Johannes Wutzlhofer und die Bestätigung als BFV-Präsident

Hauptversammlung

Im Rahmen der außerordentlichen Hauptversammlung des Burgenländischen Fußballverbands (BFV) wurde Johannes Wutzlhofer an der Spitze des Verbands auch von den Vereinen gewählt. Zu einer Kampfabstimmung gegen Ex-Präsident Georg Pangl kam es nicht. Der entsprechende Antrag dafür hatte nicht die nötige Mehrheit. Auch eine Stellungnahme Pangls wurde vor der Wahl nicht zugelassen.

Johannes Wutzlhofer (r.) wurde zum BFV-Präsidenten gewählt, Heinz Manninger ist sein Nachfolger als neuer Rechtsmittelreferent.

Johannes Wutzlhofer (r.) wurde zum BFV-Präsidenten gewählt, Heinz Manninger ist sein Nachfolger als neuer Rechtsmittelreferent.

© Bernhard Fenz

Am 17. Juni schloss sich nun bis auf weiteres ein Kapitel, das seit 21. November 2024 Burgenlands Fußballöffentlichkeit schwelend begleitet: jenes des BFV-Präsidenten. Das war Georg Pangl seit 9. März. Am besagten 21.11. trat er zurück. Am 6. Dezember wählte der BFV-Vorstand Rechtsmittelreferent Johannes Wutzlhofer einstimmig und von den Bestimmungen gedeckt zum neuen Präsidenten. Dieser betonte anfangs, nur interimistisch aktiv zu sein. Eine fixe Lösung für die Nachfolge wolle man bis Juni haben. Mittlerweile hat sich der 47-jährige Jurist mit sich als Langzeitlösung angefreundet. Das ist im Sinn der BFV-Führungsriege, weshalb er auch vom Wahlausschuss für die außerordentliche Hauptversammlung am Dienstag im Sport-Hotel-Kurz Oberpullendorf als Kandidat vorgeschlagen wurde.

Dort wurde Wutzlhofer als einziger Kandidat mit 92 grünen Stimmen der 134 Wahlberechtigten als Präsident im Amt bestätigt. Sechs gehobene Stimmkarten waren bei der offenen Wahl mit der Farbe Rot versehen, was ein Nein bedeutet. 36 Vertreter hoben nicht die Hand und enthielten sich somit.

Wenn man so will, haben nun also auch die Vereine ihren Sanktus gegeben. Da Wutzlhofer bislang auch noch Rechtsmittelreferent war, wurde diese Position in Oberpullendorf neu gewählt. Heinz Manninger war der einzige Vorschlag, der mit 116 Stimmen bestellt wurde.

Die Wahl ist somit nach außen auch das vorzeitige Ende der Begleiterscheinungen rund um den Rücktritt von Georg Pangl, die bis heute nachschwingen. Der Stotzinger – er war seit seiner Wahl im März 2024 auf Achse – betont stets, in seinem Tun als BFV-Präsident zum Wohle und zum Fortschritt des Verbands gehandelt zu haben. Ebenso sei er am besagten 21. November zum Rücktritt gedrängt worden, er wäre von sich aus nicht gegangen. Ein Protokoll der Gruppe Süd-Sitzung vom Dezember 2024, bei dem Pangl für sich einiges richtigzustellen hatte, und der Zuspruch mancher Vereine weckten zu Ostern schließlich die Lust auf ein Comeback.

Seitdem ist man auch vom BFV aus wesentlich offensiver, was das Thema betrifft. Zuletzt wurde gar eine Sachverhaltsdarstellung in der „Causa Pangl“ bei der Staatsanwaltschaft Eisenstadt eingebracht. Der Vorwurf: Pangl habe dem BFV nicht nur finanziellen Schaden zugefügt, sondern sich in seiner Zeit als BFV-Präsident auch persönlich ungerechtfertigt bereichert. Zur Anzeige gebracht wurden unter anderem „Reisekosten- und Diätenabrechnungen, die mehrjährige Anmietung von Fahrzeugen von einem oberösterreichischen Unternehmer“ oder der „Abschluss von Verträgen für nicht nachvollziehbare Leistungen. Alle vorgenannten Sachverhalte erfolgten jeweils ohne Einbindung bzw. Zustimmung der erforderlichen Gremien.“ Pangl wollte im Rahmen der außerordentlichen Hauptversammlung gegenüber den Vereinen seine Sicht der Dinge darlegen. So sagte er im Vorfeld: „Ich habe ein reines Gewissen und werden den Vereinen am Dienstag – sofern man mich lässt – die Sachlage aus meiner Sicht darlegen und restlos aufklären.“

