Während Löscharbeiten detonierte Kriegsdelikt

Gefährlicher Einsatz

13 Feuerwehren mit 160 Einsatzkräften kämpften am Samstag, 15. August 2026, gegen einen Waldbrand zwischen Pöttsching und Neudörfl. Während der Löscharbeiten detonierte ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg.

Am Feiertag brannte es im Wald zwischen Pöttsching und Neudörfl.

Am Feiertag brannte es im Wald zwischen Pöttsching und Neudörfl.

© FF Neudörfl

Kurz nach 14 Uhr ging bei der Feuerwehr Neudörfl ein Alarm ein: Im Zillingdorfer Wald zwischen Pöttsching und Neudörfl brannte es. Das Areal befindet sich auf Lichtenwörther Hotter.

Bereits von der Bundesstraße aus war eine starke Rauchentwicklung sichtbar. Die Feuerwehrleute mussten zunächst die Zufahrtsmöglichkeiten und die Ausdehnung des Brandes erkunden. In der Zwischenzeit war auch die Freiwillige Feuerwehr Lichtenwörth eingetroffen.

Wegen des starken Windes breitete sich das Feuer in dem trockenen Waldgebiet immer weiter aus. Deshalb wurde die Alarmstufe erhöht, in Neudörfl Sirenenalarm ausgelöst und die Freiwillige Feuerwehr Pöttsching nachalarmiert. Ebenso wurden die Einsatzkräfte für die Vegetationsbrandbekämpfung im Bezirk Mattersburg an den Brandort gerufen.

Als besondere Herausforderung stellte sich die Wasserversorgung in dem unwegsamen Gelände heraus. Über eine 200 Meter lange Zubringleitung wurden die im Wald stehenden Tankwägen gespeist, als Puffer diente ein Fahrzeug der FF Lichtenwörth mit 4.000 Liter Wassertank. Somit konnten schon in der Anfangsphase 11.000 Liter Wasser bereitgestellt werden.

Zusätzlich wurde ein 8.000-Liter-Faltbehälter aufgebaut und mittels Tankwagen-Pendelverkehr befüllt.

Die Spezialisten für die Bekämpfung von Vegetationsbränden unterstützten die Löscharbeiten mit Löschrucksäcken.

Plötzlich war eine Detonation zu hören. Ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg war durch die Hitze des Feuers explodiert. Weil im Brandbereich zwei weitere ähnliche Gegenstände gefunden worden waren, wurden die Vegetationsbrandbekämpfer vorübergehend aus dem Gefahrenbereich zurückgezogen.

Die weitere Brandbekämpfung erfolgte aus sicherer Entfernung mittels Strahlrohren. Zur Lageerkundung wurde auch eine Drohne der Feuerwehr Ebenfurth verwendet.

Insgesamt standen 13 Feuerwehren mit rund 160 Einsatzkräften aus Niederösterreich und dem Burgenland im Löscheinsatz. Unterstützt wurden sie von der Rettung und der Polizei.

In der darauffolgenden Nacht führten die Feuerwehren Lichtenwörth, Zillingdorf und Neudörfl Erkundungsfahrten durch, um mögliche neuerliche Brandstellen frühzeitig zu erkennen.