Asbest-Messungen: ÖVP will mehr, Grüne sehen „Inszenierung“
Flächendeckende Forderung
Greenpeace hat erneut gewarnt, die Taskforce des Landes hat die Arbeit aufgenommen und misst die Asbest-Belastung der Luft. ÖVP-Landesparteichef Zarits verlangt das jetzt für das gesamte Burgenland, Landeshauptmann-Stellvertreterin Haider-Wallner spricht von einer „parteipolitischer Inszenierung nach Art der ÖVP“.
© Greenpeace, Mitja Kobal, MITJA KOBAL
Verschärfte Maßnahmen fordert die Volkspartei zur möglichen erhöhten Belastung mit krebserregenden Asbestfasern im Burgenland: „Umgehend flächendeckende und umfassende Kontrollen im ganzen Land“ sollte es nach ÖVP-Landesparteiobmann Christoph Zarits geben. der grünen-Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner warf er Versäumnisse vor, diese konterte.
Die Burgenländer hätten ein „Recht auf Sicherheit und klare Informationen“, argumentierte der ÖVP-Landesparteichef und Nationalratsabgeordnete den Vorstoß. Die derzeitige Situation verunsichere viele Menschen. Es brauche die rasche Erkennung von Gesundheitsrisiken und transparente Aufklärung.
Ins Visier nahm Zarits insbesondere die für Umwelt sowie Natur- und Bodenschutz zuständige Landeshauptmann-Stellvertreterin. Bedenklich sei, „dass es bereits vor rund einem halben Jahr erste Anzeichen für eine erhöhte Asbest-Belastung im Südburgenland gegeben hat“, meinte der ÖVP-Chef. Dabei brauche es gerade bei einem „Gesundheitsrisiko dieser Größenordnung“ frühzeitige Konsequenz, klare Zuständigkeiten und ein transparentes Krisenmanagement.
Anja Haider-Wallner konterte am Samstag prompt gegenüber der APA. Sie sprach von „parteipolitischer Inszenierung nach Art der ÖVP“, während für die rot-grüne Landesregierung der „Schutz der Gesundheit der Burgenländerinnen und Burgenländer“ im Mittelpunkt stehe. Die Landeshauptmann-Stellvertreterin ortete jedenfalls keinerlei Versäumnis.
„Nach Bekanntwerden erster Messergebnisse der Amtssachverständigen für Luftreinhaltung ordnete die Behörde zur Verifizierung weitere Messungen an, die schließlich zur Schließung der Steinbrüche führten“, erinnerte sie an entsprechende Maßnahmen zu Beginn des Jahres. Aktuell setze das Land „gemeinsam Schritte im Sinne der Vorsorge“ und kläre „sachlich, transparent und auf Basis wissenschaftlicher Kriterien den Gehalt von Asbest-Fasern in der Luft ab“, spielte Haider-Wallner auf die eingesetzte Taskforce „Vorsorgeabklärung Luftqualität“ an.
Greenpeace hatte vergangene Woche, wie berichtet, eine Analyse veröffentlicht, bei der an neun Standorten in Rechnitz, Oberwart und Neumarkt im Tauchental eine Asbestbelastung im Gestein festgestellt wurde. Diese Woche kamen drei Standorte hinzu.
Betroffen waren dabei der Spielplatz der Fast-Food-Kette McDonald's in Oberpullendorf, der Asfinag-Rastplatz Mogersdorf auf der S7 und der Businesspark Steinberg-Dörfl. McDonald's ließ daraufhin den Schotter vom Spielplatz entfernen. Die Asfinag sperrte den Rastplatz.
Das Land richtete dann am Montag die erwähnte Taskforce ein, die die Belastung mit krebserregenden Asbestfasern in der Luft erheben soll. Denn es sei nicht das Vorhandensein von Asbest im Gestein ausschlaggebend, sondern die Belastung in der Luft bzw. inwiefern die Fasern freigesetzt werden, betonte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ).
Die Taskforce soll die Belastung in der Luft erheben und daraus etwaige Maßnahmen ableiten. Hinweise auf eine akute Gesundheitsgefährdung gebe es keine, unterstrich Doskozil. Der Landeschef wies auch die Kritik von Greenpeace mehrfach zurück, wonach „wochenlange Luftmessungen“ nicht ausreichend seien, um mögliche Risiken abzuwenden. Die Umweltschutzorganisation hatte Sofortmaßnahmen des Landes verlangt.