Filmdreh im Bezirk Oberpullendorf
Im Sommer
Agnes Pauer aus Kobersdorf wird ihren nächsten Kurzfilm im Rahmen ihres Studiums an der Hochschule für Fernsehen und Film München im Mittelburgenland realisieren – und sucht noch nach Komparsen und Helfern.
Agnes Pauer wird den Film „Gas an“ realisieren.
© Filippus Nemestothy, Elisabeth Tritremmel
BVZ: Wieso werden Sie diesen Film im Burgenland bzw. in Kobersdorf drehen?
Agnes Pauer: Das hat mehrere Gründe. Zum einen finde ich die Region visuell sehr reizvoll, zum anderen will ich auch was zurückgeben. Ich bin in Kobersdorf aufgewachsen und das Burgenland hat mich künstlerisch sehr geprägt. Die Region hat mir eine produktive Reibungsfläche geboten, von der ich bis heute zehre. Ich freue mich, mit jungen Talenten aus der Region zu arbeiten und ihnen damit Möglichkeiten zu eröffnen, die ich mir damals gewünscht hätte. Seitdem mein Team und ich an der Umsetzung des Projekts arbeiten, lerne ich die Region ganz neu kennen, was den Prozess sehr erfüllend macht.
BVZ: Um was wird es gehen?
Pauer: Es wird um eine 13-Jährige gehen, die ein Auto stiehlt um zu einem Tanzwettbewerb zu kommen. Sie befindet sich mitten in der Pubertät und muss sich nicht nur mit dem eigenen Körper sondern mit den widrigen Umständen der Abgeschnittenheit einer vom Dorfsterben betroffenen Region abkämpfen, um Teil einer Gruppe zu sein. Wir als Zusehende dürfen uns dann fragen, ob ein Autodiebstahl in so einer Situation gerechtfertigt ist.
BVZ: Wo und wann wird dieser Film zu sehen sein?
Pauer: Wir drehen von 27. August bis 3. September im Bezirk Oberpullendorf und werden die Postproduktion, also Schnitt, Sounddesign und Farbkorrekturen, bis Januar 2027 abgeschlossen haben. Anschließend planen wir eine Festivalauswertung bei nationalen und internationalen Festivals. Eine Premiere für das Team im Bezirk haben wir aber schon früher, im Frühjahr 2027 vorgesehen. Dafür suchen wir noch einen Ort.
BVZ: Wie groß ist das Team, mit dem Sie den Film umsetzen?
Pauer: Das Team hinter der Kamera besteht aus 15 bis 20 Leuten. Unser Hauptcast besteht aus sieben jugendlichen Laien. Für die Rolle der Tanzlehrerin Pauline, die zur Verbündeten unserer Hauptfigur wird, konnten wir Katharina Franzel aus Bad Sauerbrunn gewinnen. Ich kenne Katharina aus einer meiner ersten professionellen Arbeiten im Theaterkontext und freue mich, dass wir zwei Burgenländerinnen uns jetzt gemeinsam auch in einem Filmprojekt unterstützen. Wir freuen uns unter anderem durch so eine präzise und humorvolle Schauspielerin zeigen zu können, welche Talente wir im Burgenland haben.
BVZ: Welche Voraussetzungen braucht man als Komparse - bzw. welche Art von Helfer wird gebraucht?
Pauer: Als Komparse oder Komparsin muss man vor allem Lust auf die Erfahrung haben. Wir suchen explizit noch Burschen zwischen 12 und 18 für kleine Sprechrollen und Männer und Frauen von 30 bis 70, die im Zeitraum von 27. August bis 3. September für einen Tag Zeit haben, um Zuseher und Juroren beim Tanzwettbewerb sowie Gäste an der Würstelbude zu spielen. Außerdem freuen wir uns über helfende Hände beim Aufbau und Abbau – voraussichtlich von 25. Juli bis 3. September tageweise. Interessierte können sich per Mail an gas.an.produktion@gmail.com wenden.
Dass wir den Film im Burgenland drehen hat viele Vorteile, weil wir mit so viel Wohlwollen aufgenommen werden, aber wir müssen auch viel Equipment aus München und Wien leihen und transportieren, sowie Cast und Team vor Ort unterbringen und verköstigen, was unser Budget sehr strapaziert. Wir freuen uns also auch über Geld- und Sachspenden. Wir benötigen noch Catering für unser Team während des Drehs und freuen uns hier über Unterstützung von heimischen Betrieben.
BVZ: Wie sehen Ihre nächsten Pläne aus?
Pauer: Unser Film GAS AN! (AT) ist mein vorletzter Kurzfilm im Studium. Ich arbeite parallel an Stoffen für Kurzfilme, Langfilme und Serien, unter anderem entwickle ich gerade einen Stoff über die Tradition des Sautanzes. In meiner kreativen Arbeit beschäftige ich mich vor allem mit den Themen Selbstermächtigung und Gemeinschaft, sowie der Bedeutung von Traditionen.