Leitha: Rückblick einsatzreicher Tage und Einschätzung der Lage
Feuerwehr-Bilanz
Die Feuerwehren des Neusiedler Bezirks waren seit Montag auf Hochtouren im Einsatz, um an der Leitha Maßnahmen für den Hochwasserschutz zu setzen. Mittlerweile geht der Pegel zurück, Entwarnung kann aber noch nicht gegeben werden
Drohnenbild, der über die Ufer getretenen Leitha bei Zurndorf am 16. September 2024.
© Presseteam BFKDO Neusiedl am See / zVg
Nach den schweren Unwettern mit extremen Niederschlägen am Wochenende in Niederösterreich erreichten die Hochwasserpegel der Leitha am Monatg (16. Septmeber) auch das Nordburgenland. Einsatzreiche Tage der Freiwilligen Feuerwehren folgten. In einer Aussendung ließ das Presseteam des Bezirkskommando Neusiedl am See die vergangenen Tage Revue passieren.
Vergangenen Montag starteten die Einsätze mit einer Lagebesprechung des Bezirksführungsstab des Bezirksfeuerwehrkommandos mit den betroffenen Feuerwehren im Feuerwehrhaus Zurndorf. Hier ging es darum, die Gefahrenlage zu evaluieren und mögliche Erstmaßnahmen zum Hochwasserschutz zu besprechen.
© Presseteam BFKDO Neusiedl am See / zVg
Drohneneinsatz zur Lagebeurteilung
Der Bezirksführungsstab (BFüst) wird bei Großschadensereignissen hochgefahren. Er bietet in enger Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft Neusiedl am See, dem Landesführungsstabs des Burgenländischen Landesfeuerwehrverbandes und anderen zuständigen Behörden als zentrale Stelle Unterstützung in der Lagebeurteilung, der Maßnahmensetzung, dem Materialmanagement und der Koordination der eingesetzten Feuerwehren.
Zur besseren Lagebeurteilung wurde auch die Drohne Nord des Landesfeuerwehrverbandes mit Stützpunkt bei der Freiwilligen Feuerwehr der Freistadt Rust angefordert. Betroffen waren die Gemeinden Bruckneudorf, Potzneusiedl, Gattendorf, Zurndorf und Nickelsdorf.
Im Bereich Bruckneudorf wurde am Montag um 17 Uhr Abschnittsalarm ausgelöst, um im Bereich Gärtnergasse den Damm auf einer Länge von ca. 120 Metern mit Sandsäcken zu erhöhen, damit die prognostizierten Wassermassen im Ernstfall zurückgehalten werden können und nicht das Siedlungsgebiet überschwemmen.
Biber beschädigten Dämme
Auch in Zurndorf wurde bereits Anfang der Woche mit der Verstärkung von bekannten, durch Biber geschwächten, Dammstellen mittels Sandsäcken begonnen und vorsorglich wurden tausende Sandsäcke zusammen mit anderen Feuerwehren vorab gefüllt und gelagert. Die Pegel wurden ständig überwacht und die Lage neu beurteilt.
Die Pegelstände der Leitha stiegen unterdessen weiter an, sodass am Mittwoch (17. September) auch hier weiterer Feuerwehrabschnitte nachalarmiert wurden, um Sandsäcke zu füllen und die Dämme weiter zu stabilisieren und zu verstärken.
Verklausungen: Unterstützung des Bundesheeres und des Katastrophenhilfszugs
In Gattendorf setzten sich starke Baumstämme im Bereich der Schleuse fest und führten zu Verklausungen. Hier wurde am Mittwoch das Bundesheer zur Unterstützung bei der Entfernung der Verklausung angefordert.
In Nickelsdorf dürfte angesiedelte Biber Dämme teilweise stark geschwächt haben, sodass auch diese verstärkt werden mussten. Auf einer Länge von ca. 2 Kilometern kümmerte sich hier das Straßenbauamt um die Verstärkung. Zum Schutz der Kläranlage Nickelsdorf wurde am Mittwoch Nachmittag auch ein Katastrophenhilfszug des Bezirksfeuerwehrkommandos Eisenstadt-Umgebung angefordert, die die tiefer liegenden Schalthäuser mit Sandsackbarrieren sicherten.
Der Bezirksführungsstab (BFüst) Neusiedl am See war auch in ständigem Kontakt mit dem ebenfalls aktiven BFüst Eisenstadt-Umgebung und bekam aus dem Nachbarbezirk auch noch etliche Sandsäcke geliefert.
Pegel sank erst ab Donnerstag
Am Donnerstag konnte bei den ständigen Dammwachen und Pegelkontrollen endlich ein Rückgang des Wasserpegels festgestellt werden.
Von einer Entwarnung könne aber noch nicht gesprochen werden. Die Entwicklungen müssen bis Ende dieser bzw. Anfang nächster Woche abgewartet werden, so das Presseteam des Bezirksfeuerwehrkommandos Neusiedl am See.
Ein großer Dank geht an alle eingesetzten Einsatzkräfte und beteiligten Organisationen. Speziell an die Stützpunkte der FF Zurndorf und der FF Bruckneudorf für die bereitgestellte Infrastruktur sowie die Verpflegung der Mannschaften. Ohne die ehrenamtliche Bereitschaft und das unermüdliche Engagement der Freiwilligen Feuerwehren wäre diese Ausnahmesituation nicht bezwingbar!