Jaafar Hayder Ali: Von Nickelsdorf in die große Stadt

Integration

Jaafar Hayder Ali kam 2020 nach Nickelsdorf, heute arbeitet er in einem Barbershop in Wien. Noch heute erinnert er sich gerne an die im Burgenland Zeit zurück.

Jaafar Hayder Ali: Von Nickelsdorf in die große Stadt

© Klaus Zwinger

Als Jaafar Hayder Ali erstmals nach Österreich kam, konnte er kein Deutsch. Marianne Falb, von ihm und unzähligen anderen Asylwerbern, die über die Jahre nach Nickelsdorf kamen, nur „Mama Marianne“ genannt, hatte bis zum Jahr 2022 ein Haus in Nickelsdorf im Familienverband, das als Quartier für Asylwerber diente. Dort schaute sie persönlich darauf, dass sich die meist jungen Burschen betätigten, Ordnung hielten und die Deutschkurse besuchten, die über die Volkshochschule in Nickelsdorf angeboten wurden.

Jaafar Hayder Ali: Von Nickelsdorf in die große Stadt

© zVg / Titz

Hayder, wie er kurz genannt wurde, kam aus dem Irak über mehrere Stationen wie die Türkei oder Griechenland nach Nickelsdorf. Letztendlich verbrachte er rund ein Jahr hier, bevor er sich auf nach Wien machte. „Er war jung und sehr selbstbewusst, als er zu uns gekommen ist“, berichtet Marianne Falb heute über ihn. In der Zeit in der er in Nickelsdorf war, hat er sich auch sportlich betätigt. So spielte er etwa zusammen mit Marianne Falb's Enkel zusammen in der Reservemannschaft des ASV Nickelsdorf.

Jaafar Hayder Ali: Von Nickelsdorf in die große Stadt

© Klaus Zwinger

„Er hat anderen Asylwerbern aber auch oft die Haare geschnitten, da war durchaus ein Talent vorhanden“, weiß „Mama Marianne“ sich noch zu erinnern. Dieses Talent machte sich Hayder nun auf seinem weiteren Lebensweg zunutze. Nachdem er im Jahr 2021 nach Wien gegangen ist und seither die Deutschkurse der Sprachniveaus A1 und A2 abgelegt hat, arbeitet er inzwischen nämlich in einem Barbershop im 16. Wiener Gemeindebezirk, an dem er auch zu 50 Prozent beteiligt ist.

Gute Erinnerungen an die Zeit in Nickelsdorf

Trotz des erfolgreichen Lebenswegs, den er seither eingeschlagen hat, erinnert er sich immer noch gern zurück an seine Zeit in Nickelsdorf, auch wenn „Mama Marianne“ manchmal eine gewisse Strenge walten lassen musste: „Natürlich musste ich manchmal schauen, dass alle ihre Zimmer in Ordnung halten und auch immer pünktlich sind. Vorallem wenn jemand gesagt hat 'ich will heute nicht' habe ich den Burschen klar gemacht, dass es so nicht geht“, so Falb heute.

Zum neuen Jahr verfasste er sogar eine Nachricht für Marianne Falb und Bürgermeister Gerhard Zapfl, der ihm auch „sehr geholfen“ hat, wie er stets betont:

„Liebe Mama Marianne, ich denke oft an die liebevolle Zeit in Nickelsdorf. Es war einfach nur schön für mich, denn so viel Liebe und Aufmerksamkeit wie dort, bekam ich sonst nirgendswo. Ich vermisse Nickelsdorf wirklich sehr. Deine Art der Pflege und der Kommunikation mit uns ist anderswo nur schwer zu finden. Ich möchte mich nicht nur bei dir, sondern auch beim Herrn Bürgermeister Ing. Zapfl für seine Mühe und sein Engagement für die Integration von Asylbewerbern bedanken. Ich habe mich in Nickelsdorf herzlich willkommen gefühlt und darauf werde ich nie vergessen. Noch einmal ein großes Dankeschön an alle Nickelsdorfer, sie bleiben für immer in meinem Herzen gespeichert.“