Güssing: „Karawane der Menschlichkeit“ knackt 400.000 Euro Marke

Hilfsorganisation

Pascal Violos Verein hat diese Riesenzahl an Spendengeldern lukriert. Die „Karawane der Menschlichkeit“ ist nun auch in Serbien angekommen. Dort treffen täglich Flüchtlinge ein.

In Güssing wurde 672 Bananenkisten verpackt und auf die Reise nach Serbien geschickt.

In Güssing wurde 672 Bananenkisten verpackt und auf die Reise nach Serbien geschickt.

© Karawane der Menschlichkeit

Es war nicht einfach Kisten voller Nächstenliebe in einen LKW zu verpacken und auf dem Weg nach Serbien zu schicken. Doch nach einigen sehr schwierigen Tagen an der serbisch-ungarischen Grenze ist es gelungen. Der LKW ist kürzlich genau dort angekommen, wo die Hilfsgüter so dringend benötigt werden.

Not und Elend mitten in Europa

Das nächste Projekt des Vereins aus Güssing unterstützt Geflüchtete in Subotica/Serbien nahe der ungarischen Grenze. Dort leben unter absolut unmenschlichen Bedingungen hunderte Geflüchtete. Sie verstecken sich in den Wäldern oder in verlassenen Gebäuden. Zuflucht finden sie in Zelten oder unter Planen, ohne Zugang zu fließendem Wasser und Nahrung. In der Hoffnung auf ein besseres Leben suchen sie immer wieder ihre Chance, um über die Grenze nach Ungarn zu gelangen. Im Winter erwarten sie Temperaturen von minus 10° Celsius und weniger. Viele der Menschen leiden an Erfrierungen, Unterernährung und Verletzungen. „Täglich kommen neue Geflüchtete aus dem Süden Serbiens in die Region. Die Neuankömmlinge haben meist keine warme Kleidung und sind oft völlig unterernährt und dehydriert. Zum großen Teil handelt es sich hierbei um unbegleitete Minderjährige oder junge Erwachsene“, sagt Vereinsgründer Pascal Violo.

Insgesamt sind es acht Tonnen an Sachspenden, verpackt in 672 Bananenkisten, die nach Serbien geschickt wurden. „Großer Dank geht an Angelika Tarmann und das Team vom Together für die riesige Mithilfe. Danke auch ans WIM-Center Güssing und Sandra Rothmüller-Fink für die Räumlichkeiten zum Sortieren, die wir mehrere Wochen umsonst nutzen durften“, heißt es auf der Homepage des Vereins. An Geldspenden konnten 13.095,70 Euro gesammelt werden, die an die Partner NGO Collective Aid übergeben wurden. „Damit werden Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel für die Menschen vor Ort eingekauft, da wir diese Hilfsgüter leider nicht über die serbische Grenze transportieren dürfen“, sagt Pascal Violo. Der transparente Umgang mit Spendengeldern ist dem Verein enorm wichtig. „Wir arbeiten in einem kleinen Team, alle selbstverständlich ehrenamtlich und verfolgen gemeinsam das Ziel einer Menschheitsfamilie in einer besseren Welt. Vertrauen und Transparenz gehören zu unseren Grundwerten. Jeder einzelne gespendete Cent kommt also den Menschen in Not zugute“, sagt Violo. Geholfen wurde bislang in folgenden Destinationen: Lesbos/Griechenland I (Oktober/November 2020), Casa Sankara/Süditalien (November/Dezember 2020), Bihac/Bosnien (Jänner 2021)

Unterstützungen anderer Projekte Lesbos/Griechenland II (März 2021), Türkei & Syrien (Mai/Juni 2021), Libanon I (Oktober 2021), Bihac/Bosnien II (Februar 2022), Ukraine-Hilfe (März 2022), Libanon II (Mai 2022), Calais (Nov./Dez. 2022), Erdbebenhilfe Syrien & Türkei (Februar 2023), Äthiopien (März 2023), Libanon III (April 2023), Irak/Kurdistan (Mai 2023).

An Spendengeldern wurden seit 2020 mehr als 400.000 Euro gesammelt.