6.200 Behandlungen: Ein starkes Signal für Frauen
Frauengesundheit Güssing
Nach mehr als einem Jahr ohne gynäkologische Kassenversorgung wurde am Hauptplatz ein öffentliches Ambulatorium aufgebaut. Die erste Bilanz zeigt deutlich, wie stark das Angebot angenommen wird.
Franz Öller, Stephan Kriwanek, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Gynäkologin Irisz Balint und Bürgermeister Vinzenz Knor beim Startschuss für die gynäkologische Versorgung in Güssing im Dezember 2024. Eine erste Bilanz zeigt den hohen Bedarf in der Region.
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Als die gynäkologische Kassenstelle in Güssing über ein Jahr lang unbesetzt war, entstand eine spürbare Lücke in der medizinischen Versorgung. Für viele Frauen bedeutete das längere Wege, Wartezeiten oder zusätzliche Kosten bei Wahlärzten. Routineuntersuchungen wurden verschoben, Vorsorge wurde komplizierter und der Zugang zu wohnortnaher medizinischer Betreuung war plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr.
Mit der Eröffnung der „Frauengesundheit Burgenland“ wurde bewusst ein neuer Weg eingeschlagen: ein öffentlich betriebenes Ambulatorium mit klarer Ausrichtung auf eine wohnortnahe Versorgung auf Kassenbasis.
Ziel war es nicht nur, eine offene Stelle zu ersetzen, sondern Versorgung dauerhaft abzusichern und unabhängig von der Besetzung einzelner Kassenstellen zu machen.
„Wir haben es geschafft, in einem Bereich Versorgung sicherzustellen, wo andere nur Probleme verwalten. Wir warten nicht auf Konzepte, wir setzen sie um. Dieses Projekt zeigt: Wenn Kassenplanstellen über längere Zeit nicht besetzt werden können und der niedergelassene Bereich an seine Grenzen stößt, übernimmt das Land Burgenland Verantwortung – über den Spitalsträger und im Interesse der Menschen“, freut sich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.
Erste Bilanz zeigt den hohen Bedarf in der Region
Eine erste Bilanz fällt deutlich aus. Rund 6.200 Untersuchungen und Behandlungen zeigen nicht nur die hohe Auslastung, sondern vor allem den tatsächlichen Bedarf in der Region. Ein wesentliches Ziel ist dabei die enge Zusammenarbeit mit den öffentlichen Kliniken. Bei Bedarf ist eine rasche weiterführende Behandlung in der Klinik Oberwart möglich. Gleichzeitig steht die Einrichtung für einen strukturellen Ansatz, der über den Standort Güssing hinausreicht. „Unser langfristiges Ziel ist es, an den Klinikstandorten der Gesundheit Burgenland Gesundheitszentren zu errichten. Diese sollten gesundheitsspezifische Dienstleistungen in Wohnortnähe bieten, angefangen von der Grundversorgung bis hin zu Spezialisierungen“, betont Franz Öller, Geschäftsführer der Gesundheitsservice Burgenland.
Betrieben wird die Einrichtung von der Gesundheitsservice Burgenland, einer landeseigenen Gesellschaft. Mit Irisz Balint konnte die gynäkologische Versorgung wieder aufgebaut werden. Seit Juli 2025 verstärkt Dieter Pietsch das Team und erweitert damit das medizinische Angebot. Das Leistungsspektrum reicht von Vorsorgeuntersuchungen über Ultraschall und HPV-Diagnostik bis hin zur Betreuung im Rahmen des Eltern-Kind-Passes. Auch bei Beschwerden, Fragen zur Familienplanung oder Wechselproblemen steht die Einrichtung als erste Anlaufstelle zur Verfügung. Eine eigene Sprechstunde für Mädchen ergänzt das Angebot zusätzlich und schafft einen niederschwelligen Zugang für junge Patientinnen.