„Groß angestrichen“: Austrian Open für Wiesberger ein Höhepunkt

Golf

Golf-Profi Bernd Wiesberger startet diese Woche in die europäische Jagdsaison für Birdies und Eagles.

Bernd Wiesberger ist gut in Schwung

Bernd Wiesberger ist gut in Schwung

© APA, Getty Images, Archiv

Ab Donnerstag schlägt der Oberwarter in Antwerpen ab, danach geht es Schlag auf Schlag. „Groß angestrichen im Kalender ist die Woche in Salzburg, endlich wieder einmal ein Heimturnier“, sagte der 39-Jährige, für den nun die heiße Phase des Jahres beginnt, im APA-Gespräch. Die Austrian Alpine Open gehen kommende Woche im Golfclub Gut Altentann am Wallersee über die Bühne.

Wiesberger ist der derzeit bestplatzierte Österreicher im „Race to Dubai“ (Platz 111), wo es um die Tourkarte für 2026 geht, sowie nach Sepp Straka zweitbester ÖGV-Golfer in der Weltrangliste. Der achtfache Tour-Sieger, der zuletzt Ende April in China mit Platz elf sein erstes Top-10-Ergebnis heuer nur knapp verpasste, will sich in den kommenden Wochen in den Rankings nach oben spielen. „Nach der guten Vorbereitung über die letzten Wochen bin ich sicher, dass es ein guter Start in den europäischen Golf-Sommer werden wird.“

Emotionales Highlight des Jahres ist für Wiesberger das Heimspiel in Salzburg. „Ich glaube, dass es wirklich an der Zeit war, dass wir wieder ein Turnier in Österreich haben.“ Zuletzt hatte es 2021 die Austrian Open auf oberster Tour-Ebene gegeben. „Ich hoffe, dass daraus wieder ein Turnier entsteht, das eine gewisse Langfristigkeit hat, und dass weiterhin Sponsoren und Partner gefunden werden, die Golf in Österreich unterstützen. Ich weiß, das ist schwierig. Aber in allen anderen, auch kleineren Golf-Nationen geht es auch.“ Das Event sei eine Plattform für die heimischen Sportler, „sodass sie sich mit den Besten in Europa messen können“.

Extrarunden in Altentann

Auf dem Golfplatz in Altentann hat Wiesberger zuletzt einige Extrarunden absolviert, damit „das Training in der Turnierwoche eine Spur entspannter ablaufen und ich mit Vorwissen an den Start gehen kann. Damit kann ich den Heimturnierstress, der mit Sicherheit entstehen wird, ein bissl abdämpfen“. Ziel sei es jedenfalls, vorne mitzuspielen. „Ich glaube, wenn man gut vorbereitet ist und das Heimpublikum im Rücken hat, dann ist alles möglich.“

Grundsätzlich sieht Wiesberger sein Golfspiel auf einem guten Level, Schwung und Ball habe er gut unter Kontrolle. „Ich will an die letzten Turnierrunden von China anschließen. Ich möchte mich natürlich wieder so oft wie möglich in die Position spielen, dass ich am Sonntag weit oben am Leaderboard bin. Wenn ich mir diese Chancen gebe, bin ich durchaus fähig, ganz oben mitzuspielen.“

Wichtig sei, wieder mehr Konstanz auf den Platz zu bringen. Dass die Turniere in der Ferne nun erst einmal vorbei sind, soll dabei helfen. Seit Montag weilt Wiesberger in Antwerpen. „Es freut mich, dass es jetzt in Europa losgeht - mit kürzeren Reisestrapazen und auf Golfplätzen, die ich kenne und wo ich teilweise sehr gute Erinnerungen habe.“ Zuletzt habe er am Abschlag gefeilt, „weil in Belgien, Österreich und in Holland sind die Golfplätze vom Tee relativ selektiv“.

Kritik am Punktesystem

Weitere Höhepunkte sind im Juli die Scottish Open sowie im September das Flaggschiff-Event der Tour im Wentworth Club nahe London. Eine Major-Teilnahme ist hingegen ungewiss. „Es ist in den letzten Jahren um einiges schwieriger geworden, wenn nicht fast unmöglich als Mitglied der DP World Tour. Da muss man ehrlich sagen, dass die Punkte auf unserer Tour mangelhaft sind, um sich über die Weltrangliste für die Majors zu qualifizieren, was ich sehr schade finde. Die Qualität unserer Spieler wird nicht adäquat in der Weltrangliste repräsentiert“, kritisierte der Ryder-Cup-Spieler von 2021.

Verbesserung sei keine in Sicht. „Da muss man fragen, ob das fair ist. Vor allem weil man eben sieht, dass die Qualität, die aus Europa kommt und die Spieler, die sich qualifiziert haben, auf der PGA-Tour auch wirklich großartig spielen“, sagte Wiesberger mit Blick auf die Erfolge von Straka, Ludvig Åberg oder Rory McIlroy. Saisonziel ist daher das Tour-Play-off in Abu Dhabi und Dubai.