BFV-Bühne blieb für Pangl vor der Wahl geschlossen

Die Gelegenheit dazu ergab sich nicht. Jedenfalls nicht zum gewünschten Zeitpunkt. Erst stellte der SV Leithaprodersdorf in Person von Sepp Bauer nach der Begrüßung und der Genehmigung des Protokolls der letzten Hauptversammlung im Vorfeld der Wahl einen Antrag, dass Georg Pangl eine persönliche Erklärung abgeben dürfe. Dieser wurde seitens des Wahlausschuss-Vorsitzenden Harald Schermann abgelehnt. Begründung: Jetzt gehe es ausschließlich um die Wahl, die durchzuführen sei, im Anschluss könne dann unter „Beschlussfassung über etwaige Anträge und Allfälliges“ ein solcher Antrag gestellt werden.

Johannes Wutzlhofer und die Bestätigung als BFV-Präsident

© Bernhard Fenz

Weil Pangl freilich ebenso im Vorfeld klargestellt hatte, als Präsidentschaftskandidat zur Verfügung zu stehen, wenn die Vereine das wollen, war seitens des Stotzingers Redezeit vor der Wahl aber zwingend nötig. Schließlich galt es die anwesenden Klubs zu erreichen. Der eine oder andere Vertreter kritisierte hier auch, dass Pangl nicht reden oder sich erklären dürfe. Man solle doch einfach gleich darüber abstimmen. Am Ende machte Schermann aber noch einmal deutlich, sich hier klar auf die Wahlordnung zu beziehen. „Das ist zu diesem Zeitpunkt keine Bühne, dass sich hier jemand rechtfertigt. Das kann ich nicht zulassen.“

Pangl, der als Vertreter des UFC Stotzing vor Ort war, stand dann selbst auf, ging direkt vor die Bühne mit der BFV-Führungsriege und forderte ein, dass man als Mitglied Rednerzeit habe. Auch hier blieb Schermann unbeeindruckt.

Woraufhin der SV Leithaprodersdorf dann den Antrag stellte, Georg Pangl als Präsidentschaftskandidat zuzulassen. Dieser – thematisch passende – Antrag benötigt, weil er erst nach der gesetzten Frist (bis drei Wochen vor der Hauptversammlung) eingebracht wurde, eine Zweidrittelmehrheit. Als klar war, dass diese nicht zustande kommen würde, verließ Pangl den Saal. 56 Delegierte stimmten dagegen, 54 dafür, 24 enthielten sich - das reichte nicht. Später sagte er gegenüber der BVZ: „Ich finde es sehr enttäuschend, dass man als Mitglied nicht sein Grundrecht ausüben und zum passenden Zeitpunkt auch eine Stellungnahme abgeben darf.“

Johannes Wutzlhofer und die Bestätigung als BFV-Präsident

© Bernhard Fenz

Bei der darauffolgenden Wahl hatten sich die gebildeten leichten Wogen bei den Anwesenden dann wieder geglättet. Johannes Wutzlhofer wurde wie erwartet bestätigt und sagte im Anschluss unter anderem: „Ich verspreche nicht, dass euch jede Entscheidung gefallen wird, aber was ich euch versprechen werde: Wir werden euch einbinden, verantwortungsvolle Entscheidungen treffen, als Team arbeiten und auch als Team funktionieren. Wir stehen für ein Miteinander. Ich danke für eure Unterstützung, ihr werdet uns daran messen können.“ Zur Vergangenheit meinte der Verbands-Boss übrigens: „Ich muss mich entschuldigen, wie sich der BFV dargestellt hat.“

Auch der praktische Ablauf der außerordentlichen Hauptversammlung war übrigens ausbaufähig. So sorgten zahlreiche Aussetzer der Lautsprecheranlage unter den Anwesenden für eine Melange aus Belustigung und Ärger. Kritisch angeführt wurden bei den abschließenden Wortmeldungen aus dem Publikum auch die Statuten. Anregungen wie die Notwendigkeit, in jedem Fall geheim abzustimmen, oder die Kritik am Umstand, dass auch der Vorstand und das Präsidium mitwählen darf, waren hier dabei, um Beispiele zu nennen. Ein finaler Stimmungsbarometer war dann aber auch klar feststellbar: Für die meisten Vereine ist die zuletzt schon recht zäh gewordene Präsidentschaftsthematik nun endgültig vorbei. Der Wunsch für die Zukunft war spürbar. Es soll jetzt endlich wieder nur um eines gehen: den Fußball im Burgenland.