Remobilisation mit Herz und Apfelstrudel in der Klinik Kittsee
Gesundheit Burgenland
Nach einem Oberschenkelhalsbruch fanden Erika Zapfl und Marica Schaja in der Akutgeriatrie und Remobilisation (AG/R)der Klinik Kittsee nicht nur zurück zu ihrer Mobilität, sondern auch zueinander. Heute verbindet sie eine Freundschaft – und das gemeinsame Ziel, so selbstständig und aktiv wie möglich zu bleiben.
Erika Zapfl und Marica Schaja bereiten gemeinsam mit Diätologin Sandra Maurer Apfelstrudel zu.
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„Wer rastet, der rostet.“ Erika Zapfl (84) aus Zurndorf und Marica Schaja (85) aus Siegendorf nehmen sich dieses Sprichwort wirklich zu Herzen. Gemeinsam absolvierten die beiden Freundinnen einen dreiwöchigen Reha-Aufenthalt im Department für Akutgeriatrie und Remobilisation an der Klinik Kittsee – bereits zum zweiten Mal. „Wir waren beide im Juli 2025 hier und haben uns angefreundet. Danach haben wir öfters telefoniert und uns wieder für einen gemeinsamen Besuch in der AG/R verabredet“, schildert Erika Zapfl.
Die beiden Seniorinnen hatten beide einen Oberschenkelhalsbruch erlitten. Erika Zapfl erzählt, dass sie nach ihrem Bruch sogar eine Zeit lang im Rollstuhl saß. Mobilisierungsübungen, wie sie in der AG/R am Therapieplan stehen, halfen dabei, auf die Beine zu kommen. Heute ist sie wieder mobil. „Jeder mit einem Oberschenkelhalsbruch sollte nach Kittsee zur Reha kommen“, so der Rat der 84-Jährigen. Allein zuhause „sei man ja so faul“. Sowohl die Zurndorferin als auch die Siegendorferin leben in ihren eigenen vier Wänden, beide jedoch mit täglicher Unterstützung durch Familie, Freund*innen und Nachbar*innen. „Ich will körperlich und seelisch mobil bleiben. Der Aufenthalt hier tut da gut“, ist Marica Schaja überzeugt.
Den Patientinnen und Patienten eine möglichst selbstständige Lebensführung zu erhalten oder wiederherzustellen und weitere Funktionsverluste zu vermeiden – das sind die zentralen Ziele der AG/R. Ein geriatrisch qualifiziertes, interdisziplinäres Team erstellt für jede und jeden Einzelne/n einen maßgeschneiderten Therapieplan – abgestimmt auf individuelle Bedürfnisse und Krankheitsbilder. Zum vielfältigen Therapieangebot zählen unter anderem Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie sowie psychologische Unterstützung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sturzprävention, ebenso wie auf der Förderung sozialer Interaktion.
Ein fixer Höhepunkt für die beiden Frauen während ihres Aufenthalts ist die Kochstunde am Mittwochvormittag. Hier werden in der Gruppe gemeinsam einfache Gerichte gekocht. Diesmal steht Apfelstrudel am Menüplan. Während die Teilnehmerinnen die Äpfel schälen, streut Diätologin Sandra Maurer, BSc immer wieder Wissenswertes rund um gesunde Ernährung ein. Ergotherapeutin Angelika Windhofer, BA BSc gibt indessen Tipps, wie man gelenksschonend das Messer hält oder wie man Schneidbretter mit rutschfesten Unterlagen sicher macht. Nebenbei wird lebhaft diskutiert: Sollen die Äpfel in Scheiben geschnitten oder doch besser gehobelt werden? Mit Nüssen oder ohne? Zimt unter die Füllung mischen oder drüberstreuen? In einem Punkt sind sich alle einig: Zuhause kommt nur selbst gezogener Teig auf den Tisch. „Oder eben beim nächsten Aufenthalt in der AG/R“, sagt Marica Schaja und lächelt.