Burgenlands FPÖ bleibt kritisch und sucht noch nach dem Klubchef

Hofer-Abschied

Wer auf Norbert Hofer als FPÖ-Klubobman folgen soll, das haben Landesparteichef Alexander Petschnig und Markus Wiesler in ihrer Bilanz-Pressekonferenz nicht bekanntgegeben. Auch ist noch nicht klar, ob Hofer sein Mandat im Landtag behalten wird. Druck auf die Landesregierung will man in jedem Fall weiterhin machen. Einen Vorgeschmack gab's mit dem Rückblick aufs auslaufende Jahr.

Die Bilanz im blauen Klub zogen der stellvertretende Klubobmann Markus Wiesler und Landesparteichef Alexander Petschnig (v.l.).

Die Bilanz im blauen Klub zogen der stellvertretende Klubobmann Markus Wiesler und Landesparteichef Alexander Petschnig (v.l.).

© Wolfgang Millendorfer

Die FPÖ Burgenland hat nach der Ankündigung von Norbert Hofer, aufgrund seines Wechsels in die Privatwirtschaft, zumindest die Funktion des Klubobmanns abzugeben, noch keinen Nachfolger gefunden. Landesparteichef Alexander Petschnig verwies bei der Pressekonferenz auf die für Jänner angekündigte Klubsitzung. Er selbst wird sich beim Parteitag im Oktober 2026 seiner Wiederwahl stellen.

Wie berichtet, hat Hofer vor einer Woche angekündigt, den Klubvorsitz abzugeben und bis Jahresende über seinen etwaigen Verbleib im blauen Landtagsklub entscheiden zu wollen. Petschnig erklärte, dies sei auch der Grund, warum es von ihm oder der Bundespartei bisher noch keine Stellungnahme zu Hofers Aussagen gegeben habe: „Er hat sich Nachdenkfrist erbeten bis Jahresende und die werden wir abwarten müssen.“

Wenn langjährige Führungspersönlichkeiten die Partei verlassen, werden Lücken aufgerissen, räumte der Landesparteiobmann ein. Er zeigte sich aber überzeugt, dass es gelingen wird, diese Lücke zu schließen und wer diese schließen wird, werde erst entschieden. Am 14. Jänner gebe es wie angekündigt dazu eine Klubsitzung und davor einen Landesparteivorstand.

Burgenlands FPÖ bleibt kritisch und sucht noch nach dem Klubchef

© Wolfgang Millendorfer

Die Frage, ob er von Hofers Entscheidung überrascht wurde, beantwortete Petschnig nicht, betonte aber, dass die beiden eine friktionsfreie Zusammenarbeit gehabt haben: „Ich sehe keine Zwistigkeiten.“ Beim Landesparteitag im Oktober 2026 will er wieder als Landesparteiobmann kandidieren, so Petschnig, der selbst nicht im Landtag, aber im Nationalrat sitzt.

Markus Wiesler, derzeit stellvertretender Klubobmann, ließ auf Nachfrage offen, ob er Interesse an der Position des Klubchefs hat: „Das wird man in den Gremien sehen, heute ist das Thema der Jahresrückblick.“

Und dieser fällt aus Sicht der Freiheitlichen was die rot-grüne Landesregierung betrifft, vernichtend aus: „Die SPÖ zerstört die Zukunftsfähigkeit des Landes“, befand Petschnig. Der FPÖ hingegen sei „einiges gelungen“: „Aus Sicht der Aufklärung und Kontrolle kann man von Erfolgen sprechen.“

So habe man etwa durch Einwirken auf die ÖVP verhindert, dass der Müllverband vom Land übernommen wird. Mit Blick auf das Landesbudget bekräftigten die Freiheitlichen ihre Kritik etwa daran, dass das „Familiensilber völlig vernichtet wird“.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) würde „fachlich nicht mehr wissen, was er tut“ und durch „landesfürstliche Gesten“ dokumentieren, dass „Zweifel an der Amtsfähigkeit“ angebracht seien, so Petschnig. Auch Wiesler kritisierte, dass Rot-Grün deutliche Spuren „der Verstaatlichung, der Abzocke, der Verschuldung und des Eigensinns des Landeshauptmanns“ hinterlassen habe.