Gols: Hanfhersteller Deep Nature Project erneut pleite

Hanf- und Vitalprodukte

Das Golser Unternehmen Deep Nature Project GmbH ist insolvent. Am 22. September 2025 eröffnete das Landesgericht Eisenstadt ein Konkursverfahren. Rund 70 Gläubigerinnen und Gläubiger sowie 16 Beschäftigte sind betroffen. Die Verbindlichkeiten belaufen sich nach Angaben von KSV1870 (Kreditschutzverband von 1870) und AKV (Alpenländischer Kreditorenverband) auf etwa 3,2 Millionen Euro

Das Unternehmen Deep Nature Project GmbH durchlief bereits 2022 ein Sanierungsverfahren.

Das Unternehmen Deep Nature Project GmbH durchlief bereits 2022 ein Sanierungsverfahren.

© Shutterstock, Vitalii Vodolazskyi

Hersteller von Hanf- und Vitalprodukten

Deep Nature Project wurde 2004 gegründet und zählt zu den führenden europäischen Herstellern von Bio-Hanf- und Vitalprodukten. Zum Sortiment gehören cannabinoidhaltige Öle und Kapseln mit Cannabidiol (CBD) und Cannabigerol (CBG) als Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika, Hanf-Lebensmittel sowie Tierfutterergänzungsmittel. Die Produkte werden unter den Marken „MEDIHEMP“, „SATIVA BEAUTY“ und „VETRIHEMP“ vertrieben, Algenprodukte unter dem Namen „algavital“. Die Produktionsbasis bilden EU-zertifizierte Industriehanf-Pflanzen mit einem maximalen THC-Gehalt von 0,2 Prozent.

Rückblick auf frühere Insolvenz

Bereits 2022 musste Deep Nature Project ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht Eisenstadt durchlaufen. Damals akzeptierten die Gläubigerinnen und Gläubiger einen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent. Wie der Alpenländische Kreditorenverband berichtet, erschwerten Verluste in den Jahren 2023 und 2024 sowie Rückforderungen von ursprünglich zugesagten COFAG-Förderungen die Erfüllung der vereinbarten Quoten. Trotz Kostensenkungen fehlten Mittel für den Vertrieb, was die wirtschaftliche Lage zusätzlich belastete.

Ausblick ungewiss

Die Insolvenzverwalterin, die Kanzlei Kosch & Partner Rechtsanwälte GmbH in Eisenstadt, wird nun die wirtschaftliche Situation prüfen. Ob der Betrieb fortgeführt werden kann, ist offen. Sowohl KSV1870 als auch AKV verweisen darauf, dass bereits Interessenten für eine mögliche Übernahme mit dem Unternehmen in Kontakt getreten seien. Über das weitere Vorgehen werde im Verfahren entschieden.

Die Anmeldefrist für Forderungen endet am 3. November 2025, die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für den 17. November 2025 anberaumt. Forderungen können über KSV1870 (ins.forderungen@ksv.at) oder den Alpenländischen Kreditorenverband eingebracht werden.