Asbest: Was in den Steinbrüchen gemessen wurde

Grenzwert überschritten

Zu Jahresbeginn wurden die Steinbrüche bei Pilgersdorf, Bernstein, Rumpersdorf und Badersdorf wegen hoher Asbestwerte behördlich gesperrt. Wie die BVZ in Erfahrung bringen konnten, wurden Werte von mehr als 10.000 Fasern pro Kubikmeter Luft gemessen.

Im Oktober 2025 war einer der nun gesperrten Steinbrüche - jener bei Pilgersdorf - Schauplatz einer großangelegten Katastrophenschutzübung.

Im Oktober 2025 war einer der nun gesperrten Steinbrüche - jener bei Pilgersdorf - Schauplatz einer großangelegten Katastrophenschutzübung.

© Michaela Grabner

Damit wurde ein neuer Grenzwert für die Schadstoffbelastung an Arbeitsplätzen überschritten, der seit heuer gilt. Zuvor lag der Grenzwert bei 100.000 Fasern pro Kubikmeter Luft.

Erste Luftmessungen hatten im Frühjahr 2025 außerhalb des Steinbruchs Rumpersdorf stattgefunden, weil für diesen eine Erweiterung geplant war. Dies gab nun das Land Burgenland in der Beantwortung einer Anfrage der BVZ bekannt. Die Messungen seien von der österreichischen Staubbekämpfungsstelle im Auftrag der Steinbruch-Betreiber durchgeführt worden.

Außerhalb des Steinbruchs wurde damals ein Wert von 800 Fasern pro Kubikmeter Luft gemessen. Daraufhin wurden auch in Allersdorf Luftmessungen durchgeführt, und zwar bei laufendem Betrieb des Steinbruchs Rumpersdorf. Dabei sei ein Wert von 300 Fasern pro Kubikmeter Luft gemessen worden, heißt es seitens des Landes.

Behörde hatte Arbeitsplatzmessungen angeordnet

Von der zuständigen Behörde - der Bezirkshauptmannschaft - seien Arbeitsplatzmessungen in den drei Steinbrüchen im Bezirk Oberwart - bei Bernstein, Rumpersdorf und Badersdorf - angeordnet worden. In weiterer Folge seien bei diesen drei Steinbrüchen und beim Steinbruch Pilgersdorf im Bezirk Oberpullendorf auch Gesteinsproben von Splitt und Staub entnommen worden.

„Diese Proben wurden auswertet und dabei wurde Asbest mit einem Anteil von über 0,1 Masseprozent festgestellt“, heißt es seitens des Landes. Laut der Umweltorganisation Greenpeace, die im Jänner im Burgenland an mehreren Stellen Proben entnommen hatte, die positiv auf Asbest getestet wurden, gilt Material mit mehr als 0,1 Prozent Asbestanteil als gefährlicher Abfall, der unter strengen Sicherheitsauflagen geborgen und in Asbestdeponien entsorgt werden müsse.

„Grenzwert zum Teil überschritten“

Bei den Luftmessungen in den vier Steinbrüchen wurde „der jetzt geltende Grenzwert (10.000 Fasern pro Kubikmeter) zum Teil überschritten“, informierte das Land auf Anfrage der BVZ. Relevant sei dieser Grenzwert für den Arbeitnehmerschutz. Für Asbest in der Luft außerhalb der Steinbrüche gebe es keine Grenzwerte.

Für die Schließung der Steinbrüche sei ausschlaggebend gewesen, dass „eine Belastung durch die Verbringung von Staub, wie er beim normalen Betrieb von Steinbrüchen permanent entsteht, nicht ausgeschlossen werden konnte“, erklärte das Land in der Beantwortung der BVZ-Anfrage.

Aufgrund der Probenanalysen habe die Vermutung bestanden, dass der Staub aus den Steinbrüchen asbestbelastet ist. Laut Mineralrohstoffgesetz habe die Behörde erforderliche Sicherheitsmaßnahmen aufzutragen, wenn für die Gesundheit der Arbeitnehmer oder fremder Personen gefährdet sein kann.

Umweltanwalt: „Asbestmaterial setzt Fasern frei“

„Bei der Bearbeitung im Steinbruch ist klar: Asbestmaterial setzt Fasern frei“, informierte der burgenländische Umweltanwalt Michael Graf auf Anfrage der BVZ. In der alltäglichen Benützung der Mineralien könnten Steine, „die oberflächig helle, meist längs orientierte Stellen haben, wo auch Fasern sichtbar sind, schon bei mäßiger Beanspruchung (z.B. Befahren) Asbest freisetzen“, so der Umweltanwalt.

Dieses Fasern müssten aber erst den Weg in die Luft finden. Bei feuchter Witterung oder Besprühen mit Wasser sei dies unwahrscheinlich, so die Einschätzung des Experten.

Bei aktuellen Luftmessungen des Landes wurden keine erhöhten Asbestwerte festgestellt - die BVZ berichtete.

Am 16. Februar wird sich der Landtag im Rahmen einer Sondersitzung mit dem Thema Asbest befassen.