Kunden getäuscht: Unternehmer verurteilt

Imker nicht beliefert

Um Imkerzubehör im Wert von 50.000 Euro ging es bei einem Betrugsprozess am Landesgericht Eisenstadt. Jetzt wurde der Schuldige, ein Unternehmer aus dem Bezirk Jennersdorf, verurteilt.

Der Angeklagte konnte auch beim letzten Prozesstermin keine überzeugenden Antworten liefern.

Der Angeklagte konnte auch beim letzten Prozesstermin keine überzeugenden Antworten liefern.

© BVZ/Kirchmeir

Dem Unternehmer wurde vorgeworfen, er habe von November 2020 bis Juli 2022 16 Personen dazu verleitet, ihm Anzahlungen für Imkerzubehör in der Höhe von 50.000 Euro zu überweisen, ohne dass er in der Lage war, die bestellten Waren zu liefern.

Der Angeklagte hatte sich dazu am ersten Prozesstag im Oktober 2024 nicht schuldig bekannt. Er schob die Schuld auf eine Firma in Bosnien, an der er beteiligt gewesen war. Dort sei nicht so gearbeitet worden, wie er sich das vorstellte.

Weil der Angeklagte nicht belegen konnte, welchen Kunden oder Bestellungen seine nach Bosnien überwiesenen Geldbeträge zuzuordnen waren, wurde der Prozess vertagt.

Am 26. Februar 2025 lag der Staatsanwältin immer noch keine vollständige Aufstellung über Umsätze, Bestellungen und Zahlungen vor. „Das sind keine Überweisungsbestätigungen, sondern nur Auftragsbestätigungen“, hielt die Staatsanwältin zu vorgelegten Dokumenten fest. „Das ist kein Nachweis, dass überhaupt Geld geflossen ist.“

„Ich habe mich nicht bereichert“, behauptete der Angeklagte.

„Teilweise hat es super funktioniert“, erzählte er. „Wir hatten auch Kunden, die beliefert wurden, und die hundertprozentig zufrieden waren.“

Zeuge reiste aus Bosnien an

Für die Verhandlung war ein ehemaliger Geschäftspartner des Angeklagten aus Bosnien angereist. „Wir hatten eine kleine Firma, haben Bienenkörbe hergestellt und immer geliefert. Als uns die Gehälter nicht mehr bezahlt wurden, haben wir aufgehört zu arbeiten“, berichtete er. Er sei als Geschäftsführer der bosnischen Firma tätig gewesen und habe 30 Prozent der Firmenanteile besessen, während der Angeklagte 70 Prozent hielt.

„Es war ein einziger Kampf“, sagte der Bosnier. „Es wurde immer nur so viel bezahlt, dass die Arbeiter gekommen sind und weitergearbeitet haben.“

Mit den Finanzen habe er nichts zu tun gehabt, er habe aber selbst einen Kredit aufgenommen, um offene Rechnungen zu bezahlen. „Weil ich dachte, das Geschäft wird schon losgehen“, so der Zeuge.

Zeuge: „So kann man nicht weitermachen“

Er habe seinen österreichischen Geschäftspartner „konstant“ darauf hingewiesen, „so kann man nicht weitermachen, so kommt man in dubiose Geschäfte“.

„Ich bin ein Mensch vom Lande“, sagte der Bosnier. „Er war seriös bekleidet, fuhr ein gutes Auto. Er war ein reicher Mann. Ich stellte mir vor, es wird eine gute Zusammenarbeit“, schilderte er den Beginn der gemeinsamen Geschäftstätigkeit.

„Er sagte zu mir: Du arbeite, ich werde verkaufen. Ich begann Material zu bestellen, aber es gab keine Zahlungen“, so der bosnische Geschäftspartner. Immer wieder habe er die 18 Mitarbeiter wegen der Löhne vertrösten müssen. „Was soll ich mit den 18 Leuten machen, die sagen: Bitte, gib' uns Geld? Das waren lauter Nachbarn von mir“, beschrieb der Zeuge die schwierige Situation.

8.000 Euro hätten die monatlichen Löhne ausgemacht. „Er hat überwiesen, aber nicht annähernd die Summe, die bezahlt werden sollte“, sagte der Bosnier.

Aufgrund der erdrückenden Beweislage wurde der Unternehmer schließlich wegen Betrugs schuldig gesprochen und zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. An Kunden, die ihre Forderungen geltend gemacht hatten, muss er 28.000 Euro bezahlen. Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.