Klima-Projekte: Haider-Wallner fordert Klarheit für Regionen
Gipfeltreffen im Landhaus
Vom intelligenten Wassermanagement bis zu flexiblen Energiespeichern reichen die Projekte, die bei einem Treffen der Klima-Regionen „KEM“ und „KLAR“ in Eisenstadt besprochen wurden. Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner nahm bei dieser Gelegenheit den Bund in die Pflicht.
Treffen in Eisenstadt. Vertreterinnen und Vertreter der KEM- und KLAR-Regionen mitr Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.
© Büro Landeshauptmann-Stv.
Fünf Modellregionen für Klima und Energie (KEM) sowie drei Modellregionen für Klimawandelanpassung (KLAR) sind im Burgenland aktiv. Über sieben Millionen Euro an Förderungen für die Gemeinden haben sie bisher ins Land geholt, wurde nun anlässlich des Gipfeltreffens im Landhaus Neu vorgerechnet. Die Projekte, die dabei besprochen wurden, haben eines gemeinsam: Auf verschiedenen Ebenen will man sich mit nachhaltigen Ideen für den Klimaschutz positionieren.
Welche Projekte heuer noch umgesetzt werden können, sei aber ungewiss, wurde beim Treffen auch Kritik laut. Die Bundesregierung sei säumig, wenn es um das Jahresprogramm für den Klimafonds geht, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin und Grünen-Landessprecherin Anja Haider-Wallner. Mit dem besagten Jahresprogramm werden nämlich auch die Projektförderungen festgelegt: „Die Bundesregierung lässt die engagierten Menschen in den KEM-KLAR-Regionen im Ungewissen“, fordert Haider-Wallner „endlich klare Rahmenbedingungen“.
Die Regionen und ihre Ziele
Fünf Klima- und Energie-Modellregionen wurden seit 2009 im Burgenland gegründet: von der KEM Neusiedler See-Seewinkel im Norden bis zur KEM ökoEnergieland in Güssing oder der Lichtregion Jennersdorf. Insgesamt 62 Gemeinden sind dort organisiert. Ihre Vision: Ausstieg aus Öl und Gas und aktiver Klimaschutz.
Seit 2019 gibt es zusätzlich Klimawandelanpassung-Modellregionen im Burgenland. In den mittlerweile drei KLAR-Regionen sind 30 Gemeinden aktiv. Die Palette an Initiativen reicht von Klimaschulen über Energieberatung, Nahwärmenetze und Bürgerbeteiligung bei Photovoltaik bis zum öffentlichen Verkehr.
Allen gemeinsam sei, dass die Projekte auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten sind und mit Engagement umgesetzt werden. Beim “KEM-KLAR-Gipfeltreffen” wurden erfolgreiche Projekte vorgestellt und Möglichkeiten diskutiert, diese auch in anderen Modellregionen zu nutzen.
„Die Klimakrise ist global. Aber die konkreten Herausforderungen sind im Seewinkel andere als in Jennersdorf“, sagte dazu Anja Haider-Wallner. „Die KEM-KLAR-Modellregionen bieten die Chance, Maßnahmen über Gemeindegrenzen hinweg systematisch zu setzen und dabei regionale Bedürfnisse zu berücksichtigen.“ Gebremst würden die Bemühungen vom Bund, meint sie als zuständiges Regierungsmitglied.
Die Kritik ist auch von grüner Seite bekannt: „Milliarden fließen weiterhin in klimaschädliche Subventionen, während Klimaförderungen gekürzt wurden.“ So würden auch beim Klimafonds Kürzungen drohen: „Mittlerweile ist das Jahr zur Hälfte vorbei, und wir warten immer noch auf das Jahresprogramm des Klimafonds, mit dem inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden.“