Schlagabtausch um Lehrlinge auch im Burgenland
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Eine bundesweite Debatte um Lehrstellen und Arbeitsbedingungen hat eine Befragung der Gewerkschaftsjugend ausgelöst. Im Burgenland sind sich Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer uneins, während die Diskussion auch die Landespolitik erfasst.
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Arbeitsmarkt-Themen und die auf Bundesebene angedachte Kürzung bei Pendler-Unterstützungen stehen am Donnerstag auf der Tagesordnung der Landtagssitzung. Mit den Ergebnissen des „Lehrlingsmonitors“ zeichnen sich schon zusätzliche Diskussionen ab. Die Sozialpartner diskutieren bereits über die Umfrage der Österreichischen Gewerkschaftsjugend - und vor allem um deren Interpretation.
Österreichweit fehlen laut aktuellen Zahlen rund 16.800 Lehrstellen, im Burgenland weist die Arbeiterkammer darauf hin, dass das Angebot an offenen Stellen im Jahresvergleich um 21 Prozent gesunken sei. „Immer weniger Betriebe beteiligen sich an der Ausbildung von Lehrlingen, die Zahl der Lehrstellensuchenden steigt jedoch weiter“, sieht AK-Präsident Gerhard Michalitsch dringenden Handlungsbedarf.
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Vor zwanzig Jahren seien im Land noch knapp 2.800 Lehrlinge ausgebildet worden, zuletzt wurden um 730 weniger gezählt, zog die AK Burgenland einen Vergleich heran. Und: In der Umfrage haben - bundesweit - 37 Prozent der über 6.000 Befragten schlechte Ausbildungsbedingungen angegeben, unter anderem mit „ausbildungsfremden Aufgaben“, nicht abgegoltenen Überstunden und bis hin zu Problemen mit Mitarbeitern oder Mobbing.
Die Wirtschaftskammer Burgenland reagierte darauf mit Unverständnis: „Pauschale Darstellungen zeichnen ein verzerrtes Bild der burgenländischen Unternehmerinnen und Unternehmer und blenden die großen Anstrengungen aus, die heimische Betriebe täglich in die Ausbildung junger Menschen investieren“, heißt es im Gegenzug. Österreichweite Zahlen und allgemeine Vorwürfe würden der tatsächlichen Situation im Burgenland nicht gerecht werden.

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Das Image der Lehre sieht man zugleich in der Arbeiterkammer positiv: Es erreiche in der Befragung „nahezu das der Matura“, sagte dazu AK-Lehrlingsexpertin Jasmin Katzensteiner. Die AK-Forderungen und Schlussfolgerungen aus dem aktuellen „Monitor“ und einer früheren Umfrage im Burgenland betreffen unter anderem die Qualität: Man wünsche sich laut Befragung „mehr praktischen Übungen, besserer Betreuung und abwechslungsreichere Aufgaben“. Und außerdem wird eine bessere Bezahlung gefordert.
Die Wirtschaftskammer hält dazu fest, dass die Lehrlingsgehälter in den vergangenen Jahren „bereits überproportional gestiegen“ seien: „Das ist mit ein Grund dafür, dass es sich viele Betriebe zunehmend nicht mehr leisten können, Lehrlinge auszubilden.“
Eine Anregung hat auch WK-Präsident Andreas Wirth, wie er heute in einer Pressekonferenz hervorhob, und zwar im Hinblick darauf, dass etliche den Betrieb nach der Ausbildung wieder verlassen: „Beim Fußball gibt’s eine Ablöse – warum gibt’s das nicht auch für Lehrlinge?“ Die Wirtschaftskammer verweist außerdem auf eigene Initiativen, wie die „Future Factory“, die als „Erlebniszentrum“ kürzlich in Eisenstadt eröffnet wurde.
FPÖ: „Immer mehr Belastungen“
Aus anderer Sicht kritisch beurteilt die FPÖ Burgenland die Zahlen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen würden unter steigender Bürokratie, hohen Energie- und Personalkosten sowie immer mehr Belastungen leiden, sagt Michelle Whitfield als freiheitliche Wirtschaftssprecherin im Landtag.
„Wer ständig neue Auflagen schafft, darf sich nicht wundern, wenn Betriebe irgendwann keine Ressourcen mehr haben, junge Menschen auszubilden,“ so Whitfield. Zusammen mit FPÖ-Lehrlingssprecher Sandro Waldmann fordert sie „gezielte Entlastungen für Ausbildungsbetriebe, weniger bürokratische Hürden sowie eine stärkere Aufwertung der Lehre“.