Verein Hundsgaudi: Wo Hunde entdecken, statt nur gehorchen lernen

Hundeverein

Abwechslung statt reiner Unterordnung, Gemeinschaft statt Leistungsdruck, der Verein „Hundsgaudi“ in Lackendorf zeigt, wie zeitgemäße Hundeerziehung aussieht. Gründerin Claudia Männersdorfer verriet, wie ein alltagstauglicher, geistig fordernder Ansatz sowohl Mensch als auch Tier Freude bereiten kann.

Bei der Hundsgaudi sind alle willkommen, deshalb freuen sich die Mitglieder immer über Vereinsfamilienzuwachs.

Bei der Hundsgaudi sind alle willkommen, deshalb freuen sich die Mitglieder immer über Vereinsfamilienzuwachs.

© zVg. Verein Hundsgaudi

Der Verein Hundsgaudi steht für eine Form der Hundeerziehung, die sich bewusst von klassischen Konzepten abhebt. Gegründet und geführt wird die Organisation von Claudia Männersdorfer und ihrem Lebensgefährten Andreas Gutleber. Für die beiden ist die Arbeit mit Hunden eine Herzensangelegenheit.

Nach Jahren in Wien ist Gründerin Claudia Männersdorfer seit 2004 im Burgenland zu Hause. Stets begleitet von Vierbeinern, blüht die zertifizierte Hundetrainerin in der Arbeit mit den Tieren auf. Aktuell erfüllen Border Collie Gino und Mischling Wendy ihr Leben. Die Idee zur Hundsgaudi geht aus negativen, persönlichen Erfahrungen hervor.

Auf vielen Hundeplätzen dominierte nämlich klassische Unterordnung mit „Sitz, Platz, Fuß“. Was fehlte, war Abwechslung, Gemeinschaft und ein Training, das den Hund als denkendes Wesen in den Mittelpunkt stellt. Aus diesem Bedürfnis wurde im Jahr 2020 gehandelt. Nach langer Suche war in Lackendorf ein geeignetes Grundstück gefunden worden, auf dem mit viel Eigenleistung ein Vereinsgelände mit Aufenthaltsraum, Stauraum für Equipment, Trainingsbereichen und einem eigenen Agilityplatz entstand.

Heute zählt der Verein rund 35 Mitglieder. Das Altersspektrum reicht vom Welpen bis zum 15-jährigen Hund, vom jungen Einsteiger bis zum 78-jährigen Vereinsmitglied. Streuner aus Tierheimen finden ebenso einen Platz wie Rassenhunde vom Züchter. Trainiert wird ganzjährig, mindestens viermal pro Woche, ergänzt durch Wandertage oder Prüfungen in Eisenstadt. Gegen einen Betrag von 60 Euro erhalten die Mitglieder Zugang zu einem vielfältigen Angebot und zeitunabhängiger Nützung des Trainingsareals.

Der größte Unterschied zu herkömmlichen Hundeschulen liegt im Konzept. Bei Hundsgaudi steht, gemäß dem Namen, bewusst der Spaß im Vordergrund. Außerdem werden die Vierbeiner durch die Kombination verschiedener Disziplinen nicht nur körperlich, sondern vor allem geistig gefordert. Nasenarbeit, Longieren, Agility, Apportierspiele und Alltagstraining wechseln sich interdisziplinär ab.

Ziel ist nicht der perfekte Befehlsempfänger, sondern ein Hund, der selbstständig denkt, Herausforderungen meistert und ganzheitlich ausgelastet ist. Besonders die Personensuche im Zuge von Mantrailing und Freisuche fördern Konzentration, Selbstvertrauen und den natürlichen Spürsinn.

Daher appelliert Hundetrainerin Claudia Männersdorfer, dass Spazierengehen allein nicht reicht. Sie empfiehlt konsequente geistige Auslastung und das ein Leben lang. Nachdem das Tier die Grundlagen in der Hundeschule erlernt hat, braucht es auch außerhalb gezielte Zuwendung in Form von Beschäftigung und anspruchsvollem Training. Oftmals genügt ein simples Erkunden der Natur, der Besuch von neuen Orten oder das motorische Spielen mit allen Sinnen.