„Altes Brauhaus“in Frauenkirchen in neuen Händen

Gastronomie

Nun steht fest, wer das Alte Brauhaus in Frauenkirchen in die Zukunft führt. Ab Mai 2026 soll das traditionsreiche Wirtshaus nach umfassender Sanierung wieder eröffnen.

„Altes Brauhaus“in Frauenkirchen in neuen Händen

© Wieser

Wenn sich im Mai 2026 die Türen wieder öffnen, beginnt für das mehr als 340 Jahre alte Haus ein neues Kapitel. Philipp Wieser führt das Alte Brauhaus künftig als klassisches Wirtshaus mit zeitgemäßer Organisation. Der Anspruch ist klar formuliert: ein verlässlicher gastronomischer Treffpunkt für die Region.

Neben dem laufenden Wirtshausbetrieb plant Wieser Hochzeiten, Feiern, Bälle und Gruppenreisen. Damit soll das Haus wieder jenes soziale Zentrum werden, das es über Generationen war. Bereits jetzt werden für Mai erste Reservierungen entgegengenommen, etwa für Kommunionen und Firmungen in den Stüberln.

Kulinarisch setzt Wieser auf eine pannonisch-österreichische Küche mit regionalen Produkten. Ungarische Einflüsse bleiben fixer Bestandteil des Angebots. Damit knüpft der Betrieb an die gewachsene Tradition des Hauses an.

„Für mich persönlich ist dieses Projekt etwas ganz Besonderes, weil ich mit der Gastronomie aufgewachsen bin. Ich komme aus einer Gastronomenfamilie in vierter Generation“, erzählt Philipp Wieser der BVZ. Seine Ausbildung absolvierte er in Neusiedl am See am Pannoneum mit Schwerpunkt Tourismus. Danach vertiefte er sein Wissen in Unternehmensführung und E-Business-Management sowie im Personalmanagement. „Außerdem konnte ich in internationalen Unternehmen Erfahrungen sammeln, die mir heute helfen, neue Ideen und moderne Abläufe einzubringen.“

Dass er das Haus nun übernimmt, bezeichnet er als Vertrauensbeweis der Eigentümer. „Besonders dankbar bin ich der Familie Püspök für das Vertrauen und die enge, sehr gute Zusammenarbeit. Ich freue mich sehr darauf, bald aufsperren zu können und die Gäste willkommen zu heißen.“

Behutsame Sanierung

Bevor wieder Teller klirren, sichern Bauarbeiten die Zukunft des Hauses. Seit Dezember ist das Alte Brauhaus geschlossen und wird renoviert. Teile des Ensembles stehen unter Denkmalschutz, weshalb das Bundesdenkmalamt als zuständige Behörde bauliche Veränderungen prüft und genehmigt. Eigentümerin Ilona Püspök betonte gegenüber der BVZ: „Es wird nur jener Teil des Hauses umgebaut, der nicht unter Denkmalschutz steht.“

Aus dem angrenzenden Stadtcafé, das seit September geschlossen ist, entsteht eine neue Küche. Das Arkadenstüberl wird durch einen Zubau erweitert, die Sanitäranlagen werden erneuert. Ein bestehendes Wohnhaus dient künftig als Unterkunft für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusätzlich hilft eine neue Photovoltaikanlage, Energiekosten zu senken.

In Frauenkirchen ist das Alte Brauhaus das letzte klassische Wirtshaus. Wie vielerorts zeigt sich auch in der Region das sogenannte Wirtshaussterben, also das Verschwinden traditioneller Gasthäuser. Der Umbau soll diesen Trend zumindest vor Ort bremsen.

Ein Haus mit Geschichte

Das Wirtshaus liegt vis-à-vis der Basilika Maria auf der Heide und prägt das Ortsbild seit Jahrhunderten. 1671 wurde es erstmals als Ort erwähnt, „allwo man ietzo den Hofwein ausleite“. 1679 ließ die Fürstenfamilie Esterházy im vorderen Teil das „Alte Wirtshaus“ errichten, 1718 kam ein Brauhaus hinzu.

1962 kaufte Tibor Püspök das Anwesen. Sein Sohn Paul übernahm es 1970 gemeinsam mit seiner Frau Marianne und gab ihm den Namen „Altes Brauhaus“. Ab 2004 führte Tochter Ilona Püspök den Betrieb und prägte ihn als „Paprikawirtin“. 2015 übernahmen Katarina und Daniel Hickel als Pächterin und Pächter.

Mit Philipp Wieser beginnt nun ein weiteres Kapitel in einer mehr als 340-jährigen Geschichte.