergeben, die bei allem Wandel nie vergisst, worum es im Kern geht: für Menschen da zu sein.“
Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete die Ehrung von Leo Radakovits. Dem Vizepräsidenten und Bezirksstellenleiter überreichte Präsident Werner Krischka die Goldene Verdienstmedaille der Organisation.
Persönliche Rückblicke steuerten Landesrat Leonhard Schneemann – einst selbst als Zivildiener, Rettungssanitäter und Ortsstellenleiter in Oberkohlstätten tätig – und Bundesrettungskommandant Gerry Foitik bei. Durch das Programm führte Pressesprecher Manuel Komosny. Ein Quartett der Joseph Haydn Privathochschule (JHP) übernahm die musikalische Gestaltung der Veranstaltung, die mit der Burgenländischen Landeshymne schloss.