Neusiedl am See: Anonymer Hinweis legt erneut Unterricht lahm
Homeschooling am 3. Juni
Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen muss der Schulbetrieb im Schulzentrum Neusiedl am See wegen eines anonymen Hinweises in den Distanzmodus wechseln. Die Polizei ermittelt erneut.
Im Neusiedler Schulzentrum findet morgen kein Präsenzunterricht statt. Fünf Schulen stellen für einen Tag erneut auf Homeschooling um.
© Birgit Böhm-Ritter
Am Dienstag, dem 3. Juni 2025, findet an fünf Schulen in Neusiedl am See kein Präsenzunterricht statt. Die Bildungsdirektion hat auf Empfehlung der Bezirkshauptmannschaft Homeschooling angeordnet. Betroffen sind das Pannoneum, die Akademie der Wirtschaft (HAK/HAS), das Gymnasium, die Sportmittelschule (SMS) sowie die Polytechnische Schule (PTS).
Grund ist ein „sicherheitsrelevanter Hinweis“, der in den Räumlichkeiten einer der Schulen gefunden wurde. Wie die Schulleitungen, in einem Schreiben an die Eltern mitteilen, bezieht sich dieser auf den 3. Juni. Die Polizei sei informiert und prüfe derzeit den Sachverhalt.
Mündliche Matura- und Abschlussprüfungen sowie Externistenprüfungen finden trotz des Vorfalls statt – unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen. Auch geplante Exkursionen werden durchgeführt. Vorbereitungsstunden für Maturantinnen und Maturanten entfallen.
Serie von Vorfällen seit März
Der aktuelle Vorfall ist nicht der erste dieser Art. Bereits am 29. April und am 25. März 2025 musste der Unterricht an den gleichen Schulen in Neusiedl kurzfristig ausgesetzt werden. Die Begründung lautete damals „Unbenützbarkeit des Schulgebäudes“.
Am 25. März hatte eine Drohung auf einer Toilettenwand im Pannoneum die erste Welle von Schulschließungen ausgelöst. Ein Foto der Schmiererei verbreitete sich über soziale Netzwerke. Die Polizei stufte den Fall als ernst ein, da durch derartige Drohungen ein großer Personenkreis in Furcht und Unruhe versetzt werde.
Laut Strafgesetzbuch (§ 275 StGB – Landzwang) handelt es sich dabei nicht um einen harmlosen Streich: „Wer die Bevölkerung oder einen großen Personenkreis durch eine Drohung mit einem Angriff auf Leben, Gesundheit, körperliche Unversehrtheit, Freiheit oder Vermögen in Furcht und Unruhe versetzt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.“ Jugendliche sind in Österreich ab dem 14. Lebensjahr strafmündig.
Direktorin bittet um Hinweise
Im Elternbrief vom 2. Juni richtet Pannoneum-Direktorin Laminger einen Appell an die Schulgemeinschaft: „Für Informationen, die der Aufklärung dienen, bin ich dankbar.“
Die wiederholten Störungen treffen rund 3.000 Schülerinnen und Schüler sowie Dutzende Lehrkräfte im Schulzentrum Neusiedl. Für die Betroffenen bedeutet jeder Vorfall nicht nur eine organisatorische Herausforderung, sondern auch eine erhebliche psychische Belastung – besonders in der Prüfungszeit.