Neue Spezialambulanz in der Klinik Oberwart startet ab Oktober

Für ME/CFS-Erkrankte

Ab Oktober startet in der Klinik Oberwart eine spezialisierte Ambulanz für die neurologisch und immunologisch bedingte Erkrankung ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom). Ergänzend dazu bietet das Reduce Gesundheitsresort Bad Tatzmannsdorf ein mehrwöchiges stationäres Therapieprogramm an.

 Andreas Leitner (Geschäftsführer Reduce Gesundheitsresort) mit Dr.in Veronika Matzi (Ärztliche Direktorin der Klinik Oberwart) und Dr. Engelbert Jeindl verfolgen gemeinsam das Ziel, die medizinische Versorgung von am ME/CFS erkrankten Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Andreas Leitner (Geschäftsführer Reduce Gesundheitsresort) mit Dr.in Veronika Matzi (Ärztliche Direktorin der Klinik Oberwart) und Dr. Engelbert Jeindl verfolgen gemeinsam das Ziel, die medizinische Versorgung von am ME/CFS erkrankten Patientinnen und Patienten zu verbessern.

© Gesundheit Burgenland

Die neue ME/CFS-Ambulanz in der Klinik Oberwart öffnet ab Oktober jeden Dienstag von 14 bis 18 Uhr nach telefonischer Voranmeldung. Für die Terminvereinbarung steht die Rufnummer 05 7979 37170 sowie die E-Mail-Adresse: kontakt.mecfs@gesundheit-burgenland.at zur Verfügung. Die Leitung der Ambulanz übernimmt Dr. Engelbert Jeindl. Über die Zuweisung zum sechswöchigen Therapieprogramm in Bad Tatzmannsdorf entscheiden die behandelnden Ärztinnen und Ärzte, wobei eine selbstständige Fortbewegung der Patientinnen und Patienten zu den Voraussetzungen gehört.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betont die Bedeutung der neuen Strukturen: „ME/CFS ist längst keine Randerscheinung mehr, sondern eine ernstzunehmende gesundheitspolitische Herausforderung. Betroffene brauchen eine verlässliche Versorgung, die ihre Erkrankung ernst nimmt und ihren besonderen Bedürfnissen gerecht wird. Wie versprochen, haben wir die dafür notwendigen Strukturen geschaffen, um diese Versorgung dauerhaft sicherzustellen.“

Ein kompletter Therapiezyklus im Reduce Gesundheitsresort dauert sechs Wochen. Das medizinische Konzept basiert auf einem ganzheitlichen und multiprofessionellen Ansatz, der von Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen sowie Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten getragen wird. Auf dem individuell abgestimmten Behandlungsplan stehen unter anderem orthomolekulare Substitutionstherapien inklusive Antioxidantien, Gesprächstherapien, Physiotherapie und Kälteanwendungen.

Die ärztliche Direktorin der Klinik Oberwart, Dr.in Veronika Matzi, erklärt den dahinterstehenden medizinischen Ansatz: „Wir verfolgen einen neuen Ansatz, bei dem die orthomolekulare Substitutionstherapie in Kombination mit einer individualisierten Bewegungstherapie eine wesentliche Rolle spielen. Die Erfahrungen damit sind sehr vielversprechend.“ Andreas Leitner, Geschäftsführer des Reduce Gesundheitsresorts, ergänzt: „Wir konnten im Rahmen unseres Long/Post Covid Regenerations-Programmes sehr gute Erfahrungen sammeln. Für ME/CFS-Betroffene haben wir nun ein eigens auf ihre Symptomatiken und Bedürfnisse zugeschnittenes spezialisiertes Therapieangebot in Kooperation mit der Klinik Oberwart entwickelt. Der Durchlauf mit einer ersten internen Testgruppe brachte zahlreiche positive Rückmeldungen.“ Zusätzlich ist die Einbindung und Aufklärung von Angehörigen vorgesehen.

In Österreich leiden schätzungsweise rund 80.000 Menschen an ME/CFS, wobei die Dunkelziffer höher eingeschätzt wird. Die Erkrankung wird häufig durch schwere Viruserkrankungen ausgelöst und geriet seit dem Ausbruch von COVID-19 stärker in das gesellschaftliche Bewusstsein. Die Diagnose erfolgt klinisch anhand einer typischen Symptomkonstellation nach dem Ausschluss anderer Krankheiten, da ein eindeutiger Biomarker oder Laborwert bisher fehlt.

Zu den Hauptsymptomen gehören eine ausgeprägte, anhaltende Erschöpfung (Fatigue), eine stark eingeschränkte körperliche und geistige Belastbarkeit, Muskelschmerzen, Schwindel und Atemnot, die oft zu sozialem Rückzug der Erkrankten führen. Dr.in Veronika Matzi fasst das übergeordnete Ziel zusammen: „Wir wollen diese Menschen langsam wieder ins normale Leben zurückführen, das ist unser Auftrag. Die neue Ambulanz und das stationäre Therapieangebot sind wesentliche erste Schritte dazu.“

Weitere Details zum neuen Angebot präsentieren Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und seine Stellvertreterin Anja Haider-Wallner im Rahmen der Regierungsklausur am 5./6. Oktober.