Parndorf: Neue Uniform, viele Einsätze und Höhenrettung
Freiwillige Feuerwehr
Die FF Parndorf geht heuer gleich in mehrfacher Hinsicht neue Wege: beige-goldene statt schwarz-blaue Uniformen, ein rekordverdächtiges Einsatzjahr und als erste Feuerwehr im Burgenland eine eigene Höhenrettungsgruppe.
© Klaus Zwinger
Wer die Freiwillige Feuerwehr Parndorf dieser Tage bei einem Einsatz erlebt hat, dem sind vielleicht die Uniformen der Einsatzkräfte aufgefallen. Statt der im Burgenland üblichen schwarzblauen Einsatzuniform tragen die Florianis bei Einsätzen im Freien eine beige-goldene Uniform. Die Entscheidung für die neue Uniform kam nicht von ungefähr. Kommandant Stefan Walltentich berichtet ist die Parndorfer Feuerwehr häufig bei Verkehrseinsätzen tätig, gerade in den Sommermonaten. Die neue Uniform bringt als Ergänzung zur schweren Schutzausrüstung einige Vorteile mit sich: So erhöht die helle Farbe die Sichtbarkeit erheblich, so dass sogar das separate Anlegen von Warnwesten überflüssig wird.
Zweitens entwickelt sich unter der helleren Ausrüstung deutlich weniger Hitze und drittens lassen sich Verunreinigungen und Kontaminationen durch Flüssigkeiten aller Art auf dem hellen Untergrund sofort erkennen. Für Brandeinsätze in Innenräumen bleibt man aber weiterhin bei der schweren, schwarzblauen Uniform.
© Klaus Zwinger
Ein ungewöhnlich starkes Einsatzjahr
Das Jahr 2026 zeichnet sich als eines mit besonders vielen Feuerwehreinsätzen ab. Während die Feuerwehr Parndorf im gesamten letzten Jahr 169 Einsätze verzeichnete, waren es bis zum 23. Juni dieses Jahres waren es bereits 130 Einsätze. Zum Vergleich: im Vorjahr, welches ein relativ durchschnittliches Jahr abbildete, lag man zur selben Zeit bei 50 Einsätzen.
Was steckt dahinter? Eine klare Antwort fällt laut Kommandant Wallentich schwer. Mehrere Faktoren dürften zusammengespielt haben: die Schneeverwehungen im Februar, die Baustelle auf der A4 sowie mehrere Flurbrände im April. Insgesamt rechnet Wallentich mit bis zu 250 Einsätzen in diesem Jahr.

© Klaus Zwinger
Burgenlands erste Höhenrettungsgruppe
Noch bemerkenswerter ist eine weitere Entwicklung in der Feuerwehr Parndorf: Die Feuerwehr hat als erste im Burgenland eine spezialisierte Höhenrettungsgruppe gebildet. Vier Kameraden, darunter auch Kommandantstellvertreter Manuel Samwald, haben ihre Ausbildung bereits abgeschlossen und sind seit heuer offiziell im Einsatz, vier weitere befinden sich noch in der Ausbildung. Ausschlaggebender Punkt war dabei laut Samwald der Bedarf in der Region.
Während es bislang aufgrund der flachen Ebene schlichtweg keinen Grund für eine Höhenrettungsgruppe im Burgenland gab, hat sich das in den letzten Jahren und Jahrzehnten mit immer weiter wachsenden Windparks geändert. Dazu kommen Hotels, Wohnblöcke und andere mehrgeschossige Gebäude, bei denen Höhenrettung relevant werden kann. Offiziell gestartet wurde die Gruppe vor zwei Jahren, seit Jahresbeginn ist sie aktiv im Einsatz.