Olympiasieger und Weltmeister: Der goldene Yachtclub-Sommer
Formula Kite und Segeln
Präsident Alexander Kohlendorfer und zahlreiche Mitglieder des Yachtclubs Podersdorf bejubelten den Olympiasieg von Valentin Bontus. Es war die absolute Krönung eines ohnehin bereits erfolgreichen Sommers, wurden die Clubmitglieder Angelika Kohlendorfer und Calvin Claus schließlich im Juli Weltmeister im Tornado.
Lautstarker Empfang: Olympiasieger Valentin Bontus wurde – so wie die weiteren Medaillengewinner, die noch in Paris weilten und heimgeflogen waren – am Flughafen Wien-Schwechat von zahlreichen Fans begrüßt.
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„Natürlich ist das für uns ein Riesending. Es hat einige Freudentränen gegeben, ganz klar.“ Alexander Kohlendorfer zeigte sich auch noch zu Wochenbeginn im Gespräch mit der BVZ begeistert vom Auftritt des nunmehr prominentesten Clubmitglieds Valentin Bontus. „Die Coolness musst du einmal haben, so zu performen. Ich weiß nicht, woher er mit seinen 23 Jahren die Routine hergenommen hat, die er in jeder Hinsicht bewiesen hat.“
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Die Freude auf Yachtclub-Seite war jedenfalls riesig. Auch wenn sich Bontus mit seinem Entschluss der Formula Kite-Professionalisierung vor rund drei Jahren de facto nicht mehr länger vor Ort aufgehalten hat. „Sein Großvater war ein Jugendfreund von mir, die Familie hatte bei uns bis vor einem Jahr eine Kabane. Begonnen hat er hier als ganz normaler Kiter, der ständig am See war. Speed-Kiten geht bei uns aber nicht. Dennoch ist er uns als Mitglied nach wie vor verbunden.“

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Starke Sprüche, vor allem aber starke Performance
Sowohl am olympischen Wasser vor Marseille, als auch danach bei den Interviews präsentierte sich Bontus jedenfalls souverän, einige Sager inklusive. Von dem einen oder anderen Bier, das im Zuge des Feierns „gezwitschert“ wurde, über den Umstand, dass er mit seinen 105 Kilogramm durchaus auch die nötige Masse für den Kitesport mitbringt („Fat is fast. Und fast is sexy.“) bis hin zur Erklärung seines speziellen Outfits am Wasser mit einem Skianzug ganz in Weiß war alles dabei.
„Er ist weiß, weil ich spät dran war mit der Entscheidung, ob ich das mit dem Skianzug mache. Ich war in Vorarlberg bei der Schneiderin, dann bin ich nach Marseille zum Trainieren, habe ihn probiert, es hat alles gepasst. Dann war es mir zu mühsam, ihn nach Hause zu bringen und bedrucken zu lassen. Ich habe gesagt, jetzt lassen wir ihn weiß. Mein Brett ist auch weiß. All white - wir waren jetzt der weiße Blitz. Mit der Goldmedaille behalten wir ihn vielleicht einfach so, er hat Glück gebracht,“ so Bontus im APA-Interview. Auch ein Vergleich mit Kung Fu Panda ließ die Sportöffentlichkeit schmunzeln.
Doch das Schmunzeln war nur eine Komponente. Der viel wichtigere Aspekt war, dass Bontus das Publikum ob seiner starken und souveränen Leistungen zum Staunen brachte, als er im Finale um die Medaillen nichts anbrennen ließ und alle drei Wettfahrten mit dem besseren Speed für sich entscheiden konnte. Speziell vor der allerletzten Wettfahrt hat Alexander Kohlendorfer schon gewusst, dass es Gold wird. Grund: Der abgebrühte und unglaublich schnelle Valentin Bontus auf der einen Seite, aber auch das technische Equipment auf der anderen Seite. „Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass Vali das schnellste Material hat.“
Dahinter steckt übrigens auch ein weiteres Kind des Neusiedler Sees: Roman Hagara. Der Segel-Doppel-Olympiasieger von Sydney 2000 und Athen 2004 im Tornado ist mittlerweile Technischer Leiter im Österreichischen Segelverband und als solcher auch in Materialfragen ein wesentlicher Faktor. Kohlendorfer bestätigt das: „Roman ist einer der größten Tüftler, die es gibt. Das hat sich ganz sicher ausgezahlt.“
Im September, wenn Valentin Bontus aus seinem Urlaub zurückgekehrt ist, soll ihm auch in Podersdorf eine entsprechende Olympia-Ehrung zuteil werden. Party vor Ort inklusive, so gut kennt Alexander Kohlendorfer Neo-Olympiasieger Valentin Bontus schon, dass er weiß, was dem Kiter aus Leidenschaft taugt. „Wir werden ihm bei uns im Club eine Freude machen – so, wie er es mag.“
Weltmeisterliches Duo, Nachwuchs inklusive
Schon vor dem Olympiasieg von Bontus gab es im Yachtclub Podersdorf übrigens Grund zum Jubeln. Unmittelbar vor Beginn der Spiele hatte die Tornado-Klasse (dieser Katamaran, mit dem Hagara Doppel-Olympiasieger wurde, ist beim Olympia-Programm mittlerweile vom Nacra17 ersetzt) vor Rimini ihr Highlight mit der Weltmeisterschaft.

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Dabei setzten sich mit Angelika Kohlendorfer und Calvin Claus zwei Yachtclub-Athleten die WM-Krone auf. Sehr zur Freude von Vater und Clubpräsident Alexander Kohlendorfer: „Sie haben sich bei Bedingungen mit gemäßigten Winden wirklich souverän durchgesetzt und klar gewonnen.“ Und auf einer anderen Ebene folgt hier gleich das nächste Erlebnis: In vier Monaten erwartet das WM-Paar ihr erstes Kind.

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