So viele Einsätze flog der neue Rettungsheli in seinem ersten Jahr
Frauenkirchen
Der Notarzthubschrauber Christophorus 18 ist seit einem Jahr fix in Frauenkirchen stationiert. 1.208 Einsätze im Jahr 2025 zeigen die Bedeutung des neuen Stützpunkts für die Akutversorgung im nördlichen Burgenland.
ÖAMTC Stützpunkt Frauenkirchen
© McArthurGlen Designer Outlet ParndorfDaniel Bointne
Der ÖAMTC-Notarzthubschrauber Christophorus 18 hat sich im Jahr 2025 am Standort Frauenkirchen etabliert. Vom neuen Stützpunkt aus absolvierte die Crew 1.208 Einsätze. Damit startete der Hubschrauber erstmals ein volles Einsatzjahr von Frauenkirchen aus und erreichte nahezu die gleiche Alarmierungszahl wie Christophorus 16 in Oberwart mit 1.215 Einsätzen.
Die Verlegung des Stützpunkts nach Frauenkirchen erfolgte Anfang 2025. Am 9. Jänner wurde die Anlage offiziell eröffnet, am 24. Jänner bezog die Mannschaft ihre neue Basis. Zuvor war Christophorus 18 seit dem 1. April 2024 von einem Interimsstandort in Wiener Neustadt aus im Einsatz.
Mit dem Regelbetrieb in Frauenkirchen änderten sich die Einsatzbedingungen grundlegend. Die zentrale Lage ermöglicht kürzere Anflugzeiten zu Notfallorten im nördlichen Burgenland und darüber hinaus. „Hinter jeder Alarmierung steht ein Mensch in einer Ausnahmesituation. Unsere Aufgabe ist es, in diesen Momenten schnellstmöglich hochqualifizierte medizinische Hilfe an den Notfallort zu bringen“, sagt Marco Trefanitz, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung.
Der neue Stützpunkt wurde speziell für die Anforderungen der Flugrettung konzipiert. Zur Infrastruktur zählen ein beheizter Hangar, ein Einsatzraum mit Arbeitsplätzen sowie Aufenthalts- und Ruheräume für die Crew. Eine österreichweit erste Desinfektionsschleuse ermöglicht die rasche und sichere Reinigung der Ausrüstung und verhindert Kontaminierungen innerhalb der Räumlichkeiten.
Ergänzt wird der Standort durch einen Trainingshügel für Einsatzübungen. Beim Bau wurde auf Nachhaltigkeit geachtet, unter anderem mit einer Photovoltaikanlage und Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Die Rahmenbedingungen sollen Effizienz und Sicherheit im Einsatzbetrieb erhöhen.
Das Einsatzgeschehen rund um die Stützpunkte Frauenkirchen und Oberwart war 2025 vor allem von medizinischen Notfällen geprägt. Burgenländische Christophorus-Crews rückten in 1.421 Fällen zu internistischen und neurologischen Akuterkrankungen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen aus.
Unfälle im Arbeits-, Schul-, Freizeit- oder häuslichen Umfeld führten zu 424 Alarmierungen, zu Verkehrsunfällen wurden die Hubschrauber 142-mal gerufen. Insgesamt handelte es sich bei 2.040 Einsätzen um sogenannte Primäreinsätze, bei denen Notärztinnen und Notärzte sowie Flugretterinnen und Flugretter direkt zum Einsatzort flogen, Patientinnen und Patienten versorgten und anschließend in ein geeignetes Krankenhaus transportierten.
Der Christophorus 18 ist Teil des österreichweiten Netzes der ÖAMTC-Flugrettung mit 18 ganzjährig verfügbaren Notarzthubschraubern. Österreichweit wurden die Crews im Jahr 2025 zu 21.650 Rettungsflügen alarmiert. Für den Standort Frauenkirchen markiert das erste volle Einsatzjahr einen stabilen Schritt in der notfallmedizinischen Versorgung der Region.