Gewalt in der Beziehung: Der Ausstieg ist möglich!
Vorschau: Thema der Woche
Wer die Gerichts-Reportagen der BVZ kennt, weiß: Gewalt in der Beziehung ist weiter verbreitet, als es die heile Welt auf Social Media und die gepflegten Vorgärten in Reihenhaus-Siedlungen vermuten lassen. BVZ Chronik-Redakteurin Elisabeth Kirchmeir nahm sich dem Thema umfassend an, sprach mit Betroffenen und Expertinnen. Beide Seiten betonen: Ein Ausstieg ist möglich!
89 Prozent der Gewalttäter sind männlich, werden Frauen Opfer von Gewalt, sind die Täter meist Partner oder nahe Angehörige.
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Mehr als zehn Jahre litt eine Burgenländerin unter den Gewalttätigkeiten ihres Mannes. 2022 zeigte sie ihn bei der Polizei an und schaffte den Ausstieg aus einer leidvollen Beziehung. Sie möchte andere Opfer ermuntern, dies ebenfalls zu tun.
Irgendwann in den 2000er-Jahren, gleich nach der Scheidung von ihrem ersten Mann, hatte sie sich frisch verliebt. „Er war ein zärtlicher, sensibler, einfühlsamer Mann“, erzählt die Burgenländerin über ihren neuen Partner. Einige Jahre später heiratete das Paar.
Hatte ihr Mann allerdings Alkohol getrunken, eskalierte die Situation. „Es gab Beschimpfungen und Gewalttätigkeiten. Stoßen, Schubsen, Schlagen.“ Und das kam oft vor und wurde immer schlimmer.
Die körperlichen Schmerzen seien schlimm gewesen, die seelischen noch viel mehr.
Hilfe, den Ausstieg aus Gewaltbeziehungen zu schaffen
Allen Leidensgenossinnen und den Männern, die von Gewalt betroffen sind, rät sie: „Habt den Mut, macht den ersten Schritt.“
Dem Team des Gewaltschutzzentrums möchte sie ausdrücklich Danke sagen. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel Hilfe bekomme!“ Noch heute könne sie jederzeit anrufen, wenn es ihr schlecht gehe.

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Eine der Helferinnen ist Karin Gölly, Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums Burgenland. Sie spricht im BVZ-Interview über den deutlichen Anstieg bei der Zahl der von Gewalt betroffenen Personen im Vorjahr, über Maßnahmen für Gefährder und Täter, die zu 89% männlich sind, und über etwas ganz Wichtiges: Ein Ausstiegsszenario aus Gewaltbeziehungen.
Alles zum Thema der Woche lesen Sie ab sofort in der aktuellen Printausgabe der BVZ sowie ab Montag auf bvz.at
Das Gewaltschutzzentrum Burgenland ist eine Opferschutzeinrichtung, die 1999 gegründet wurde. Jedes Jahr werden über 600 Opfer von Gewalt betreut, rund 80% davon sind weiblich. Ziel ist es, die Sicherheit der Betroffenen zu erhöhen und sie in ein gewaltfreies Leben zu begleiten.
Das Gewaltschutzzentrum Burgenland erreichen Sie unter 03352 31420
Weitere Informationen finden Sie unter: