10:9 für neues Freizeitzentrum in Bad Tatzmannsdorf
ÖVP enthielt sich
Nach über 20 Jahren intensiver Planung und zahlreicher Meetings ist es soweit: Bad Tatzmannsdorf erhält ein neues Freibad und ein Freizeitzentrum. Mit einer Landesförderung von zwei Millionen Euro beginnt der Bau bereits im Herbst 2024. Die ÖVP enthielt sich der Stimmen und hat klare Argumente dafür.
Das neue Freizeitzentrum soll im Bereich des heutigen Freibades entstehen.
© Bertie Unger
Es ist ein lang diskutiertes Großprojekt, aber nun ist es fix: Der Kurort bekommt ein neues Freibad und Freizeitzentrum. In der jüngsten Gemeinderatssitzung kam es zur Präsentation der endgültigen Ergebnisse für das Projekt „Freizeitzentrum neu“ und zur Beschlussfassung der Vertragsunterlagen mit der Projektentwicklung Burgenland GmbH.
Der Antrag der SPÖ wurde mit 10 Stimmen dafür (SPÖ und PFFPÖ) und neun Stimmenthaltungen (ÖVP) angenommen. „Damit wurde ein klares Zeichen für eine lebenswerte und wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft unseres Ortes gesetzt“, sagt SPÖ-Vizebürgermeisterin Christine Kotschar.
„Unser Anspruch ist es, unseren Kindern, der Bevölkerung und den ansässigen Vereinen nachhaltig die besten Rahmenbedingungen bieten zu können. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir als Tourismus- und Kurort zudem einem hohen touristischen Anspruch gerecht werden müssen“, sagt Kotschar, die als Arbeitskreisleiterin für dieses Projekt zuständig ist.
„Das Freibad ist auch mit einem enormen emotionalen Wert verbunden, und nun steht fest: Wir sichern unser Freibad auch für nachfolgende Generationen ab“, so Kotschar, die in diesem Projekt eine ansprechende und zukunftsorientierte Freizeitanlage sieht, die auf die Bedürfnisse und Anforderungen der einheimischen wie auch touristischen Besucher:innen eingeht. „Ein großartiger Beitrag zur Realisierung des Projektes ist die Zusage von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, die Umsetzung seitens des Landes mit rund zwei Millionen Euro zu unterstützen“, freut sich die Vizebürgermeisterin.
Die ÖVP enthielt sich der Stimmen
„Grundsätzlich und dies wurde von mir und der ÖVP-Fraktion auch öffentlich mehrfach kundgetan, unterstützen wir das Projekt Freizeitzentrum und sehen auch ganz eindeutig den Bedarf für unsere Mitbürger:innen, Familien, die Vereine und den touristischen Nutzen, sowie den Mehrwert für unsere Gäste. Wir waren im Arbeitskreis auf dem richtigen Weg, auch die Bestätigung der Kooperation mit der PEB, der Architektenwettbewerb und die Beauftragung der BDO waren der richtige Schritt, um nach Vorliegen von allen Zahlen, Daten und Fakten mit dem Bau des neuen Freizeitzentrums zu beginnen“, sagt Bürgermeister Stefan Laimer.
„Es geht mir in meiner Funktion als Bürgermeister, Befürworter für das Projekt Freizeitzentrum und Vertreter der ÖVP-Fraktion im Namen aller ÖVP-Gemeinderäte nicht darum, das Projekt nicht umzusetzen, ganz im Gegenteil. Mir war es mit der Auflistung dieser Fakten wichtig, dass jeder Gemeinderätin und jedem Gemeinderat bewusst ist, dass die heutige Beschlussfassung finanzielle und wirtschaftliche Folgen für die Gemeinde Bad Tatzmannsdorf haben, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht belegt sind“, sagt Laimer abschließend.
Noch keine schriftliche Bestätigung
„Ich gratuliere Vizebürgermeisterin Kotschar, dass eine Bedarfszuweisung in der Höhe von 2 Millionen Euro brutto für das Projekt Freizeitzentrum Bad Tatzmannsdorf ermöglicht werden kann. Bis dato liegt der Gemeinde Bad Tatzmannsdorf keine schriftliche Bestätigung über den Erhalt und die Höhe einer Bedarfszuweisung für das Projekt Freizeitzentrum vor“, sagt Laimer. „Eine vorläufige Gesamtbelastung (Annahme Zinssatz von 4,20%) für eine Tilgungsdauer von 25 Jahren, sprich bis zum Jahr 2052 betragen exakt 12.223.840,48. Dazu liegen weder eine Wirtschaftlichkeitsrechnung von der BDO, noch eine Prüfung der Aufsichtsbehörde des Landes vor. Wir stehen zu dem Projekt, aber es ergeben sich auch Summen im laufenden Betrieb, das muss man alles berücksichtigen. So eine Entscheidung kann man nur treffen, wenn alle Parameter definiert sind“, sagt der Bürgermeister der Kurgemeinde. „Bei dieser finanziellen Verantwortung konnten wir nichtzustimmen, eine emotionale Entscheidungen hat da keinen Platz“, so Laimer.
Das Projekt wurde mit 10:9 Stimmen beschlossen. Bereits im Herbst 2024 soll laut Vizebürgermeisterin Christine Kotschar der Baubeginn erfolgen. Gebaut wird durch die PEB (Projektentwicklung Burgenland).