Der MSV kommt nicht zur Ruhe: Vorwürfe von Ex-Funktionär Toni Piller

Fußball

Für großes Aufsehen und Wirbel sorgte der Rücktritt von MSV-Obmann Manfred Strodl. Nun meldet sich Toni Piller zu Wort. Er trat mit Manfred Strodl gemeinsam aus dem Vorstand aus und schiebt die „Schuld“ an den Vorkommnissen dem jetzigen Obmann Mauro Abdohodzic zu. Dieser entgegnet, dass „es mehrere Personen gibt, die diese Aussagen widerlegen können.“

Im Pappelstadion läuft's für den MSV 2020 hervorragend, rund um den Verein gibt es weiter Unruhe.

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© Martin Ivansich

Wie die BVZ berichtete, gab es zunächst eine Zusammenkunft des Vorstandes am 3. April, bei der Manfred Strodl zurückgetreten sein soll. Nach dem Bad Sauerbrunn-Spiel am 5. April verkündete Strodl vor der Mannschaft in der Kabine, dass er weiterhin Obmann bleiben werde. Am 7. April dann die erneute Kehrtwende: Strodl trat tatsächlich zurück.

Dreieinhalb Seiten langes Schreiben

Toni Piller trat gemeinsam mit Manfred Strodl zurück. Er wandte sich in einem dreieinhalb Seiten langen Schreiben an die BVZ. Dort wird chronologisch aufgelistet, wie es laut Piller zum Rücktritt von Strodl gekommen sein soll. Piller schreibt unter anderem von einem „Putsch“ gegenüber Strodl, von einer Besprechung des Vorstandes, bei der Abdihodzic gesagt haben soll, dass bei einem Aufstieg in die Regionalliga Ost Trainer Kühbauer gehen müsse. Abdihodzic würde diverse Sponsoren „schlecht reden“ – nur drei der Vorwürfe, die von Piller aufgelistet werden. Hier gehen die Meinungen jedoch konträr auseinander; Abdihodzic weist diese Anschuldigungen von sich.

Zur Trainerdiskussion: Auf Nachfrage der BVZ, ob Piller auch persönlich bei dieser Zusammenkunft Ende Januar anwesend war, hielt er folgendes fest: „Nein, ich habe es im Grunde von Karl Strodl (Anm: Bruder von Manfred Strodl) erfahren, er war anwesend. Bei allen anderen Punkten, die ich angeführt habe, war ich jedoch selber mit dabei.“

Und zum „Putsch“ gegenüber Strodl verweist Piller unter anderem auf eine „Unterschriftenaktion gegen Manfred Strodl“. Dass Unterschriften von Vereinsmitgliedern gesammelt wurden, ist Fakt. Abdihodzic wollte eine außerordentliche Generalversammlung einberufen; mit der Zustimmung von zehn Prozent der Mitglieder ist dies möglich.

Piller hält in seinem Schreiben weiters fest, dass „Manfred mir gegenüber anmerkte, dass er keine Kraft mehr hätte, weder eine mediale Schlammschlacht eröffnen noch dem MSV 2020 als auch seine Familie sehr darunter leiden lassen wolle – und diese vor Rufschädigung schützen wolle.“

Ob nicht gerade mit diesem Schreiben eine mediale Schlammschlacht eröffnet wird? „Dies ist ja nicht das Schreiben von Manfred, dies kommt von mir und es ist nur meine Chronologie der Vorkommnisse“, so Piller.

Piller schreibt über Strodl: „Er ist eine hoch anständige, integre und ehrliche Person. Er hat mit dem MSV 2020 in Mattersburg etwas entstehen lassen, das noch keiner zuvor geschafft hat. Er sagte völlig zu Recht: 'Dieser Verein ist zu führen wie ein Unternehmen, da braucht man viel Herzblut, Liebe und vor allem engagierte Mitarbeiter, die ihre Aufgabe vertrauensvoll und gerne wahrnehmen.'“

Hier werden eine Menge an Rosen gestreut. Ob man einen Verein wie ein Unternehmen führen kann, sei jedoch dahingestellt. Fakt ist – seit der Vereinsgründung im Jahre 2020 gab es eine große Fluktuation an Funktionären. Und vor dem Rücktritt von Strodl gab es mit Toni Piller und Willi Stampf lediglich zwei Personen, die im Vorstand hinter Strodl standen. Welche Fehler hat hier Strodl begangen? „Seit ich im Vorstand bin, sind zwei Mitglieder aus privaten Gründen ausgeschieden. Manfred ist ein fordernder Mensch, dies steht außer Zweifel.“

Die BVZ konfrontierte Mauro Abdihodzic mit den Vorwürfen. Dieser stellt in den Raum, dass das Schreiben von Strodl selbst kommt. „Für sämtliche Punkte, die in der Kritik von Herrn Piller – oder genauer gesagt, von Herrn Manfred Strodl – geäußert wurden, gibt es mehrere Personen, die diese Aussagen widerlegen können“, hält Abdihodzic fest.

„Umfassende Klarstellung bei einer Generalversammlung“

„Viele dieser Punkte sowie weitere Themen hätten wir gerne in einem offenen Gespräch an einem runden Tisch mit Herrn Strodl und allen betroffenen Personen besprochen. Leider hat sich Herr Strodl bisher geweigert, an einem solchen Austausch teilzunehmen. Um sowohl den Verein als auch Herrn Strodl selbst nicht weiter zu belasten, werde ich an dieser Stelle nicht weiter ins Detail gehen. Eine umfassende Klarstellung wird im Rahmen der Generalversammlung erfolgen, wo alle Beteiligten die Gelegenheit haben werden, die Hintergründe und Tatsachen selbst zu erfahren“, so Abdihodzic abschließend.