Der Kreis schließt sich
II. Liga Mitte
Eine Liebesgeschichte geht in das nächste Kapitel: Peter Strodl kehrt als Cheftrainer zurück nach Kobersdorf und widmet sich damit nicht nur einer neuen Challenge, sondern auch einer Herzensangelegenheit.
Nach einem enttäuschenden Engagement in Niederösterreich kehrt Peter Strodl wieder zurück ins Burgenland und dockt in Kobersdorf an.
© Malcolm Zottl
Peter Strodls bisherige Trainerlaufbahn ähnelt eher einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Seine Cheftrainer-Karriere begann beim SV Forchtenstein - seinem Heimatverein, wo es nach dem aktiven Karriereende ein relativ schnelles Ende gab. Danach folgte ein Engagement in der Nachbargemeinde. Mit dem SC Wiesen befand man sich auf dem besten Weg zum Meister - ehe sich der Klub von ihm trennte. Weiter ging es in Kobersdorf, wo er Co-Trainer unter Hannes Pleva wurde.
Seinen größten Erfolg feierte er jedoch in Antau. Dort wurde er Meister in der 2. Klasse Mitte und nach zwei Runden in der 1. Klasse überraschend entlassen. Stichwort 1. Klasse: Bei seiner letzten Station, dem niederösterreichischen SK Wiesmath, passte vieles nicht, weswegen man in der Buckligen Welt auch bald getrennte Wege ging. Jetzt kehrt er dorthin zurück, wo er seine mitunter schönsten Erinnerungen hat. Das verdankt er einem alten Lehrmeister. „Die Zeit unter Hannes in Kobersdorf war super. Ich konnte viel von ihm lernen und freue mich, jetzt wieder zurück zu sein“, sagt er voller Vorfreude.
Denn der Forchtensteiner müsste lügen, wenn er sagen würde, dass er in der Vergangenheit nicht schon das ein oder andere Mal darüber philosophiert hätte, wann Kobersdorf wieder auf ihn zukommen würde. Nach dem Rücktritt von Thomas Wolf übernahmen zwar Ante Bezer und David Wilfinger interimistisch, eine langfristige Lösung suchte man beim ASK aber trotzdem. Großes Zögern gab es beim 51-Jährigen nicht, als dann endlich der Anruf kam: „Es ist eine absolute Herzensangelegenheit für mich. Ich kenne die Mannschaft, kenne das Umfeld und weiß, wie der Verein tickt.“
Im schnelllebigen Geschäft des Fußballs ist Strodl ein Außenseiter. Das liegt weniger an seinem Zugang zum Fußball als an seiner Auffassung, was den Reiz als Trainer ausmacht. Während er in den letzten Monaten immer wieder Angebote gehabt hätte, wartete er auf die richtige Aufgabe. „Eine Aufgabe, wo ich mir etwas aufbauen kann. Genau das sehe ich in Kobersdorf“, strebt der ehemalige Burgherren-Kapitän eine nachhaltige Zusammenarbeit an. Die gibt es aber erst mit Ende der laufenden Spielzeit. Der Klub habe sich mit dem aktuellen Trainer-Duo Bezer/Wilfinger darauf geeinigt, dass sie die kommende Saison auch zu Ende coachen.
Im Hintergrund arbeitet er mit seinem neuen Arbeitgeber aber bereits auf Hochtouren. Allen voran tüftelt man an einem Kader, der nächste Spielzeit auch wieder konkurrenzfähig sein soll. Den Grundstein dafür habe man bereits gelegt. Stützen wie Kapitän Peter Strass, Goalie Daniel Kreiner, Abwehrchef Patrick Felser oder Interimscoach Wilfinger haben für 2026 / 2027 bereits zugesagt. Dafür wird sich Attila Szabados verändern und aus privaten Gründen in die Nähe von Graz ziehen.
Sein Landsmann bleibt dafür dem Klub erhalten. Goalgetter Tamas Szabo hat trotz einiger lukrativer Angebote zugesagt, auf zähe Stürmersuche muss man sich also nicht begeben. „Das freut mich natürlich sehr, dass wir ihn halten konnten“, freut sich der Neo-Coach logischerweise über den 22-Tore-Mann, plant zeitgleich aber auch mit Neuzugängen: „Wir führen schon einige Gespräche.“