Raiffeisen-Bilanz: Wachstum trotz rückläufiger Gewinne
Generalversammlung
Im vergangenen Jahr hat die Raiffeisenlandesbank zwar weniger verdient, das Volumen konnte dennoch ausgebaut werden: Kredite, Einlagen und Wertpapiergeschäft legen dennoch zu. Bis 2030 soll die neue Zentrale an der Eisenstädter Stadteinfahrt gebaut werden.
Bei der Generalversammlung (v.l.): Vorstandsdirektor Matthias Trost, Generaldirektor Rudolf Könighofer, Aufsichtsratsvorsitzender Erwin Tinhof, Generaldirektor-Stellvertreterin Eva Fugger, Vorstandsdirektor Rudolf Suttner.
© Raiffeisenlandesbank Burgenland
Insgesamt zog die Raiffeisenlandesbank bei der jährlichen Generalversammlung eine positive Bilanz, auch wenn zentrale Kennzahlen einen Rückgang aufweisen. Das Betriebsergebnis verringerte sich 2025 auf 41,7 Millionen Euro, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) sank um 1,93 Millionen auf 21,9 Millionen Euro.
Verantwortlich dafür waren vor allem die niedrigeren Zinserträge sowie zusätzliche Belastungen durch die Stabilitätsabgabe. Damit setzte sich eine Entwicklung fort, die derzeit viele Banken beschäftigt: Die Zeiten der außergewöhnlich hohen Zinserträge sind vorbei.
Dennoch konnte die Raiffeisenlandesbank ihre Bilanzsumme auf 4,82 Milliarden Euro steigern, ein Plus von 134,5 Millionen Euro oder rund 2,87 Prozent. Auch das Kreditvolumen sowie die Kundeneinlagen entwickelten sich positiv. Für Vorstandsdirektor Matthias Trost ein Zeichen dafür, dass die Bank trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten weiterhin auf das Vertrauen ihrer Kunden bauen könne.
Während die Bauwirtschaft und der Immobiliensektor österreichweit weiterhin unter Druck stehen, zeigte sich vor allem das Wertpapiergeschäft von seiner starken Seite. Das Kundendepotvolumen stieg auf 770 Millionen Euro und erreichte damit einen Rekordwert.
Viele Anleger suchten auch im vergangenen Jahr nach Alternativen zu klassischen Sparformen und setzten verstärkt auf Wertpapiere und Fonds. Stabil blieb das Bauspargeschäft. Fast 2.000 Neuabschlüsse wurden verzeichnet.
Gleichzeitig richtet die Raiffeisenlandesbank den Blick bereits auf die kommenden Jahre. Das sichtbarste Projekt wird die neue Unternehmenszentrale an der Mattersburger Straße in Eisenstadt. Bis 2030 sollen dort die Bankstelle sowie zentrale Verwaltungsbereiche zusammengeführt werden. Mit dem Neubau will die Bank ihre Standortsicherung im Burgenland langfristig absichern. Geplant ist ein modernes, energieeffizientes Gebäude mit besonderem Augenmerk auf Nachhaltigkeit und Kundenservice.
Auch bei den Filialen wird weiter investiert. Erst vor wenigen Monaten wurden die modernisierten Standorte in Bad Sauerbrunn und Wulkaprodersdorf eröffnet. Die Bank setzt dabei auf barrierefreie Zugänge, digitale Infrastruktur und energieeffiziente Gebäudetechnik.
Wachstum verzeichnet Raiffeisen zudem bei den Energiegemeinschaften. Das im Burgenland entwickelte Modell hat mittlerweile weit über die Landesgrenzen hinaus Verbreitung gefunden. Nach Angaben des Unternehmens sind inzwischen rund 14.000 Zählpunkte in den regionalen Energiegenossenschaften eingebunden.
Für die heimische Wirtschaft erwarten Experten im laufenden Jahr eine vorsichtige Stabilisierung. Besonders am Arbeitsmarkt könnten sich die Rahmenbedingungen verbessern. Ob daraus auch neue Impulse für Investitionen und Kreditnachfrage entstehen, wird sich zeigen. Die Raiffeisenlandesbank Burgenland geht jedenfalls mit einer soliden Kapitalbasis und ambitionierten Zukunftsplänen in das neue Geschäftsjahr.