Ladislaus Batthyány-Strattmann: Der selige Arzt der Armen

Historischer Vortrag

Am Donnerstag der vergangenen Woche lud der „Offene Tisch“ gemeinsam mit dem Kittseer Kulturverein „KUKUK“ zu einem Vortragsabend ins Gasthaus Leban. Vor Ort referierte Irmgard Jurkovich über das Leben und Wirken von Ladislaus Batthyány-Strattmann und seiner Gattin Maria Theresia in Kittsee.

Ladislaus Batthyány-Strattmann: Der selige Arzt der Armen

© Klaus Zwinger

Bevor Irmgard Jurkovich jedoch über den Gründer des Krankenhauses Kittsee berichtete, wie wir ihn heute kennen, holte sie aus und berichtete aus den jungen Jahren von „Laci“, der später der „Arzt der Armen“ genannt und im März 2003 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen werden sollte.

Ladislaus Batthyány-Strattmann: Der selige Arzt der Armen

© Burgstiftung, Lambert Attila/Magyar Kurir

In seiner Jugend war der erfolgreiche Verlauf seines Lebens nämlich noch nicht absehbar, vielmehr sorgte Ladislaus Batthyány als Kind des Öfteren für Missfallen. Wegen diverser Streiche musste er sogar dreimal die Schule wechseln. Sein „Glanzstück“, wie Jurkovich es in ihrem Vortrag nennt, war dabei die Vermischung des Weihwassers der Schulkapelle mit Tinte. Trotz weiterer Querelen legte er schließlich in Uschgorod die Reifeprüfung mit gutem Erfolg ab.

Ein „Luftikus“ ohne Weg und Ziel

In der Folge zeichnet Jurkovich den Weg eines „Luftikus“ nach: zwar inskribierte er sich an der Universität für Bodenkultur in Wien und studierte dort auch ein Semester, auch sah er sich die Philosophische Fakultät der Universität Wien einige Zeit von innen an, einen klaren Weg für sein Leben sah Batthyány damals allerdings noch nicht. Diesen fand er erst, als er sich im Jahr 1895 im Alter von 25 Jahren für das Studium der Allgemeinmedizin entschied.

Im Zuge dieses Studiums lernte er auch seine spätere Frau, Maria Theresia Batthyány-Strattmann, geborene Gräfin von Coreth zu Coredo und Starkenberg, mit der er schließlich 13 Kinder hatte, kennen. Sie war es auch, die den heute Seliggesprochenen an den Glauben heranführte. Zwei Jahre nach Abschluss des Medizinstudiums gründete Batthyany im Jahr 1902 das Krankenhaus Kittsee als Privatkrankenhaus. Anfangs arbeitete er dort als praktischer Arzt, spezialisierte sich als Chirurg und legte anschließend seinen Fokus auf die Augenheilkunde.

Aus der Not heraus erfuhr das Krankenhaus Kittsee während des Ersten Weltkrieges eine Erweiterung. Aus ursprünglich 25 Krankenbetten wurden so binnen kürzester Zeit 120. Als der Krieg schließlich ein Ende fand und das Burgenland zu Österreich kommen sollte, entschied sich der Arzt für den Verbleib in Ungarn. Das von ihm aufgebaute Krankenhaus überließ er Österreich unter der Bedingung, dass es als öffentliches Krankenhaus geführt werden würde.

Seine Residenz verlegte der 1915 von Kaiser Franz Joseph mit der Fürstenwürde bedachte Batthyány-Strattmann anschließend nach Körmend und errichtete dort ein weiteres auf Augenheilkunde spezialisiertes Krankenhaus. Als Bezahlung habe der „Arzt der Armen“ laut Jurkovich lediglich ein „Vater Unser“ von seinen Patienten verlangt, auch Rezepte konnten gratis in der Apotheke eingereicht werden. Im Laufe seiner Karriere als Arzt habe Batthyány-Strattmann Tausende Augenoperationen durchgeführt. Er verstarb schließlich 1931 im Alter von 60 Jahren nach 14-monatigem Leiden im Sanatorium Löw in Wien. Der zwanzigste Jahrestag seiner Seligsprechung markierte nun auch den Auftakt des Seligsprechungsprozesses seiner Frau, die ihn erst zu jenem Menschen machte, der uns heute noch in Erinnerung ist.

Zum Jubiläum wurde außerdem ein Tagebuchvon Batthyány-Strattmann aus dem Jahr 1926 im St. Martins-Verlag der Diözese Eisenstadt veröffentlicht und auch eine fünfzehnteilige Videoreihe wurde über den Seligen gedreht.