Mattersburg: „Es wird dort kein neues Einkaufszentrum entstehen!“
Geplantes Betriebsgebiet
Das geplante Betriebsgebiet zwischen Wienerstraße und Langendorferweg beschäftigt weiterhin die Lokalpolitik. Nun meldet sich noch einmal SPÖ-Bürgermeisterin Claudia Schlager zu Wort, die Opposition brachte einen Antrag für eine Gemeinderatssitzung zum Thema ein.
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„Schon in den 70er Jahren wurde das betroffene Gebiet als Aufschließungsgebiet-Betriebsgebiet gewidmet. Die Stadtgemeinde Mattersburg hatte nun die Möglichkeit diese Grundstücke anzukaufen, um interessierten Betrieben die Chance zu geben sich in Mattersburg anzusiedeln“, berichtet Schlager, um weiter auszuführen: „Durch die zukünftige Ansiedlung von neuen Betrieben werden natürlich auch neue Arbeitsplätze geschaffen und der Wirtschaftsstandort Mattersburg gestärkt. Mit neuen Firmen wird es durch die Kommunalsteuer auch Einnahmen für die Stadtgemeinde geben.“
„Es wird keine Arena 2.0 geben“ SPÖ-Bürgermeisterin Claudia Schlager
Bei der kürzlich durchgeführten BVZ-Umfrage zum Thema nahmen 441 BVZ-Leser teil. Eine breite Mehrheit – 391 – sprach sich gegen die Schaffung des neuen Gewerbegebietes aus, lediglich 62 waren dafür. Spricht dies nicht für sich? „Man muss grundsätzlich unterscheiden: Bei der Arena werden vorwiegend Dienstleistungen angeboten, es sind Firmen im Bereich Handel angesiedelt. Bei einem Betriebsgebiet – wie es bei der Wienerstraße sein wird –sollen sich Betriebe wie Tischlereien, Installationsunternehmen oder Malereibetriebe ansiedeln. Dort wird kein neues Einkaufszentrum entstehen, es wird keine Arena2.0 geben!“
Schlager betont weiters, dass „die Stadtgemeinde Mattersburg die Verantwortung trägt, welche Betriebe sich in unserem Betriebsgebiet ansiedeln können. Im Gegensatz zu anderen Entwicklungen, wie der Arena und dem FMZ, haben wir hier die Möglichkeit, gezielt Vorkehrungen zu treffen, um eine schonende Bodennutzung und eine Verkehrsentlastung für die Innenstadt zu gewährleisten. Durch diese Maßnahmen streben wir eine nachhaltige Entwicklung der Stadtgemeinde Mattersburg an, die sowohl wirtschaftlichen Wohlstand als auch Umweltschutz miteinander vereint. Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass die Stadtgemeinde Mattersburg auch Projekte mitten in der Stadt umsetzt, bei denen großflächig wieder Boden entsiegelt wird. Ein Paradebeispiel hierfür ist die Grüne Achse, die einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leistet und unsere Stadt noch lebenswerter macht.
Angrenzend zum Betriebsgebiet wird der zweite Eurospar in Mattersburg entstehen. „Der Spar dort oben ist wichtig für die angrenzenden Bewohner, mehr Einkaufsmöglichkeiten wird es nicht geben“, so Schlager.
Mit dem Eurospar und den geplanten Betrieben wird es auch einen Anstieg der Verkehrsbelastung geben. „Diesbezüglich stehen wir bereits in Gesprächen mit dem Land, aller Voraussicht nach wird in der Wienerstraße, bei der Einfahrt zur Fußballakademie, ein Kreisverkehr geschaffen. Es gibt Überlegungen, dass man den MABU dort anbindet und einen Radweg umsetzt. Auch hier sind wir in Kontakt mit unserem Verkehrsplaner Roman Michalek“, erläutert Schlager.
Am Anger in Walbersdorf gibt es bereits ein Betriebsgebiet, aktuell baut die Post dort das neue Verteilzentrum. „Aktuell stehen dort 20.000 Quadratmeter noch zur Verfügung. Davon sind 8.000 Quadratmeter für weitere Betriebe optioniert, drei Interessenten gibt es dafür“, berichtet Amtsleiter Karl Aufner.
Opposition bringt Antrag für Gemeinderatssitzung ein
Thomas Haffer, Parteiobmann der ÖVP Mattersburg/Walbersdorf, meldete sich heute per Aussendung zu Wort. „Als Volkspartei stehen wir klar auf dem Standpunkt, dass Flächen, die bereits in Gewerbegebiete und Industriegebiete gewidmet sind, genutzt werden sollen, anstatt neue Projekte zu forcieren. Zuerst wurde der Bevölkerung ein Einkaufszentrum als „Nahversorger“ verkauft und schöngeredet. Jetzt sind die wahren Absichten der SPÖ enttarnt – in der Wienerstraße sollen große Produktionsbetriebe Platz finden – neben der größten Wohnsiedlung der Stadt. Das bedeutet Industrie auf der anderen Seite von Wohnraum und Kinderspielplatz!“
Die Oppositionsfraktionen haben jetzt gemeinsam eine Gemeinderatssitzung verlangt um einen Antrag auf Abhaltung einer Volksbefragung zum neuen SPÖ-Gewerbe- & Betriebsgebiet in der Wiener Straße zu diskutieren. Dieser wurde am 12. Februar eingebracht, innerhalb von 16 Tagen wird die Gemeinderatssitzung stattfinden.
Auch der Dialog mit der Bevölkerung muss geführt werden ÖVP-Stadtparteiobmann Thomas Haffer
Stadtrat Haffer weiters: „Auch der Dialog mit der Bevölkerung muss geführt werden und die Menschen in unserer Stadt sollen befragt werden, in welche Richtung diese Stadt gehen soll. Wir stellen die konkrete Frage: Sind Sie für Schaffung eines neuen Gewerbegebiets mit großen Produktionsbetrieben neben einem Einkaufszentrum in unmittelbarer Nähe zur Wohnsiedlung in der Wiener Straße? Oder sprechen Sie sich für den Verbrauch und die Nutzung bereits gewidmeter Flächen neben bestehenden Industrie- und Gewerbeanlagen an anderen Standorten von Mattersburg und die Bekämpfung des gravierenden Leerstandes aus?“
FPÖ-Parteiobmann Gemeinderat Peter Pregl hält klar fest: „Wir geben der SPÖ mit dieser Sondersitzung die Gelegenheit sich der Bevölkerung zu stellen! Es ist endlich an der Zeit die Bürger mit einzubinden und das Ergebnis einer Befragung umzusetzen!“
"Die Grünen Mattersburg treten für die Nutzung bestehender Leerflächen und gegen die Errichtung neuer Gewerbezentren auf der grünen Wiese ein. Deshalb wünschen wir eine Sondergemeinderatssitzung, um eine diesbezügliche Volksbefragung der Mattersburger Bürger und Bürgerinnen zu beschließen“, so die Gemeinderätin der Grünen Elisabeth Mendoza Vasquez.
„Unser Appell richtet sich an die SPÖ-Stadtführung: nutzen wir bestehende gewidmete Flächen neben bereits existierenden Betriebsanlagen. Die Gemeinde muss hierfür in Kontakt mit den Grundstückseigentümern treten und diese Flächen mobilisieren und wir hoffen auf eine ernste Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt, denn Bürgerbeteiligung ist bei solchen großen Projekten unumgänglich“, so die Mattersburger Opposition abschließend.