Burgenlands Fußballverbands-Spitze wird außerordentlich

Hauptversammlung fix

Der BFV-Vorstand beschloss in seiner Sitzung am Dienstagabend für 17. Juni eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen. Dabei steht Präsident Johannes Wutzlhofer als Kandidat des BFV-Wahlausschusses zur Wahl an der Spitze. Die Führungsetage des Burgenländischen Fußballverbands will mit diesem Schritt Klarheit schaffen und den Vereinen die Möglichkeit zur Wahl zu geben. Ob der ehemalige BFV-Boss Georg Pangl dann als Gegenkandidat für das Amt des Präsidenten antritt, bleibt offen. Nötig wären dafür aber noch entsprechende Unterstützungserklärungen.

BFV-Präsident Johannes Wutzlhofer wäre im Zuge einer außerordentlichen Hauptversammlung im Dezember gewählt worden. Nun wird bereits am 17. Juni gewählt. Fotos: Martin Ivansich

BFV-Präsident Johannes Wutzlhofer wäre im Zuge einer außerordentlichen Hauptversammlung im Dezember gewählt worden. Nun wird bereits am 17. Juni gewählt. Fotos: Martin Ivansich

© Ivansich

Die Hürde, die sich Georg Pangl selbst auferlegte, als er sich am 26. April in einem Schreiben an die Vereine des Burgenländischen Fußballverbands wandte, war riesengroß – und überraschte wahrscheinlich alle in dieser Dimension. Der Ex-Präsident stehe aufgrund der positiven Rückmeldungen für ein mögliches Comeback zur Verfügung, dafür benötigt es aber eine außerordentliche Hauptversammlung. Zehn Prozent der ordentlichen Mitglieder (152 Vereine und 15 stimmberechtigte Personen des Vorstands), das sind gerade einmal 17 Klubs, sind als Unterstützung nötig, um eine solche zu beantragen. Pangl bestand in dem Schreiben auf eine zahlenmäßige Klarheit. Mindestens 75 Prozent der Vereine sollten ihn unterstützen, um der Bereitschaft, als Präsidentschaftskandidat zur Verfügung zu stehen, den positiven Ausschlag zu geben. Am Dienstag wurde der Antrag beim Verband deponiert, laut BFV sind es 27 Vereine. 114 wären für die besagten 75 Prozent nötig gewesen. Georg Pangl hat hier seinen Zugang geändert, sagt: „Ich fühle mich diesen Vereinen gegenüber einfach verpflichtet. Es wäre der falsche Weg, wenn ich sage, ich mache es nicht, nur weil es eben keine 75 Prozent an Unterstützung sind.“

Burgenlands Fußballverbands-Spitze wird außerordentlich

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Längst ist die mögliche Rückkehr von Pangl ein schwelendes Spannungsfeld mit der aktuellen BFV-Spitze. Der Ex-Präsident sieht sich nachträglich vom Präsidium Ende November zum Rücktritt gedrängt, die Verbands-Führung wiederum beschwört das neue Miteinander. Nachdem Pangl aktiv am 21. April ein ausführliches Schreiben an alle BFV-Vereine schickte, weil er eine Richtigstellung rund um ein Protokoll der Gruppe Süd-Sitzung vom Dezember 2024 verfasste, reagierte man dann seitens des Präsidiums, um „Klarheit zu schaffen“. Zur Sprache kamen Verfehlungen des ehemaligen Verbands-Chefs. Die hätte man bewusst außen vor gelassen, damit Ruhe einkehrt. Das sei jetzt aber nicht mehr möglich. Johannes Wutzlhofer, der Rechtsmittelreferent wurde nach Pangl vom Vorstand zum neuen Präsidenten gewählt, sprach von „Geschäften, bei denen auch Georg Pangl persönlicher Profiteur war. Compliance ist hier ein ganz wichtiges Thema.“ Auch der „autokratische Führungsstil“ und ausgeübter Druck auf Mitarbeiter, um gewisse Infos nicht an das Präsidium weiterzugeben, wurden genannt. Wutzlhofer: „Das war eine systematische Vorgehensweise.“

