Heftiges Unwetter: Sintflutartige Zustände und erhebliche Schäden

Bezirk Mattersburg

Unvorstellbare Wassermassen gingen am Samstag nieder, große Teile des Burgenlandes waren betroffen, für den Bezirk Oberwart galte der Katastrophenfall. Auch der Bezirk Mattersburg war schwer betroffen. In Baumgarten gab es sintflutartige Zustände, auch in Draßburg kam es zu erheblichen Schäden.

Heftiges Unwetter: Sintflutartige Zustände und erhebliche Schäden

© Facebook / Feuerwehr Draßburg

In Baumgarten fielen in kürzester Zeit über 50 Liter pro Quadratmeter, was den Abfluss des Nodbachs komplett überforderte. Der Kanal, welcher den Nodbach unter Baumgarten durchführt, konnte die enormen Wassermassen nicht mehr aufnehmen, sodass das Wasser überirdisch seinen Lauf nahm und so auch den Weg in zahlreiche Keller fand.

Um 16:19 Uhr wurde die Baumgartener Feuerwehr erstmals alarmiert. „Da relativ schnell klar war, dass wir dieses Ausmaß nicht alleine bewältigen können, wurde Verstärkung angefordert. Gemeinsam mit den Feuerwehren Draßburg, Loipersbach, Stöttera und Pöttelsdorf wurden 14 Einsätze abgearbeitet“, wird auf der der Facebook-Seite der FF Baumgarten festgehalten.

Hauptschwerpunkte waren die Hauptstraße selbst, die über eine Stunde für Reinigungsarbeiten gesperrt werden musste, die Tiefgarage der Wohnungen in der Schulgasse und der Grabengasse, wo mehrere Keller stark unter Wasser waren.

Außerdem ist auch die Rosengasse bis auf weiteres gesperrt (Stand Sonntagvormittag), da dort der Asphalt unterspült und aufgerissen wurde. Bis um 2 Uhr früh waren die Einsatzkräfte mit den Auspump-, Räumungs- und Reinigungsarbeiten beschäftigt. Insgesamt waren in Baumgarten über 70 Feuerwehrmänner und -frauen im Einsatz, davon 22 von der Freiwilligen Feuerwehr Baumgarten.

„Vielen Dank nochmals vor allem an die FF Loipersbach, die FF Draßburg, die FF Stöttera und die FF Pöttelsdorf für eure ausdauernde Unterstützung und die reibungslose Zusammenarbeit! Es war wirklich ein außergewöhnlicher Einsatz, der hoffentlich einzigartig bleibt“, wird von Seiten der FF Baumgarten festgehalten.

Fotos aus Baumgarten:

Auch in der Nachbargemeinde Draßburg wüteten die Wassermassen.

Die Baumgartnerstraße stand im Bereich des Kreisverkehrs aufgrund der enormen Regenmenge unter Wasser. Von der Feuerwehr Draßburg ein PKW in der Mühlgasse mittels Kran geborgen werden. Außerdem wurde die Wehr noch vereinzelt zu Pumparbeiten beordert.

Nachdem alle Einsätze innerhalb unserer Ortschaft abgearbeitet waren, fuhr die Feuerwehr Draßburg den Kameraden der FF Baumgarten, wo sie bei den Auspumparbeiten unterstützten.

Anschließend wurden im Feuerwehrhaus noch die Gerätschaften und Autos gereinigt und die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt. Die FF Draßburg stand mit insgesamt 20 Mann und 3 Fahrzeugen im Einsatz.

„Wir bedanken uns bei der FF Neudörfl, welche uns bei der Fahrzeugbergung unterstützte“, wird von der FF Draßburg auf deren Facebook-Seite festgehalten.

Fotos aus Draßburg:

Update Montag 10. Juni

Das Bezirksfeuerwehrkommando Mattersburg gab bekannt, dass am Samstagnachmittag, 8. Juni 2024, aufgrund der schweren Unwetter im Bezirk Mattersburg 19 Feuerwehren mit rund 345 Mitgliedern und 52 Fahrzeugen zu über 134 Einsätzen ausrücken mussten.

Keller wurden ausgepumpt, Straßen freigemacht und Verschlammungen entfernt.

Im Feuerwehrhaus Mattersburg tagte der Bezirksführungsstab mit Bezirkshauptmann-Stellvertreter Gerhard Kögl und Bezirksfeuerwehrkommandant Adi Binder, die sich auch vor Ort ein persönliches Bild von der Schadenslage verschafften.

Unwettereinsatz in Zemendorf

Auch in Zemendorf war die Feuerwehr aufgrund des Unwetters im Einsatz. Unter anderem musste nach einem durch die Wassermassen verursachten Verkehrsunfall ein Auto geborgen werden. Danach wurde die Feuerwehr Schattendorf bei Pump- und Reinigungsarbeiten unterstützt.

Unwetter-Einsätze in Hirm

In Hirm heulte am Samstag, 8. Juni, knapp vor 16 Uhr die Sirene und die Feuerwehr musste zu mehreren Einsatzadressen im Ortsgebiet ausrücken.

An zehn Einsatzorten mussten überflutete Keller ausgepumpt und gesäubert und verschmutzte Straßen gereinigt werdeb. Eine Herausforderung stelle ein eingestürztes Dach dar, das den Wassermassen nicht mehr Stand gehalten hatte. Die Feuerwehr Mattersburg rückte zur Unterstützung aus: Mit dem Schweren Rüstfahrzeug wurden Teile des Daches entfernt und gesichert abgelegt.

Nach knapp sieben Stunden konnte die Feuerwehr Hirm wieder ins Feuerwehrhaus einrücken.

FF Forchtenau im Unwettereinsatz

Die Feuerwehr Forchtenau musste aufgrund des Unwetters zu einer Fahrzeugsicherung ausrücken, Straßen reinigen, Keller auspumpen und Sandsäcke füllen.

Neustift an der Rosalia: Sicherungsarbeiten

Die FF Neustift an der Rosalia stand wegen der Unwetterschäden mit allen Fahrzeugen und 21 Mitgliedern rund 3:40 Stunden im Einsatz. Sandsäcke mussten gefüllt und ein Hochwasserschutz hergestellt werden.