Frauenkirchen: Sachertorte aus der Basilika

Historische Süßspeise

Beim Eintauchen in die Geschichte der Basilika ist Pater Thomas Lackner auf eine Kuriosität gestoßen: In der Krypta der Basilika liegt mit Johannes Carolus Esterhazy de Galantha (1775-1834) jener Mensch begraben, der möglicherweise als erster eine Sachertorte gekostet hat.

Pater Thomas Lackner mit der Sachertorte in der Dose im Basilika Café.

Pater Thomas Lackner mit der Sachertorte in der Dose im Basilika Café.

© Klaus Zwinger

Frauenkirchen Es gibt Sachen, die sind so sicher wie das Amen im Gebet. Etwa, dass täglich die Sonne aufgeht oder dass es regelmäßig eine Baustelle auf der A4 geben muss. Zu diesen Sachen zählt auch, dass Pater Thomas Lackner regelmäßig nach neuen Mitteln und Wegen sucht, um Menschen ohne großen religiösen Bezug dazu zu bringen, einmal einen Schritt in die Basilika Frauenkirchen zu setzen. Darin sieht er gewissermaßen auch einen Auftrag.

„Wenn Sie schauen, mit welcher Gemütslage Menschen in die Basilika kommen, werden Sie sehen: viele sind zunächst antriebslos, lassen den Kopf hängen, sind vielleicht sogar depressiv. Wenn sie die Basilika verlassen, sind sie wieder aufgerichtet“, so der Pfarrer. Als Erfolgsprojekt, wenn es darum geht, Menschen zur Basilika zu bringen, gilt nach wie vor die Messwein-Tankstelle.

Frauenkirchen: Sachertorte aus der Basilika

© Klaus Zwinger

Wie die Sachertorte zur Basilika kam

Nun ist Pater Thomas beim Durchforsten der Basilikageschichte auf eine neue Kuriosität gestoßen. In der Krypta der Basilika liegt mit Johannes Carolus Esterhazy de Galantha (1775-1834) nämlich jener Mensch begraben, der laut Pater Thomas möglicherweise als erster eine Sachertorte gekostet hat. Es soll sich nämlich so zugetragen haben, dass der Haushalt von Esterhazy einen bestimmten Koch namens Franz Sacher auf seinem Schloss Zseliz (damals in Ungarn, heute in der Slowakei) beschäftigt haben soll. Bekannterweise machte sich Franz Sacher später selbstständig und kreierte die heute so berühmte Sachertorte.

Diesen geschichtlichen Umstand nahm Pater Thomas zum Anlass, um von der Bio-Konditorei Hanauer in Wien eine Bio-Sachertorte in der Dose herstellen zu lassen. Mit dem Text auf der Dose spart Pater Thomas auch nicht mit dem Augenzwinkern: „Gönnen Sie sich in Verbundenheit mit der Basilika Frauenkirchen ein Stück Sachertorte und wenn Sie in der Kirche ein ’Vater unser’ beten, dann dürfen Sie sich auch eine Portion Schlag genehmigen.“