Cannabis-Plantage im Wald bei Pöttsching führte Duo vor Gericht

Täter aus Niederösterreic

Ein 29-jähriger Mann aus dem Bezirk Baden baute bei Pöttsching Cannabis an. Ein 32-Jähriger aus dem Raum Wiener Neustadt half ihm und muss jetzt eine Geldbuße bezahlen.

Der 32-jährige Angeklagte bekannte sich reumütig schuldig und erhielt eine Diversion mit Geldbuße.

Der 32-jährige Angeklagte bekannte sich reumütig schuldig und erhielt eine Diversion mit Geldbuße.

© BVZ/Kirchmeir

Wegen seines Beitrags zur Erzeugung von Suchtgift musste sich der 32-Jährige am 12. Juni 2024 am Landesgericht Eisenstadt verantworten. Er bekannte sich „einsichtig schuldig“.

„Mir ist erst im Nachhinein bewusst geworden, dass das schon ein riesengroßer Blödsinn war, strafrechtlich“, sagte er gleich zu Beginn.

Mit jenem 29-jährigen Mann, der im Vorjahr in einem Waldstück bei Pöttsching (Bezirk Mattersburg) Cannabis angebaut hatte, verbinde ihn eine Freundschaft. „Er hat mir über die Zeit hinweggeholfen, wo ich mich von meiner früheren Lebenspartnerin getrennt habe“, berichtete er.

Gemeinsam habe man Joints geraucht. „Das war aber nicht die direkte Blütenform, sondern die Rest von der Pflanze, weil ich gesagt habe, dass ich das so möchte“, erklärte der Angeklagte. „Ich habe in der Vergangenheit wegen chemischer Substanzen zwei gute Freunde verloren und hatte ein wenig Angst vor den körperlichen Auswirkungen“, führte er weiter aus.

Freund fragte, „ob ich ihm helfen kann“

Immer wieder habe er seinen Freund gefragt, woher dieser das Cannabis beziehe. „Ich hätte das nicht angegriffen, wenn es von der Straße gekommen wäre“, sagte der 32-Jährige. Zunächst habe sein Freund zur Herkunft des Cannabis nichts mitgeteilt, dann aber „aus heiterem Himmel gefragt, ob ich ihm helfen kann“.

Es ging darum, den Freund zu entlasten, der im Gesundheitsbereich tätig ist und wegen seiner Nachtdienste nicht ausreichend Zeit fand, die Plantage zu betreuen.

Mit dem Fahrrad zum Gießen in den Wald gefahren

Diese befand sich in einem Waldstück bei Pöttsching. „Es ging darum, ob ich gießen kann, wenn es heiß ist“, so der Angeklagte. Er sei damals recht sportlich gewesen und viel mit dem Fahrrad gefahren. „Er fragte mich, ob ich meine Touren verändern kann und ein paar Wasserflaschen hingießen kann“, schilderte der 32-Jährige seine Tätigkeit. Zirka zehn Mal sei er im Vorjahr zu der Plantage gefahren und habe gegossen.

Im September 2023 half er dann beim Abtransport von drei bis vier Cannabispflanzen, die 1,5 Meter hoch gewachsen waren. Laut Gericht sollen 600 Gramm Cannabis geerntet worden sein.

Er habe gewusst, dass die Mithilfe bei der Plantage gesetzeswidrig ist, so der Angeklagte. „Wieso machten Sie das dann so leichtfertig?“, fragte Richterin Doris Halper-Praunias. „Weil er mir erklärte, dass es mit seiner Arbeit stressig ist“, antwortete der Angeklagte.

Dass der 29-Jährige Cannabis weiterverkaufte, habe er nicht gewusst.

Gegenleistungen für die Unterstützung bekommen

Zwei- bis dreimal habe ihn der Plantagenbetreiber zum Essen eingeladen, er habe von diesem Zigaretten erhalten und der Freund habe 100 Euro zu seiner Stromrechnung beigesteuert.

Seit er Anfang Oktober 2023 Vater wurde, konsumiere er kein Cannabis mehr, so der Angeklagte. Mit dem 29-Jährigen sei er noch befreundet, er habe aber mit dessen allfälligen Drogengeschäften nichts mehr zu tun.

Kurz befragt wurde auch der Betreiber der Plantage, der seinen Prozess noch vor sich hat. Er bestätigte, dass der 32-Jährige ihn bei der Pflege der Plantage unterstützt hatte. „Ich bat ihn einfach, mir beim Gießen zu helfen“, sagte der 29-Jährige.

Da sie die Schuld des bislang unbescholtenen 29-Jährigen als gering einschätzte, schlug die Richterin eine Diversion vor. Wenn der Angeklagte 750 Euro Geldbuße und 150 Euro Pauschalkosten bezahlt, wird das Verfahren gegen ihn eingestellt.

Dieses Angebot nahm der Angeklagte an.