Walter Franschitz übergab sein Lokal an Josip Durkov alias „Murzi“

Gasthaus Franschitz

Nach 32 Jahren hinter dem Tresen seines Gasthauses hat Walter Franschitz sein Lokal Ende Oktober zugesperrt und genießt seither seine Pension. Vor kurzem erfolgte die Schlüsselübergabe an Josip Durkov, besser bekannt als der Wirt vom „Murzi“, der nach Renovierungs- und Umbauarbeiten das Gasthaus weiterführen wird. Ein Öffnungszeitpunkt steht daher noch nicht fest.

Der Wirt des beliebten Lokals „Murzi“, Josip Durkov, wird das Gasthaus Franschitz weiterführen.

Der Wirt des beliebten Lokals „Murzi“, Josip Durkov, wird das Gasthaus Franschitz weiterführen.

© zVg

Mit 1. November des vergangenen Jahres sperrte Walter Franschitz nach 32 Jahren sein Gasthaus zu, weil er in den Ruhestand trat. Seine Gäste verabschiedeten ihn mit einem fulminanten Abschiedsfest. „Ich schließe mein Gasthaus natürlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber ich freue mich jetzt natürlich, meine Pension genießen zu können, viel spazieren zu gehen und endlich auch einmal in die Therme zu fahren“, sagte er damals. Wie es mit dem Lokal weitergehen wird, war im Vorjahr noch nicht fixiert.

Jetzt hat sich bewahrheitet, über was schon länger in Baumgarten gemunkelt wurde: Kürzlich erfolgte die Schlüsselübergabe an Josip Durkov, dem Wirt vom Gasthaus „Murzi“, der das Lokal erworben hat. „Ich bin froh, dass mein Gasthaus wieder einen Betreiber gefunden hat“, freut sich der ehemalige Wirt Walter Franschitz.

Wie es nun weitergehen wird und wann das Gasthaus wieder aufsperrt, darüber legt sich der neue Wirt noch nicht fest. „Wir hatten zwar schon am 1. Mai zum Maiauftakt für einen Tag offen. Aber ich muss nun erst einmal schauen, welche Umbau- und Renovierungsarbeiten vor der Wiedereröffnung nötig sind. Dafür war bis jetzt noch keine Zeit“, so Josip Durkov.

Der 45-jährige Josip Durkov betreibt sein Lokal „Murzi“ seit dem Jahr 2000 in der Baumgartner Hauptstraße. Der Balkankrieg hat ihn damals gezwungen, seine Heimat Osijek in der kroatischen Region Slawonien zu verlassen und nach Österreich auszuwandern. „Zuerst sind wir in Neudörfl gelandet, dann fanden wir ein Haus in Baumgarten, haben es gekauft und zu einem Lokal umgebaut“, erzählt er. Seither wurde der „Murzi“, wie die Gaststätte und auch der Wirt genannt werden, mit seinen bunten Lichterketten im Schanigarten, für viele Baumgartnerinnen und Baumgartner und auch für zahlreiche Gäste aus der Umgebung zum beliebten Stammlokal, in das man gerne Essen geht.

In der gemütlichen Konoba - kroatisch für kleines Restaurant - wird selbstverständlich auch Kulinarisches aus der alten Heimat angeboten, wie etwa die legendären Cevapcici, die nicht nur beim dreitägigen Baumgartner Straßenkirtag ein Renner sind. Zu diesem Anlass lässt der Chef regelmäßig Combos aus Kroatien kommen und aufspielen, dabei wird nicht selten auch heißblütig auf den Tischen getanzt.

„Da wir ein Familienbetrieb sind, stehe ich quasi 24 Stunden in der Küche“, so Josip Durkov, der sein Lokal „Murzi“ vor ein paar Jahren komplett neu umgebaut hat. „Nach Kroatien fahre ich mit meiner Familie maximal einmal im Jahr, um Urlaub am Meer zu machen. Ich habe mich in Baumgarten sehr gut eingelebt und viele gute Freunde gefunden. Meine Heimat ist jetzt hier“, so der Familienvater.