Isabella Holpfer: „Das Niveau wird jedes Jahr besser“

Golf/LET Access Series

Ein Schlag fehlte Isabella Holpfer beim Pre-Qualifier in Marokko, um in die finale Phase der „Q-School“ für die Ladies European Tour einzuziehen. Für die neue Saison plant die Olbendorferin einen neuen sportlichen Angriff auf der LET Access Series, auch wenn die Aufgabe durch die steigende Konkurrenz nicht leichter wird.

Isabella Holpfer, hier mit ihrem Coach Max Baltl, beim Allegria Ladies Open in Stegersbach.

Isabella Holpfer, hier mit ihrem Coach Max Baltl, beim Allegria Ladies Open in Stegersbach.

© Lexi, Jens Krauss

Nach der ersten Saison auf der Einsteiger-Profiebene der Frauen hat sich Isabella Holpfer auch für das Jahr 2026 wieder die volle Tourkarte für die besagte LET Access Series gesichert. Wenn man so will, hat die 24-Jährige somit auch ihr Minimalziel erreicht. Das große sportliche Ziel lautet freilich Ladies European Tour, sprich die Königsklasse im Profigolf bei den Frauen in Europa. Holpfer hätte allerdings in den Top-Sieben der Rangliste landen müssen, um direkt aufzusteigen.

Geworden ist es Platz 36, weshalb die Südburgenländerin über die Qualifikation, also die „Q-School“ den Anlauf zum potenziellen Aufstieg nehmen musste. Weil es nicht die Top-30 wurden, war zudem zusätzlich der „Pre-Qualifier“ in Marokko nötig, um in die „Final Stage“ aufzusteigen. Hier waren retrospektiv Startschwierigkeiten zu Saisonbeginn mitverantwortlich dafür, dass es ranglistentechnisch nicht weiter nach vorne ging. Vier von fünf Turniere endeten am Beginn außerhalb der Cut-Marke. Dafür sorgte Holpfer beim Heim-Event in Stegersbach, den Allegria Ladies Open, mit Platz zehn für ein persönliches Highlight. Unterm Strich war es aber zu wenig, um einen deutlichen Sprung nach oben in der Jahresliste machen zu können.

Ein Schlag zu viel für die finale Quali-Phase

Zurück zum Pre-Qualifier in Marokko: An vier Plätzen kämpften die Anwärterinnen von 10. bis 12. Dezember drei Runden lang um die Top-Plätze, die zum Aufstieg in das Finalturnier berechtigten. Im Fall von Isabella Holpfer war das im Fairmont Royal Palm Golf & Country Club ein Platz unter den besten 21 Spielerinnen. 219 Schläge waren nötig, Holpfer beendete das Turnier mit 220 Schlägen, unmittelbar über der Cut-Marke. „Das war schon sehr bitter. Lieber hätte ich den Cut um ein paar Schläge verpasst“, blickt Holpfer mit ein paar Tagen Abstand doch etwas wehmütig auf das Ergebnis zurück.

Dass es nicht gereicht hat, war freilich das Gesamtprodukt dreier unterschiedlicher Leistungen. +1, +5 und -2 waren die sportlichen Bilanzen am 72-Loch-Kurs - und die Gesamtsumme von vier über Par war dann eben knapp zu wenig. Ganz klar war hier der zweite Tag der Schlüssel, auch wenn „die Fahnenpositionen da für alle Spielerinnen am schwierigsten waren“, weiß Holpfer. So gesehen wiederum gewinnt der verpasste Putt aus 1,5 Metern am dritten Tag auf der 18 klarerweise noch mehr an bitterer Bedeutung, wenn es darum geht, verpasste Chancen aufzurollen.

Burgenlands Profigolferin weiß aber auch sehr wohl, dass ein Ticket für die Final Stage der Qualifikation noch lange kein Ticket für die Ladies European Tour bedeutet hätte. Dann hätte die sportliche Knochenmühle erst recht weiter an Fahrt aufgenommen. Zur Einordnung: 90 Spielerinnen kämpfen beim Finalturnier, das über insgesamt fünf Runden geht, um vergleichsweise wenige Startplätze. Die besten 20 (und alle Gleichplatzierten) schaffen den Sprung in Europas Elite-Tour.

Die Olbendorferin wird nun bis auf weiteres in der Heimat bleiben und vor allem den Schläger einige Zeit beiseitelegen, um abzuschalten und die Golf-Akkus neu aufzuladen. Weiter geht es im neuen Jahr, wo dann im April die LET Access Series wieder durchstartet. Isabella Holpfers Erwartungshaltung für die neue Saison: „Ich darf mich während der Saison nicht zu sehr darauf fokussieren, wo ich gerade stehe. Vieles ist hier auch eine mentale Sache.“

Und eines ist auch klar: Zahlreiche Golferinnen geben auch auf dieser Ebene Druck, was die Angelegenheit nicht einfacher macht, Stichwort höhere Konkurrenz: „Es drängen sehr gute Spielerinnen vom College nach, das Niveau wird hier jedes Jahr besser.“