Mehr Geld für Spitals-Pflege: Burgenland will die „attraktivsten Jobs“
Gesundheitspersonal
Gehaltszulagen bringen bis zu 420 Euro brutto monatlich, und das 14-mal jährlich. Das Pflege- und Gesundheitspersonal in den burgenländischen Krankenhäusern soll bis zum kommenden Jahr auch um zehn Prozent aufgestockt werden. Zugleich laufen Ausbildungsprojekte bis nach Indien.
Paket-Präsentation (v.l.): Robert Maurer, Geschäftsführer im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Franz Öller, kaufmännischer Geschäftsführer Gesundheit Burgenland, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Stephan Kriwanek, medizinischer Geschäftsführer Gesundheit Burgenland, der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Alfred Peterszel und Zentralbetriebsratsvorsitzender Dietmar Ochsenhofer.
© Wolfgang Millendorfer
Im Gesundheitsberufe-Paket geht es nicht nur um mehr Gehalt, sondern auch um attraktive Rahmenbedingungen, bis hin zum Betriebskindergarten, der im neuen Krankenhaus in Oberwart schon fixer Bestandteil sein soll. Alle geplanten Schritte zur Absicherung des nicht-ärztlichen Personals in Burgenlands Spitälern präsentierte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil nun zusammen mit den Geschäftsführern und Betriebsratsvorsitzenden.
Zu tragen kommt das Paket in den Häusern der Gesundheit Burgenland sowie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt; es umfasst sowohl Pflegepersonal als auch Hebammen und medizinisch-technische Dienste. Konkret wird es Gehaltszulagen von bis zu 420 Euro monatlich geben, rückwirkend mit 1. Jänner und für alle.
Weitere Erhöhungen gibt es für Führungskräfte – auch als Motivation, sich für eine führende Position zu bewerben (300 Euro mehr im Monat, für Stellvertreter 150), sowie eine Treueprämie ab dreißig Dienstjahren (plus 150 Euro monatlich). Das Land nimmt für das Paket insgesamt rund 22,4 Millionen Euro jährlich in die Hand.
Suche nach rund 260 neuen Kräften
Der Landeshauptmann will die Spitals-Pflege damit langfristig absichern und Personalengpässen entgegenwirken: „Neben der Bezahlung geht es auch um die Belastung in diesem Job und darum, gute Rahmenbedingungen zu haben.“ Unter Einbeziehung aller Aspekte soll das Burgenland auch im Bereich der Gesundheitsberufe „attraktivster Dienstgeber in Österreich“ sein.
Verwiesen wurde auch auf das bereits präsentierte Gehaltspaket für Ärztinnen und Ärzte, um einem Fachkräftemangel im Spitalsbereich entgegenzuwirken. Das soll hier ebenfalls gelingen, ebenso wie die Aufstockung des Personals, die Doskozil für das kommende Jahr in Aussicht stellt. Bis zu 200 Kräfte mehr gilt es für die vier Krankenhäuser der Gesundheit Burgenland zu finden, bis zu 60 mehr bei den Barmherzigen Brüdern in Eisenstadt.

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Mehr Personal – weniger Belastung
Man komme mit der Aufstockung auch einem Wunsch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach: Mehr Personal bringt weniger Belastung und mehr Planbarkeit bei den Diensträdern. Zustimmung gibt es von Betriebsratsvorsitzendem Dietmar Ochsenhofer und Stellvertreter Alfred Peterszel sowie von den Geschäftsführern.
Robert Maurer vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder betont, dass es erfreulich und wichtig sei, dass das Land die Herausforderung der Suche nach neuen Pflegekräften früh erkannt habe: „Um Patientinnen und Patienten die Verunsicherung zu nehmen, ist es wichtig, dass im Krankenhaus alle Zahnräder ineinandergreifen“, so Maurer, gerade die Pflegekräfte seien hier am engsten dran und würden als Bindeglied fungieren.
Als kaufmännischer Geschäftsführer betonte Franz Öller so wie der medizinische Geschäftsführer Stephan Kriwanek, dass „regionale Versorgung einer der wesentlichsten Punkte“ sei, auch in Zukunft: Da man neues Personal für die Aufgaben gewinnen müsse, sei nicht nur mit den Gehaltszulagen ein wichtiger Schritt gelungen; gearbeitet wird auch laufend an den Rahmenbedingungen.
Ausbildung vor Ort in Indien
Teil drei der Maßnahmen zielt außerdem auf die Ausbildungsschiene: Nach Kroatien und den Philippinen gilt Indien als Hoffnungsträger bei der Personalsuche. Bis März will Doskozil die geplante Zusammenarbeit mit der Partnerdiözese Kanjirapally in Kerala in Indien finalisieren.
Von dort sollen Pflegekräfte ins Burgenland kommen. Die Ausbildung inklusive Deutschkurs soll aber in Indien erfolgen. Der Zeithorizont geht hier von zwei bis drei Jahren aus, bis die neuen Kräfte im Land tätig sein können.