Sascha Gerdenitsch neuer Obmann der Mattersburger FPÖ

Geschäftsführend

Seit Freitag hat die Mattersburger FPÖ mit dem 51-jährigen Sascha Gerdenitsch einen designierten Parteichef. Bis die Freiheitlichen ihre drei Mandate im Gemeinderat wieder wahrnehmen, dürften jedoch noch einige Wochen vergehen.

Hans Tschürtz mit dem designierten Mattersburger FPÖ-Obmann Sascha Gerdenitsch (r.).

Hans Tschürtz mit dem designierten Mattersburger FPÖ-Obmann Sascha Gerdenitsch (r.).

© zVg

Die Liste „Johann Tschürtz – Vorwärts Mattersburg“, initiiert vom ehemaligen FPÖ-Landeschef und aktuellen Zweiten Landtagspräsidenten, errang bei den Gemeinderatswahlen 2022 drei Mandate.

Die Liste ist eng mit der FPÖ verbunden: Die Stimmen wurden bei den Wahlen der FPÖ zugerechnet, die Mandatare waren stets Mitglieder der FPÖ-Stadtpartei, bei den Sitzungen war stets von FPÖ-Gemeinderäten die Rede, und auch Johann Tschürtz sprach in einer Aussendung von „freiheitlichen Gemeinderatssitzen“.

Bei eben diesen drei Mandaten gab es jedoch in den letzten Wochen ein großes Vakuum.FPÖ-Obmann Peter Pregl, Werner Lehner und Angelika Trimmel legten Ende März geschlossen ihr Gemeinderatsmandat zurück. Neue Gemeinderäte wurden bislang nicht bestellt.

In der Vorwoche sickerte duch, dass am Freitag eine FPÖ-Sitzung in Mattersburg anberaumt sei und Sascha Gerdenitsch dort zum neuen Obmann der FPÖ Mattersburg gekührt werden soll. Freitagvormittag gab es von FPÖ-Landesgeschäftsführer Rudolf Smolej noch ein großes Dementi: „Die ist nur eine formale Sitzung“,so Smolej, von einem neuen Mattersburger FPÖ-Obmann sei keine Rede.

Ob man den Ball bewusst flach halten wollte oder ob es schlichtweg ein Kommunikationsproblem innerhalb der FPÖ gab, sei dahingestellt. Fakt ist, dass Gerdenitsch am Freitag beim Florianihoffmann zum geschäftsführenden Obmann bestellt wurde. Am Sonntagvormittag wurde dies mittels Presseaussendung verlautbart. Demnach schlagen die Freiheitlichen in Mattersburg ein neues Kapitel auf: Mit der einstimmigen Wahl von Sascha Gerdenitsch zum neuen geschäftsführenden Stadtparteiobmann sei der Weg frei für einen kraftvollen Neustart.

„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, die Stadtgruppe neu aufzustellen und Sascha Gerdenitsch bei diesem wichtigen Schritt zu unterstützen. Die FPÖ wird in Mattersburg wieder eine starke Stimme für die Anliegen der Bürger sein“, so Tschürtz.

Nach einer Phase, in der die freiheitlichen Gemeinderatssitze unbesetzt waren, kehren nun wieder Stabilität und Tatkraft in die Stadtpartei zurück.

Laut Aussendung sollen bereits im Herbst die drei Gemeinderatsmandate sowie Ersatzgemeinderäte nachbesetzt und mit klaren inhaltlichen Schwerpunkten versehen werden. Erste Anträge für den Gemeinderat seien vorbereitet und werden nach der Angelobung eingebracht.

Sascha Gerdenitsch zeigt sich hochmotiviert: „Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Unser Ziel ist es, die FPÖ Mattersburg wieder als verlässlichen Partner für die Bevölkerung zu positionieren. Wir wollen zuhören, anpacken und die Interessen der Mattersburgerinnen und Mattersburger im Gemeinderat vertreten.“

Gerdenitsch ist in Rohrbach aufgewachsen und übersiedelte bald nach Mattersburg. Nachdem er auch einige Zeit in Schattendorf wohnhaft war, kehrte er vor 17 Jahren wieder zurück in die Bezirkshauptstadt. „Ich war eigentlich immer in Mattersburg fort und habe auch einige Verwandte. Karl Marhold zum Beispiel ist mein Cousin“, berichtet Sascha Gerdenitsch, dessen Großeltern eigentlich eine „tief rote“ politische Einstellung hatten. Die SPÖ habe sich zu einer Partei entwickelt, die einfach nicht mehr die Bevölkerung vertrete. Dies sei bei der FPÖ anders, mit der Freiheitlichen Partei könne er sich voll und ganz identifizieren. Dennoch: Er verstehe sich mit jedem. Es sei egal, ob jemand für die SPÖ, ÖVP, Grünen oder die NEOS sei. Man müsse mit allen gut zusammenarbeiten. Es gehe ums Ganze, um die Stadt Mattersburg.

Ein FPÖ-Wähler ist Gerdenitsch schon lange, der FPÖ als aktives Mitglied trat er jedoch erst am 27. Jänner 2025 bei. Bei den Gemeinderatswahlen 2022 trat er daher nicht an. Dies ist auch ein Grund, warum es noch einige Zeit mit dem „Nachrücken“ in den Gemeinderat dauern wird. Tritt ein Mitglied aus dem Gemeinderat aus, so würde automatisch der Listennächste nachrücken. Im Fall von Gerdenitsch müssten somit all jene, die für die „Liste Zukunft Mattersburg“ kandidierten, auf ihr Mandat verzichten. Die nächste Sitzung des Ortsparlaments ist für Mitte September anberaumt – was sich für Gerdenitsch wohl nicht ausgehen wird.

Den Weg für Sascha Gerdenitsch zum neuen Mattersburger FPÖ-Chef ebnete Johann Tschürtz. „Hans und ich kennen uns schon sehr lange. Nach dem Rücktritt von Peter Pregl, der wirklich sehr gute Arbeit gemacht hat, ist Hans an mich herangetreten und hat einmal vorgefühlt. Im Vorfeld der Sitzung hat es wieder Kontakt gegeben und am Freitag wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht“, hält Gerdenitsch fest.

Weitere Namen, die das neue Vorstandsteam der FPÖ Mattersburg komplettieren und in den Gemeinderat einziehen werden, können noch nicht genannt werden. „Ich befinde mich mit einigen Kandidaten in Gesprächen. Gibt es fixe Zusagen, so werden diese veröffentlicht“, so Gerdenitsch abschließend.