Priester kicken in Olbendorf für den guten Zweck
Fußball
Ein Jubiläum, zwei Priesterteams und am Ende viele Sieger: Beim Fußballmatch der österreichischen gegen die slowenische Priesternationalmannschaft ging es in Olbendorf zwar sportlich zur Sache, doch im Mittelpunkt stand der gute Zweck. Österreich musste sich im Jubiläumsspiel zum 30-jährigen Bestehen der Nationalmannschaft mit 3:5 geschlagen geben.
Einlauf der Nationalmannschaften mit Generalvikar Michael Wüger (2.v.l.) und Schiedsrichter Landtagsabgeordneten Bernd Strobl (2.v.r.)
© Wolfgang Zarl
Fußball statt Kanzel
Am 17. August wurde in Olbendorf nicht gepredigt, sondern gekickt. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der österreichischen Priesternationalmannschaft war die slowenische Auswahl zum Jubiläumsmatch ins Burgenland gekommen. Organisiert wurde die Partie von Pfarrer Zdravko Gasparic, der zahlreiche Fans für das Fußballfest gewinnen konnte.
Auch einige prominente Zuschauer ließen sich das ungewöhnliche Duell nicht entgehen. Der burgenländische Generalvikar Michael Wüger und der Vorsitzende der Diözesansportgemeinschaft Österreichs, Sepp Eppensteiner, verfolgten die Partie ebenso wie der Olbendorfer Bürgermeister Wolfgang Sodl. Für ihn war der Abend ohnehin doppelt sportlich: Neben seiner Funktion als Bürgermeister und Fan führte er die Musikkapelle an. Landtagsabgeordneter Bernd Strobl wechselte dagegen die Perspektive und nahm als Schiedsrichter auf dem Spielfeld eine zentrale Rolle ein.
Seit 30 Jahren für den guten Zweck
Auf dem Rasen ging es um Tore, seit drei Jahrzehnten geht es bei der Priesternationalmannschaft aber auch um etwas anderes. Priester aus verschiedenen Diözesen und unterschiedlichen Nationalitäten treten gemeinsam an und verbinden Fußball regelmäßig mit sozialem Engagement.
Gegründet wurde die österreichische Priesternationalmannschaft vom burgenländischen Priester Željko Odobašić. Heute führt der 31-jährige Perchtoldsdorfer Kaplan Michael Semmelmeyer das Team als Kapitän an. Die Mannschaft sorgt bei ihren Spielen immer wieder für großes Publikumsinteresse und tritt auch bei den Priester-Europameisterschaften an. Zuletzt war sie im Februar im polnischen Lublin im Einsatz.
In Olbendorf zählte allerdings nicht nur das Ergebnis auf der Anzeigetafel. Der Reinerlös kommt kriegsbetroffenen Kindern sowie der Lebensmittelhilfe in der Ukraine zugute. Zusätzlich wurden eigens gefertigte Solidaritätsdressen mit der Ukraine verkauft. Pfarrer Gasparic engagiert sich bereits seit längerer Zeit für Hilfsprojekte in dem kriegsversehrten Land.
Eine Niederlage mit gutem Ausgang
Sportlich durfte sich diesmal die slowenische Priestermannschaft über den Sieg freuen. Österreich musste sich nach starkem Beginn mit 3:5 geschlagen geben. Für Sepp Eppensteiner war die Veranstaltung dennoch ein Erfolg: „Gratulation an die slowenischen Priester, an Pfarrer Gasparic für die Mobilisierung so vieler Fans und auch an die österreichische Nationalmannschaft zum Geburtstag und zum guten Spiel!“
Damit gab es in Olbendorf letztlich mehrere Gewinner: die slowenischen Priester auf dem Fußballplatz, die österreichische Mannschaft zum 30. Geburtstag und vor allem jene Menschen, denen die Einnahmen zugutekommen. Und auch die Bischöfe dürfen aufatmen: Augenscheinlich blieb das Jubiläumsmatch ohne Verletzte. Die Priester können am Sonntag also wieder zur gewohnten Aufgabe zurückkehren – zur Heiligen Messe.