Zwei Fünftausender, ein großes Abenteuer
Ganz oben am Elbrus
Was bei einem gemütlichen Terrassenfest in einem Lokal in Güssing als Idee begann, führte wenige Monate später auf zwei der höchsten und bekanntesten Berge des Kaukasus.
Drei Bergsteiger des Vereins "Maxwell Adventures" schafften es auf den höchsten Gipfel Russlands. V. l. Markus Jandrisevits, Mario Egger, Stefan Schneider.
© Markus Jandrisevits
Mario Egger, Stefan Schneider und Markus Jandrisevits überlegten gemeinsam, was das nächste große Abenteuer werden könnte. Die Antwort war schnell gefunden: der Elbrus. Mit 5.642 Metern ist er der höchste Berg Russlands und zählt – je nach geografischer Definition – auch als höchster Gipfel Europas. Damit gehört er zu den „Seven Summits“.
Aus der gemeinsamen Begeisterung für Berge, Natur und Abenteuer entstand Mitte 2025 der Verein „Maxwell Adventures“. Der gemeinnützig ausgerichtete Verein möchte Outdoor-Aktivitäten, Abenteuersport und Naturerlebnisse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene fördern. Gesundheit, Teamgeist, Umweltbewusstsein, Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenzen stehen ebenfalls im Mittelpunkt. Zudem möchte der Verein Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Naturschutz und einen respektvollen Umgang miteinander und mit der Natur schaffen.
Der Startschuss fiel in Georgien
Am 16. August begann in Stepantsminda im Norden Georgiens der Zustieg zum Kasbek. Mit Geländewagen ging es zunächst auf rund 2.100 Meter, danach zu Fuß weiter zur AltiHut auf rund 3.000 Metern. Regen und Nebel begleiteten die Gruppe auch am nächsten Tag auf dem Weg Richtung Betlemi Hut und beim ersten Kontakt mit dem Gletscher. Steigeisen wurden angelegt, eine stürmische Nacht im Zelt folgte. Erst am nächsten Tag zeigte sich wieder die Sonne.
Nach einem „Kaiserfrühstück“ mit Porridge und Spiegelei startete die Gruppe am 20. August um Mitternacht mit den Bergführern. Im Licht der Stirnlampen ging es über den Gletscherbruch, die letzten rund 300 Höhenmeter über eine teilweise mehr als 40 Grad steile Flanke. Dort erlebten die Bergsteiger den Sonnenaufgang, ehe sie den 5.054 Meter hohen Gipfel des Kasbek erreichten. Nach rund elf Stunden kam die erschöpfte Gruppe wieder im Camp an.
Am 22. August ging es weiter nach Russland. Grenzkontrollen sowie Probleme bei Zimmerreservierung und Geldwechsel sorgten für zusätzliche Herausforderungen. Nach Akklimatisationswanderungen am 3.461 Meter hohen Cheget bezog die Gruppe am 25. August das Elbrus-Basecamp bei der Garabashi-Hütte auf rund 3.750 Metern.
5.642 Meter: Gipfel des Elbrus
Schon am nächsten Tag wartete der zweite Fünftausender. Nach dem Frühstück um 23 Uhr begann um Mitternacht der Aufstieg mit den Guides Dancha und Ibra. Vor dem letzten Gipfelaufschwung wurde nochmals pausiert, anschließend ging es mit leichterem Gepäck entlang von Fixseilen weiter. Die Kräfte waren weitgehend aufgebraucht, doch schließlich erreichte die Gruppe den 5.642 Meter hohen Gipfel des Elbrus. Nach insgesamt rund 14 Stunden am Berg und einem von Graupelschauern begleiteten Abstieg ging es mit der Seilbahn zurück ins Tal.
Höhenmeter für den guten Zweck
Am 28. August waren die drei wieder in Österreich. Für Maxwell Adventures soll die Expedition erst der Anfang sein. Unter dem Motto „Höhenmeter für den guten Zweck“ sollen künftig bei ausgewählten Touren bewältigte Höhenmeter in Spenden umgewandelt werden. Unterstützt werden sollen vor allem Menschen, die durch Bergunfälle sowie Umwelt- oder Naturkatastrophen in Not geraten sind.