Sparen beim Gehalt? Pensionisten und Beamte gehen auf die Barrikaden
Inflationsanpassung
Pensionsverhandlungen und Sparzwang vertragen sich nicht, auch die Gehälter der öffentlich Bediensteten sollen neu verhandelt werden: Senioren aller Farben und Gewerkschaft matchen sich mit der Politik. Bringen die Gespräche mit dem Bund einen Kompromiss?
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Man ist sich einig: „Nicht mit uns!“ Der Seniorenrat fordert einstimmig die volle Inflationsabgeltung von 2,7 Prozent. Über die von Kanzler Christian Stocker ins Spiel gebrachten zwei Prozent wollen die Senioren ebenso wenig verhandeln wie die Beamten über ein nochmaliges Aufschnüren ihrer Gehaltsanpassung. Im Bund hat man für beide gewagten Vorschläge einen Grund: den Sparkurs. Und da hören ÖVP und SPÖ als Regierungsparteien im Bund auch von ihren Vorfeldorganisationen wenig Gutes.
Im Burgenland sagt der soeben wiedergewählte Seniorenbund-Obmann Rudolf Strommer, dass die ältere Generation sowieso schon die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge um 0,9 Prozent schlucken habe müssen. „Wenn man über alles reden will, dann muss man auch darüber reden“, bleibt Strommer dabei, dass man mit 2,7 Prozent (und keinesfalls mit weniger) in Verhandlungen gehen will.
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Man könne nichts für die hohe Inflationsrate, sagt auch Burgenlands Pensionistenverbands-Präsident Helmut Bieler, das sei Sache der Bundesregierungen gewesen: „Wir Pensionisten haben alle Teuerungen mitgetragen“, spricht Bieler ebenfalls die Krankenkassenbeiträge an; und er meint, dass es die rote Bundespartei hier schwer haben wird: Absagen sind nämlich nicht nur aus der burgenländischen SPÖ gekommen, sondern auch aus anderen Landesorganisationen.

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„Beim Schnapsen tausche ich die Karten auch nicht aus ...“
Ähnliches Unverständnis hat mitten in der Pensionsdebatte ein Brief des ÖVP-Staatssekretärs Alexander Pröll an die Beamten- und Gemeindebediensteten-Gewerkschaft ausgelöst: Aufgrund der drastischen Budgetlage will man den Gehaltsabschluss (siehe Kasten oben) nochmal aufschnüren.
Dass die Gewerkschaft in Gespräche gehe, sei kein Zeichen dafür, dass man über Änderungen verhandle, so GÖD- und ÖGB-Burgenland-Vorsitzender Manuel Sulyok. Auch er ist der Meinung, dass für 2026 bereits „ein fairer Abschluss erzielt wurde, den beide Seiten unterzeichnet haben – denn das ist Sozialpartnerschaft“.

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Und was hält der oberste Landes-Gewerkschafter davon, dass der Bund jetzt vorschlägt, die Karten neu zu mischen? „Beim Schnapsen tausche ich die Karten während des Spiels auch nicht aus, wenn sie mir nicht passen. Da hält man sich an die Spielregeln.“
Kommende Woche wird auf Bundesebene ein erstes Treffen stattfinden. GÖD-Bundesvorsitzender Eckehard Quin zeigte sich zuletzt gesprächsbereit für „kreative“ Lösungen, gemeint könnte damit ein Aussetzen der für 2027 geplanten Null-Lohnrunde sein.