BFV-Vorstand beschloss die Hauptversammlung

Am Dienstagabend stellte der Jurist dann auch klar: „Wir haben eine externe Rechtsberatung beigezogen, die aktuell die zivilrechtlichen Ansprüche gegen Georg Pangl geltend macht und diese Woche noch ein Forderungsschreiben verschicken wird.“

Dienstagabend deshalb, weil die Verbandsspitze in der Fußballakademie Burgenland eine Vorstandssitzung abhielt. Im Anschluss präsentierten Wutzlhofer, Vizepräsident Harald Schermann, der auch gleichzeitig Vorsitzender des BFV-Wahlausschusses ist, sowie Geschäftsführer Bernd Eger den anwesenden Pressevertretern die Ergebnisse. Auf das Thema „Präsidentschaft“ bezogen fiel die Entscheidung des Verbands, um in dem Spannungsfeld Klarheit zu schaffen: Am 17. Juni wird im Bezirk Oberpullendorf (der genaue Ort wird noch bekanntgegeben) eine vom BFV-Vorstand beschlossene außerordentliche Hauptversammlung stattfinden.

Hier wurde dann auch die Vorgeschichte erklärt: Bereits im Jänner wollte man seitens des Wahlausschusses den besagten 17. Juni fixieren. Der damalige Haken: Parallel wird auch eine Angleichung der Statuten an jene des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) angestrebt. Beim ÖFB findet allerdings erst diesen Sonntag (18. Mai) die Hauptversammlung in Bregenz statt. Dabei wird Wutzlhofer auch zum Stellvertreter seitens der Landesverbände für den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Pröll bestellt.

Bei den Statuten geht es, wie Schermann sagt, „um eine Strukturänderung und eine Neuaufstellung des Verbands“. Dieser Schritt benötigt aber nicht nur ebenfalls eine außerordentliche Hauptversammlung, sondern auch einiges an Vorlaufzeit. Also hatte man sich in weiterer Folge auf einen Terminzeitraum im Winter verständigt, zumal Wutzlhofer in der Zwischenzeit bereits kommuniziert hatte, weiter als BFV-Präsident zur Verfügung zu stehen und somit auch an der Spitze keine personelle Gefahr eines Vakuums gegeben war.

Nun aber habe man, wie Schermann ausführte, die „jüngsten Ereignisse rund um die Motivation von Georg Pangl, eine außerordentliche Hauptversammlung zu iniziieren“, zum Anlass genommen, um doch am 17. Juni selbst eine solche per Vorstandsbeschluss einzuberufen – mit dem Tagesordnungspunkt „Wahl des Präsidenten“.

Wutzlhofer: „Diese Hauptversammlung gibt es also nicht auf Basis dieser Anträge, sondern auf Basis eines Vorstandsbeschlusses. Wir wollen die Situation ein für alle Mal klären, gehen nun selbst in die Offensive.“ Zu einem späteren Zeitpunkt würden dann die Statuten geändert werden. Schermann: „Sinnvoll wäre es zwar gewesen, das zu kombinieren, aber so haben wir dann andererseits keinen Zeitdruck für die Statuten. Wir wollen jetzt keine ständige Unruhe, sondern einen Strich, um uns dann mit wirklich wichtigen Themen für den Verband zu beschäftigen.“

Burgenlands Fußballverbands-Spitze wird außerordentlich

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Ob Georg Pangl im Kontext der Wahl als Gegenkandidat von Wutzlhofer aufgestellt wird, hängt nun davon ab, ob es mindestens zehn Prozent an Unterstützung der ordentlichen Mitglieder für ihn gibt und im Rahmen der Fristen ein entsprechend gestützter eigener Antrag als externer Präsidentschaftskandidat gestellt wird. Mittwochfrüh wollte sich der Stotzinger gegenüber der BVZ in diesem Zusammenhang noch nicht festlegen, ob er überhaupt zur Verfügung stehen würde: „Ich lasse das im Sinne der Vereine jetzt noch offen.“

Johannes Wutzlhofer jedenfalls will mit der demokratischen Legitimation der Vereine eine endgültige Lösung an der Spitze schaffen, ganz unabhängig davon, ob dann auch Pangl per Antrag vorgeschlagen wird. „Wenn es andere Kandidaten gibt, dann werde ich mich als Kandidat des Wahlausschusses dieser Wahl stellen. Punkt.“