Designer Outlet Center: Der Besuchermagnet im Burgenland
Interview Mario Schwann
In der Vorweihnachtszeit ist immer besonders viel los: wir haben mir General Manager Mario Schwann über das Designer Outlet Center in Parndorf gesprochen.
General Manager des Designer Outlet Centers Mario Schwann im Interview.
© Klaus Zwinger
BVZ: Wir dürfen vorab gratulieren zum Titel „Manager des Jahres“ im Burgenland. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie persönlich?
Mario Schwann:Es ist eine besondere Anerkennung für viele Jahre Arbeit bei McArthurGlen. Die Auszeichnung zeigt, wie sich sowohl das Unternehmen als auch ich persönlich weiterentwickelt haben – und sie gehört natürlich auch meinem Team, das mich stets unterstützt.
Das Designer Outlet Center ist ein Aushängeschild für das Einkaufen im Burgenland. Wie wichtig ist diese regionale Verankerung?
Sehr wichtig. Der Standort wurde vor 27 Jahren gegründet und war anfangs umstritten, weil niemand wusste, wohin sich das Projekt entwickeln würde. Heute zeigt sich, dass es der Region großen Mehrwert bringt – wirtschaftlich, touristisch und als starker Partner für Gemeinde, Bezirk und Land.
Das Designer Outlet Center ist ein großer Arbeitgeber in der Region. Wie zentral ist dieser Faktor bzw. wie wichtig sind die burgenländischen Arbeitskräfte für das Outlet?
Ohne die regionalen Arbeitskräfte wäre das Wachstum nicht möglich gewesen. Von unseren knapp 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kommen etwa 42 Prozent aus dem Burgenland. Weitere über 40 Prozent stammen aus der Slowakei und Ungarn – das Einzugsgebiet ist also international und regional zugleich.
In Parndorf entsteht künftig ein drittes Hotel. Wie wichtig ist die Verbindung zum Tourismus?
Das Designer Outlet Center lebt stark vom Tourismus, sowohl aus Österreich als auch aus dem Ausland. Dank unseres Markenangebots sprechen wir längst ein weltweites Publikum an – von China über den Mittleren Osten bis zu den USA und Indien. Dieser internationale Mix prägt Parndorf.
Kommen die Gäste aufgrund des Outlets ins Burgenland – oder besuchen sie das Outlet, weil sie im Burgenland Urlaub machen?
Beides. Unser Ziel ist, Besucher nicht nur zum Shoppen, sondern auch in die Region zu bringen. Der „my burgenland“-Shop spielt dabei eine wichtige Rolle: 150 Produzenten können dort ihre Produkte präsentieren. Das stärkt Tourismus und regionale Identität gleichermaßen.
Wie würden Sie einem Freund einen dreitägigen Urlaub im Burgenland empfehlen?
Natürlich würde ich mit Shoppen beginnen – aber immer in Kombination mit See, Wein und Kulinarik. Die Vielfalt der Winzer und das typische burgenländische Lebensgefühl gehören einfach dazu.
Das Thema Nachhaltigkeit wird immer wichtiger. Was tut das Designer Outlet Center in diesem Bereich?
Besonders freut uns, dass das Center im öffentlichen Verkehrsnetz gut erreichbar ist. Unsere Gebäude wurden kürzlich von BREEAM als exzellent zertifiziert. Unsere Gebäude wurden kürzlich als exzellent zertifiziert. Das gesamte Center ist mit LED ausgestattet, wir betreiben über 100 E-Ladestationen gemeinsam mit der Burgenland Energie und verfügen über PV-Anlagen auf mehr als 1.650 Quadratmetern. Auch unser Abfallsystem ist zu 100 Prozent verwertbar.
Ein großes Thema war immer der Verkehr. Welche Entwicklungen gab es bereits und wo wird künftig noch nachjustiert?
Entscheidend ist die enge Abstimmung mit Behörden und dem Land. Die Autobahnabfahrt Gewerbepark aus 2007 hat viel verbessert. Zusätzlich setzen wir stark auf Alternativen zum Auto: Shuttlebusse aus Wien, Bratislava und Budapest sowie die neue E-Bus-Verbindung vom Bahnhof Parndorf. Diese Angebote werden sehr gut angenommen.
Wie sehen Sie den Standort im Wettbewerb mit Wien oder Bratislava?
Ein großer Vorteil ist unsere Lage im Dreiländereck. Wir sind Teil internationaler Reiserouten – das „goldene Dreieck“ Prag–Wien–Budapest. Parndorf wird dort fix mitgedacht, was uns im internationalen Tourismus stark positioniert.
Wie wichtig ist der burgenländische Stammkunde?
Sehr wichtig. Viele Burgenländerinnen und Burgenländer wissen das breite Angebot zu schätzen und müssen für hochwertige Marken nicht mehr weit fahren. Die Kombination aus Luxus-, Sport-, Outdoor- und kommerziellen Marken macht die Attraktivität aus.
Welche Rolle spielt der Onlinehandel?
Das Online-Shopping wächst weiter, aber wir setzen bewusst auf das Einkaufserlebnis. Besonders in der Weihnachtszeit spürt man die Atmosphäre – Beleuchtung, Gestaltung, Gastronomie. Dieses Erlebnis kann online nicht ersetzen. Daher bleibt der stationäre Handel für uns zentral.
Gibt es das Klischee noch, dass Männer im Wirtshaus sitzen, während die Frauen shoppen?
Eigentlich nicht mehr. Männer und Frauen sind heute zu gleichen Teilen unterwegs. Männer kaufen oft zielgerichtet, aber das Interesse ist gleich groß.
Wie lang bleiben die Kunden im Durchschnitt?
Etwa drei Stunden. Viele verbringen aber den ganzen Tag hier – vom Frühstück bis zum Abendessen. Deshalb sind verlängerte Öffnungszeiten, vor allem in der Weihnachtszeit, sehr wichtig.
Wie sieht für Sie der ideale Tag eines Kunden aus?
Ein gemütlicher Start mit Kaffee und Frühstück, danach entspanntes Shoppen, ein gutes Mittagessen, weiterer Bummel und am Abend ein Glas Wein zum Ausklang.
Zum Abschluss: Wenn Sie drei Wünsche für das Designer Outlet hätten – welche wären das?
Erstens, dass die Zusammenarbeit mit Gemeinden, Bezirk und Land genauso positiv weiterläuft. Zweitens, dass wir international noch sichtbarer werden. Und drittens, dass unser Team weiterhin so stark zusammenhält – vielleicht reicht es dann auch wieder für eine Auszeichnung.